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DIE BUMERANGWURFMASCHINE
 
Eine Wurfmaschine zu bauen, hat schon viele Werfer und Bastler gereizt. Die Möglichkeit, eine Serie von gleichbleibenden, reproduzierbaren Abwürfen zu erzeugen, wünscht sich insgeheim wohl jeder Wissenschaftler und ernsthafte Praktiker. Wenn es nur darum ginge, den B. wie einen Stein oder eine Tontaube zu schleudenn, existierte ein Problem überhaupt nicht: die Spin erzeugende Bewegung, die das Holz zum Rotieren bringt, stellt eine konstruktive Herausforderung dar.
 
So hat es seit mindestens 80 Jahren immer wieder Anläufe gegeben, einen funktionierenden "boomerang-launcher" zu bauen. Buchner (1916) baute ein Gerät für den Zimmerbedarf (Abb.l). Am freien Ende einer Stahlfeder brachte er eine Klammer an, die den B.-Arm hielt und in der Schlußphase der Vorschnell-Bewegung gewissermaßen ein bißchen zurückzog. So entstand ein angemessener Drall. Buchner konnte damit in einer Halle immerhin leichte, aus Zigarrenkistenholz gefertigte Bumerangs werfen.
 
Felix Hess (1975) verzichtete zwar aus Zeitgründen auf den Bau einer Wurfmaschine, hätte für seine Dissertation aber gerne eine benutzt. Er beschreibt dort die Bedingungen, die ein solches Gerät erfüllen müßte. Schließlich gab er sich mit einem menschlichen Werfer für die Experimente in seiner bewundernswerten Arbeit zufrieden.
 
Prof. Musgrove aus England soll mit seinen Studenten einen gewaltigen Apparat gebaut haben. Michael Hanson aus Schottland schrieb mir, das Ding sei wegen seiner Ausmaße nur mit einem Lieferwagen transportabel gewesen. Man habe auch nur riesige Bumerangs damit werfen können.
 
Weber (1977) macht in seinem Buch "Der Bumerang - ein Rotationsflugkörper" einen interessanten Vorschlag zum Spinerzeugen mit einer Wurfmaschine. Ein federgezogener Schlitten auf einer Schiene nimmt den Bumerang auf und prallt am Ende seines Weges gegen einen Bolzen, der dann für eine Kippbewegung sorgt (Abb.2). Weber hat eine Zeichnung gefertigt, das Gerät aber nicht ausprobiert.

 
Im August ‚86 während der Deutschen Meisterschaften in Hamburg habe ich den hölzernen Prototypen meiner Wurfmaschine vorgeführt (Abb.3). Beim Installieren fiel der witzigste Kommentar: "Du, ich muß das mal meiner Frau vorstellen; die denkt nämlich bis jetzt, nur ich sei verrückt..." Meine Frau hat das von mir zeitweilig sicher auch gedacht (nicht werfende Partner von Bumerangfans sind ein Problem, dem man sich noch von kompetenter Stelle aus wird zuwenden müssen.)
 
Nun zu der Zeichnung: ein Bumerangarm ruht in einer tiefen Nut von der Weite der B-Stärke. Zum Schutz des B's ist die Nut mit Leder versehen. Bis zum Abwurf steht der Arm unter Spannung, weil er vorne durch einen Gummizug (1) und hinten durch einen Hebel(2) auf die Auflage (3) gedrückt wird. Der Hebel hat ein Möbelrolle als "Haken", um leichter und schonender die nachfliegende Kante des B's freizugeben. Der Zeitpunkt der Freigabe durch den Hebel wird durch die Länge eines Fadens bestimmt, an dem ein Keil (4) befestigt ist. So löst sich diese Wippenkonstruktion beim Durchschwingen des Wurfarmes zu einem beliebig bestimmbaren Zeitpunkt aus.
 
Selbstverständlich kann diese Auslösung auch durch eine Achsen-Exzenter-Konstruktion elegant und gut verstellbar ausgeführt werden. Überhaupt würde ich mich freuen, von einem Metallbaukundigen zu hören, der die Idee verfeinert umsetzt.
 
-em-
 
LITERATUR:
Hess, Felix: Boomerangs, Aerodynamics and Motion, Groningen 1975 Weber, Klaus: Der Bumerang - Ein Rotationsflugkörper, Frankfurt 1977

 
   
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