Editorial
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Werfen im Winter
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Werfen in der kalten Jahreszeit
 
Auf dieser Seite will der Verfasser Neulingen und denen, die sich zu den Schönwetter-Werfern zählen, ein paar Tips geben, wie man den Sport auch im Winter ausüben kann, ohne dabei sich selbst oder dem Material zu schaden.
 
Ich selbst habe den ganzen letzten Winter alle zwei Tage regelmäßig geworfen, teils aus reinem Vergnügen, teils als ernsthaftes Training für den Weitwurf. Die Vorteile, die der Winter bietet, liegen auf der Hand: stabilere Wetterlagen mit meist sehr gemäßigten Winden, freie Wiesen und Felder. Was ich aus dem vergangenen Winter gelernt habe, läßt sich in vier Punkten darstellen, die für manche vielleicht selbstverständlich sein mögen, für mich jedoch teilweise sehr unerwartet kamen.
 
1.KLEIDUNG - die Kleidung sollte warm, aber luftig sein = atmen können, und nicht zu schwer, damit man nicht mehr als nötig in seinen Bewegungen behindert wird. Ich bevorzuge Pullover aus Wolle oder Thermo-Doppel-Sweatehirts, solange es nicht zu kalt dafür ist, weil sie erheblich besser warmhalten als synthetische Materialien. Trainingsanzüge mit langen Wollunterhosen sind erste Wahl, dazu Trainings- oder Wanderstiefel mit Wollsocken, oder Moon-Boots, je nach Geschmack und Bewegungsbedarf. Handschuhe außerdem- an der linken trage ich einen gefütterten Lederhandschuh, an der rechten einen Rennrad-Handschuh, der freie Fingerkuppen hat ( man kann auch von ausgedienten Lederhandschuhen die Kuppen abschneiden)und außerdem gut gepolsterte Knöchel, wodurch man genug Gefühl beim Wurf und ausreichend Schutz beim Fangen hat.
 
2.MATERIAL - Holz, Plexiglas, sowie die meisten Kunststoffe werden bei niedrigen Temperaturen (unter Null) sehr spröde und damit zerbrechlich! Ein Plexi-Bumerang beispielsweise kann schon bei einer normalen Landung auf gefrorenem Boden in Stücke zerspringen. Aber auch Sperrholz verliert an Elastizität, deshalb ist erhöhte Sorgfalt auf Untergrund und etwaige Hindernisse zu richten. Ferner sollte man beim Biegen mit äußerster Vorsicht zu Werke gehen und die zu biegende Stelle vorher durch gründliches Anhauchen etwas erwärmen. Die meisten meiner verunglückten Bumerangs hat's keinesfalls beim Werfen, sondern beim Biegen erwischt... Pertinax beispielsweise wird in Kälte so spröde, daß mir schon Bumerangs beim Abwurf in der Hand zerbrochen sind und ich das eine Ende in der Hand hatte, während das andere abtrudelte; dies passiert allerdings nur bei Würfen mit voller Kraft.
 
3.AUFWÄRMEN -das wichtigste Kapitel überhaupt. Bevor man zu werfen beginnt, sollte man unbedingt etwas Gymnastik machen, um die sich in der Kälte zusammenziehenden Muskeln und Sehnen zu erwärmen und geschmeidiger zu machen und somit sehr schmerz- und dauerhaften Folgen wie Zerrungen oder schlimmstenfalls Muskelrissen vorzubeugen, besonders wenn man sich in den "Muskel"-Disziplinen Weitwurf und MTA betätigen will. Ich empfehle Schwingen und Kugeln mit beiden Armen und dem Rumpf, Ruderbewegungen, dann schnellere Bewegungen mit Arm
und Schulter nach vorn, die Wertbewegung andeutend, jedoch mit 1/4 Kraft. Das ganze ca. 5 Minuten lang sollte ausreichen, um den Körper in die richtige Temperatur zu bringen. Des weiteren sollte man bedenken, speziell wenn man kräftigere Würfe machen will, sich mindestens eine Viertelstunde mit leichten Bumerangs und halber Kraft einzuwerfen. Danach kann man praktisch alles machen, weil man schnell und dehnbar genug ist.
 
Zum Schluß sei noch bemerkt, daß bei Sonnenschein und Schnee natürlich höchste Aufmerksamkeit auf den Landepunkt des B's zu richten ist. Diesen sollte man unter keinen Umständen aus den Augen lassen- sofort direkt hinlaufen und in der unmittelbaren Nähe der Stelle vorsichtig auftreten, denn oft rutschen die B's nach schrägen Abstürzen unter dem Schnee noch bis zu 0,5m weiter. Man kann mit Händen oder Füßen den Schnee durchkämmen, oder, wenn man die Stelle völlig aus den Augen verloren hat, mit einem Rechen durch den Schnee arbeiten, Streifen für Streifen -oder bis nach der Schneeschmelze warten.
 
-vb-

 
   
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