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WERFEN BEI WIND
 
Was ist der ärgste Feind des Bumerangwerfens? Unvorhergesehene, heftige Winde. Nun sind diese normalerweise kein großes Problem, da man als Freizeitwerfer eben wieder nach Hause gehen und es ein anderes mal wieder probieren kann. Jeder aber, der mal in irgendeiner Form an Wettkämpfen oder sonstigen offiziellen Geschichten teilgenommen hat, weiß, daß selten eine dieser Gelegenheiten vom Winde ungenutzt vorübergeht.
 
Spätestens hier macht sich dann bemerkbar, daß man sich diesen widrigen Umständen nie freiwillig aussetzt und demzufolge auch keine Erfahrung im Umgang damit hat. Es gibt viele Möglichkeiten, dem Wind zu trotzen, sowohl bei der "Hardware" (dem Gerät), als auch bei der "Software" (der Technik), welche aufeinander abgestimmt sein müssen, um gute Resultate erzielen zu können. Im folgenden ein kleines Manual in 8 Stufen, welches helfen soll, diese Hürden zu meistern.
 
Das GERÄT, zusammengesetzt aus den variablen Faktoren:
- Form
- Gewicht
- Fläche
- Profil
All diese Faktoren wieder untereinander abhängig voneinander bestimmen mit darober, ob ein Bumerang für Wind geeignet ist oder nicht. Im kurzen:
 
1. Je kleiner der Winkel zwischen den Armen, desto weniger Rotation "entwickelt" der B' und desto weniger wird er windempfindlich; Omega und Hookformen, V's mit kleinem Winkel.
 
2. Je stumpfer ( steiler ) die Vorder und Hinterkante des Profils, desto weniger Rotation, also stabilisierend.
 
3. Je kleiner die Fläche, also je schmäler die Arme oder kürzer, deso weniger Angriffsfläche wird dem Wind geboten, auch bei der Rotation.
 
4. Je schwerer der Bumerang, desto weniger wird er aus seiner Bahn gepustet. Man hat die Wahl zwischen schwereren Materialien oder punktueller Gewichtung mit Blei oder Münzen o.ä.; ich bevorzuge letztere Möglichkeit, denn sie erlaubt, nach Entfernung der Gewichte, den B' auch in ruhigem Wetter zu benutzen.
 
Die TECHNIK
 
Es bestehen drei Möglichkeiten, den Wurf zu modifizieren, so daß die Flugbahn trotz starkem Wind wieder bei mir endet, und nicht 150 m windabwärts; Reduzierung der Rotation; wir bedenken: je größer die Geschwindigkeit des Flügels durch das Medium Luft, desto größer die entstehenden Auftriebskräfte, Reduzierung der Wurfkraft bei Beibehaltung der normalen Abwurfhöhe für den jeweiligen B'; der Effekt ist derselbe wie oben, höherer Abwurfwinkel bei gleichzeitiger Vergrößerung der Rolationsgeschwindigkeit. Hier muß man sich nun die geeignete Methode heraussuchen, denn die Anwendung aller Tricks gleichzeitig wird jeden Bumerang unweigerlich abstürzen lassen.
 
1. Weniger Rotation erzeugt weniger Auftrieb und läßt den B' gleichzeitig weniger hoch im Win klettern und verküzt die Schwebephase am Endender Flugbahn.
 
2. Geringere Wurfkraft ( Vorwärtsbeschleunigung ) verkürzt die Flugbahn und verhindert somit, daß der Bumerang an mir vorbeifliegt.
 
3. Denselben Effekt hat der höhere Abwurfwinkel (s. Wurffehler und ihre Ursachen); dieser spezielle Wurf, von USWerfern ausgeknobelt und als "Hunchbackthrow" in die Literatur eingegangen, was soviel bedeutet wie "Buckel", ist sehr gewöhnungsbedürftig. Der Wurf erfolgt fast rechtwinklig rechts vom Wind und wird, je nach Windstärke, in einer Höhe von 20º-40º über dem Horizont angesetzt. Dies würde normalerweise bewirken, daß der Bumerang zuerst steigt und dann in der Kurve erbarmungslos abstürzt. Deswegen muß starke Drehbeschleunigung beim Wurf erfolgen. Denn bei Wind passiert nun folgendes: der B' steigt rechts vom Wind an ( durch den Abwurfwinkel ), fällt dann ab, in den Wind hinein, fängt sich durch Wind und Rolationsgeschwindigkeit, steigt noch einmal an, etwa halb so hoch wie anfangs, und rutscht dann vorausgesetzt, alles war korrekt ausgeführtauf dem Wind als Kissen zum Abwurfpunkt, unter beträchtlicher Geschwindigkeit meistens, da absolut kein Schweben mehr auftreten kann; vor dem Fangen sei deshalb bei Ungeübten ausdrücklich gewarnt! Der Nachteil bei dieser Technik ist, daß die Toleranz bei Abwurffehlern fast null ist; wenn man zu weit rechts vom Wind oder zu hoch oder zu schwach wirft, saust der B' auf die Erde. Wirft man zu stark oder zu weit in den Wind, steigt er noch weit über die geplante Höhe und wird weit, weit über den Werfer nach rechts getrieben.
 
GEWICHTE - die letzte Möglichkeit, um den B' niedrig zu halten, bringt man Gewichte an der Unterseite von Arm 1 an (mittels Klebeband, zum Probieren; beginnen kann man mit einer 10 PfMünze). Wenn man das Gewicht in der Mitte des Arms befestigt, fliegt der B' niedriger und etwas weiter. Bewegt man das Gewicht in Richtung Ellbogen, wird die Entfernung reduziert und die Rotation etwas verstärkt. Bewegt man es zum Ende des Arms, wird die Entfernung erheblich vergrößert, was wieder größere Ungenauigkeit mit sich bringt; je länger die Flugbahn, desto fataler wirkt sich ein kleiner Abwurffehler aus.
 
ÜBEN,ÜBEN,ÜBEN! - Das Üben im Wind ist wichtiger als das Üben bei Windstille, so frustrierend und erschöpfend es auch ist. Wer bei Wind werfen kann, kann es bei Flaute sowieso... Auf jeden Fall ist unbedingt darauf zu achten, mehr als sonst, daß genügend Abstand zu den nächsten Bäumen oder Flüssen oder.. gehalten wird; ein Bumerang mit 40m Reichweite kann bei Wind und falschem Abwurf ohne weiteres 70m von mir entfernt landen.
 
-vb-

 
   
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