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HALLO, MTA - FREAKS!
Unser lieber W. Bretfeld hat bei mir angeklopft und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einen Vierseitentext über meine Erfahrungen mit MTAs für euch zu verfassen. Na klar, dachte ich, aber vier riesige Seiten?! So viel weiß ich doch gar nicht über diese Bumerangs! Aber dann habe ich mich rangesetzt, und mir fiel plötzlich so vieles ein, daß doch noch einiges herauskam.
 
Ich lasse natürlich keinen unkritisierbaren Fachbericht hier ab; auch habe ich noch keine Rekorde erreicht. Aber ich mag MTAs und erzähle Euch einfach von meinen Erfahrungen mit diesen Hölzern.
 
Zu MTAs zähle ich alle Rangs, die mindestens 20 sek. lang fliegen können; nach obenhin sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Es gibt ja heute schon Leute, die ihren MTA zwei bis vier min in der Luft kurven lassen. Toll! Um solche Zeiten zu erreichen, gibt es einiges zu beachten:
 
Form, Profil, Gewicht des Holzes, Thermik, Landschaft - und, nicht zu vergessen, der Werfer selbst müssen eine absolute Einheit bilden. Ich selbst habe mit konventionellen MTAs zu werfen begonnen, mit folgender Form (Abb. 1) Ellenbogenwinkel 100 - 120 Grad.
 

 
Dann entwickelte ich mit der Zeit MTA - Rangs, wie sie auf Abb. 2 gezeigt sind. Ich konzentrierte mich in erster Linie auf die Flügellänge und -anordnung. Diese MTAs rotieren sehr ungleich und vergrößern dadurch ihre Flugbahn um das 3 - 4 fache (Schwungradprinzip). Der Auftrieb wird dadurch aber nicht unbedingt vergrößert.
 
Dann habe ich mir den Kopf zerbrochen über die Beziehungen von Flügelbreite, Spannweite und Profilstärke. Bei 3 - 4 mm Stärke - stärker sollten MTAs nicht sein, weil der Abwurf sonst zuviel Kraft erfordert - ergeben sich 3 - 5 cm Flügelbreite für Spannweiten von 50 - 60 cm, 2 - 3 cm Breite bei Spannweiten von 30 - 40 cm.
 
Ich habe auch versucht, die Unterseite auszuhöhlen, mußte aber feststellen, daß der Rang zu stark abgebremst wird, d.h. die optimale Flughöhe wird nicht mehr erreicht. Meine Hoffnung, durch Aushöhlen die Schwebephase zu verlängern, wurde leider nicht erfüllt. Also lasse ich die Unterseite ganz einfach glatt.
 
Wie aber läßt sich die Schwebephase verlängern? Ich hatte meine Hölzer bisher immer mit ziemlich stumpfer Stirnkante gebaut. Nun versuchte ich - eigentlich gegen meine Überzeugung - diese Kante sehr scharf zu schleifen, und siehe da: der gute MTA dankte es mir mit einem himmlischen Rotieren und schwebte so langsam zu mir zurück, daß es eine Freude war! (Abb. 3: Scharfe Vorderkante).
 

 
Wenn ich mit einem neuen MTA auf die Wiese gehe, um mit ihm die Jungfernflüge zu werfen, stehe ich unter Hochspannung. Dann wird mit diesem Feeling der erste Wurf gemacht, und ... dann war es nichts. Entenweder hat der Gute zu wenig oder zuviel Auftrieb! Oder noch schlimmer, er fällt nach einigen Metern wie ein Sack vom Himmel. Manchmal gleicht mein MTA einer zu gut genährten Ente, welche die Flügel nicht hochbekommt. In diesem Fall bleibt mir nur der erneute Griff zum Schleifpapier. Hat der Rang zu wenig Auftrieb, Kann man erst einmal unten an der Stirnkante eine leichte Schrägeng nach oben schleifen. (Abb. 4).
 
Funktioniert er dann über immer noch nicht wie gewünscht, bleibt noch das Biegen über einer Kerzerflamme, alle meine MTAs haben leicht nach oben gebogene Flügel, Arm 1 etwas stärker als Arm 2. Ebenso habe ich ausprobiert, die Flügel des Rangs zu verdrehen, und zwar die Vorderkante von Arm 1 etwas nach oben, um den Auftrieb zu vergrößern. Um ihn auch noch stabil in der Luft zu halten, verdrehe ich den Arm 2 negativ, daß sich die Vorderkante senkt (= washout). Aber nicht jeder MTA braucht das gleiche Rezept. Ausprobieren ist meine Devise. Trotz der Verdreherei der Flügel sollten beide Arme immer nach oben gebogen bleiben, sonst bekommt man irre Nonreturner.
 
Ich mußte auch lernen, keine Mehrfach-Veränderungen vorzunehmen, weil man sonst die Auswirkung einer Veränderung nicht richtig beobachten kann. Um seiner Sache sicher zu sein, sollte man pro Veränderung mindestens 4 - 5 Probewürfe machen. Für einen guten MTA gilt es halt, mehr Zeit aufzuwenden als für einen einfachen Returner!
 
Fliegt der gute MTA-Rang endlich nach Wunsch, geht es ganz zum Schluß an die Dekoration. Zuerst grundiere ich mit normalem Klarlack, den ich mit dem Finger auftrage. Den überschüssigen Lack ziehe ich mit einem Leinentuch ab, bis die Oberfläche ganz glatt ist. Dann wird er hübsch bemalt, wobei man darauf achten muß, das Gewicht des Holzes nicht durch zuviel Farbe zu sehr zu vergrößern. Zum Abschluß bringe ich noch einmal höchstens 2 Schichten Klarlack mit dem Finger auf, diesmal jedoch ohne Nacharbeit mit dem Tuch, um die endgültige Schutzschicht nicht zu verletzen.
 
Jetzt braucht man nur noch das entsprechende Wetter, und es kanns losgehen. Bevor ich aber mit dem MTA-Werfen beginne, werfe ich mich ca. 15 min mit anderen Bumerangs warm. Das bringt gutes Feeling und steigert die Konzentration. Dann werfe ich endlich den MTA ab und beobachte, wann er seine erste Wendung macht, um so die optimale Wurfrichteng herauszufinden. Nicht jeder MTA benötigt die gleiche. Auch die Landschaft, in der man wirft, übt einen großen Einfluß auf den Erfolg des Wurfes aus. In einer hügeligen Landschaft läßt sich die Thermik besser ausnutzen als auf ebener Wiese.
 
So, das wärs. ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und seid motiviert worden, selbst einige meiner Vorschläge auszuprobieren.
Bernhard Martin
 

 
   
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