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MTA - WOHER KOMMT DIE ENERGIE?
 
(MTA = Abkürzung für Langzeitflug von: Maximum Time Aloft - wörtlich übersetzt Längste Zeit schwebend)
 
Seit mit dem Bretfelddesign die 3 mm-Hockeysticks dem Langflugsport kräftige Impulse mit enormer Steigerung der Flugleistungen gegeben haben, insbesondere durch die Weiterentwicklung durch Ted Bailey, gibt es einige Fragen, die den MTA-Werfer bewegen:
 
  1. Wie kommt mein Bumerang zu einem stabilen Schwebeflug?
  2. Wie erreicht er eine möglichst geringe Sinkgeschwindigkeit?
  3. Kann ich lange Flüge, sagen wir ab 1 min Dauer, zur Regel machen?
  4. Woher kommt die Energie, die den Bumerang über mehrere Minuten in der Luft hält?
Der stabile Schwebeflug hängt vom Gerät und dem korrekten Abwurf ab. (Dazu sind Beispiele von Bernhard Martin und Ted Bailey zusammengestellt. Bernhard, als Langflieger eher unbekannt, haben wir um einen Bericht gebeten wegen seiner sehr eindrucksvollen Langflugdemonstration in Hamburg 1986. Wir danken Ted für seine freundliche Urlaubnis, seine Berichte/Zeichnungen in 'Many Happy Returns" verwenden zu dürfen. 1)
 
Die Sinkgeschwindigkeit hängt sogjohl von den jeweiligen Einstellwinkeln, vom Gesamtgewicht, von der Gewichtsverteilung als auch vom Profil und der Oberflächengestaltung ab. Zu beachten ist, daß Ted Bailey die Unterseite seiner Bumerangs rauh beläßt, ja, sie zu diesem Zweck< sogar wässert, während der Engländer Tony Slater höchsten Glanz zu erzeugen versucht: Er umklebt seine Bumerangs mit Japanpapier, um die Poren des Holzes zu schließen, und schleift die dann folgenden Lackschichten naß mit 600er Körnung.
 
Lange Flüge als Regel hängen, wenn die anderen Voraussetzungen stimmen, von der Wurfkraft ab. Ich erreiche höchstens zwischen 20 und - 3O sek., andere Werfer kommen auf 30 - 40 sek.
 
Zu den Minutenflügen gibt Ted Bailey eine rechnt merkwürdige Erklärung, der ich widersprechen möchte (Du erlaubst, lieber Ted?):
"...unter idealen Bedingungen ist es möglich, mit einem korrekt gebogenen Bumerang dem Wind mehr Energie zu entziehen, als durch den Luftwiderstand verbraucht wird. Diese potentielle Energie wird in Höhe verwandelt und der Bumrerang steigt weiter, bis er außer Sicht kommt".
 
Stattdessen weise ich auf aufwärts gerichtete Luftströmungen als Energiequelle hin, die nicht immer, wie anscheinend bei den Flügen von Thomas Hartmann, richtige thermische Ablösungen sein müssen, der Bodenbeginn also von Aufwindschläuchen, in denen Vogel und Segelflieger nach oben kreisen (und in denen häufig auch allerlei Gegenstände/Tiere mit hinaufgetragen werden: kleine Heuballen, Blätter, Schmetterlinge). Vielmehr muß es - auf dem Grunde des Luftozeans - noch andere Aufwindarten geben, die unseren Bumerang, länger als wir es normalerweise erwarten konnten, oben halfen. Mit dieser Feststellung wird die Leistung des MTA-Werfers ja nicht geschmälert: Er hat ja das Gerät gebaut und geworfen, das nun über ihm in stabilem Schwebeflug mit geringer Sinkgeschwindigkeit seinen Flug vollführt, ihn entweder auf den Platz bannend (wie Heinrich Link) oder ihn zum Querfeldein-Läufer verwandelnd, der die Hoffnung nicht aufgibt, seinen geliebten Bumerang doch noch zu fangen oder wenigstens bei der Landung beobachten zu können.
 
Ted Bailey jedenfalls hat schon 18 Bumerangs auf diese Weise verloren - sie sind ihm im Luftmeer nach oben entschwunden. Die Anzahl der Wegflüge ist auf jeden Fall ein Merkmal für die Qualität von Bumerang und Werfer. Da muß ich mit meinem einen Wegflug erst einmal ganz hinten in der Reihe stehen. Ich bin aber bemüht, mich voranzukämpfen.
 
Liebe Leser, helft mit Euren Ideen und Vorschlägen mit, daß wir weiter vorankommen. Ein ausreichend großer Wurfplatz wird schon zur Verfügung stehen - wenn nur erst DER MTA-Bumerang vorhanden ist, für den er dann benötigt wird!
(w.b.)

1 in "Many Happy Returns" Nr. 28 S. 6
 

 
   
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