Roter Stern
Editorial
8.DM Winnenden
MTA-Energie
Hallo MTA-Freaks
MTAs B. Martin
MTA-Erlebnis
Auf und davon
Bailey MTAs
Baupläne dazu
NZZ Artikel
 
Zurueck   Back
AUF UND DAVON...
 
Es fing alles so harmlos an: Ende Mai 1987 stand ein Besuch in der Schweiz (bei Beat und Roger Aepli) an, und ich wollte nur noch meine Gastgeschenke einwerfen; rechts-und linkshändige MTAs. Bei der Gelegenheit wollte ich natürlich mit meinen eigenen Bumerangs auch noch etwas werfen. Doch es stellte sich sehr schnell heraus, daß unter den herrschenden Witterungsbedingungen (blauer Himmel, einige Haufenwolken, wechselnde Winde, Thermik) ans Werfen mit "normalen" Bumerangs kaum zu denken war: Perfektes MTA-Wetter! Also langsam einwerfen und fleißig Zeiten stoppen. Die Uhr hatte ich auch nicht vergessen, nachdem mir am Tag zuvor ein Flug von (geschätzt, da ohne Stoppuhr) 1 : 30 bis 2 min gelungen war.
 
Schon die ersten Würfe ergaben Zeiten von 30 sec. und mehr, verbunden mit Verfolgungsjagden von 100 m und darüber. Zeitgleich herrschten Bedingungen, unter denen sogar 3 mm-Mini-MTAs (Spannweite 35 cm) über 50 sec. in der Luft blieben, ohne abgetrieben zu werden. Während einer Thermik ist es mir dann auch gelungen, mit einem Midi endlich über eine Minute (1 : 16 min) zu kommen. Dazu war es aber auch wieder nötig, ca. 200 m weit zu laufen und über zwei Stacheldrahtzäune zu steigen... Gegen 14 Uhr entschied ich mich dann, für den heutigen Tag den letzten Wurf zu machen. Wie wahr! Das 1 : 16 min-Modell rauschte förmlich nach oben und stand perfekt in etwa 20 m Höhe. "Noch ein Minutenwurf, hurra!" dachte ich. Nichts wie hinterher. Nach einer Minute hatte ich das erste Rübenfeld überquert; der MTA hatte schon an Höhe gewonnen und wurde mit etwa konstant 25 km/h abgetrieben. "Jetzt nur noch fangen", dachte ich. Es wurden 2 min, 3 min; ich mußte durch ein hohes Kornfeld (was ziemlich Kraft kostet...) und danach über eine Straße, eine Böschung hoch und über das inzwischen dritte Feld. An Fangen war nicht mehr zu denken; es ging für mich nur noch ums Wiederbekommen. Ein Blick nach oben zeigte mir, daß der MTA inzwischen ungefähr 100 m hoch und 1 km von der Abwurfstelle entfernt war; ein kleiner Fleck, hoch am Himmel. Ich schaute auf die Uhr: Die vierte Minute brach an. WO WAR DER MTA?? Es half nichts: Auch nach verzweifeltem Absuchen des Himmels konnte ich nichts außer ein paar Vögeln entdecken. Bei 4 : 05 min hielt ich die Uhr an und kam mir ziemlich komisch vor. 1000 m gelaufen für nichts... Fazit: Bei perfektem Wetter ist man ohne Geländemotorrad arm dran!
 
Fortsetzung August 1987: gleiches Wetter wie im Mai, gleicher Lauf der Dinge: neue Bestzeit mit 1 : 24,57 min, dann eine Stunde später ein weiterer Jahrhundertflug, diesmal mit einem 2 mm-Mini-MTA. Auch der stieg immer höher, so daß ich nach 1 : 30 min die Verfolgung aufgab. 3 min gingen wieder ins Land, der MTA stieg immer noch, und mich beschlich wieder dasselbe Gefühl wie Ende Mai. Nach 3 : 50 min dann die Änderung: Der Mini kollidierte mit irgendetwas in der Höhe (Wolke? Kalte Luft?), kippte und torkelte um seine Längsachse (!) zu Boden.
 
Zeit? 4 : 05 min... Doch das Beste kommt noch: Nach 250 m Laufen und 5 min. Suchen hatte ich ihn wieder!! Also: Mai 1987 4: 05 min und Verlust; August 1987 4:05 min und wiedergefunden; 1988 4 : 05 min und ...??? der Nervenkitzel geht weiter!
Thomas Hartmann
Im Schneiderwinkel 3
3016 Seelze 12