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OBERFLÄCHENBEHANDLUNG: GLATT WIE EIN KINDERPOPO?
- Gerd Liebschner -
 
Seit Februar 1987 baue und werfe ich Bumerangs: Der dringlichste Wunsch war natürlich, die Geräte fliegen zu sehen, doch ein anderer Aspekt war mir doch mindestens genau so wichtig: Sie sollten optisch perfekt sein, d.h. ein ansprechendes Design sollte eine möglichst glatte Oberfläche haben. Ich habe mich mehrere Male mit Wilhelm Bretfeld, der übrigens sehr schöne Oberflächen aus der Spraydose zaubert, über das Thema 'Oberfläche' unterhalten, und wir stellten uns die Frage, ob eine Bumerang-Oberfläche überhaupt glatt sein muß. (Für mich von Bedeutung für das Problem 'laminare/turbulente Grenzschicht', w.b.)
 
Ich denke, hier haben verschiedene Konstrukteure unterschiedliche Ansichten und Ansprüche: Ted Bailey bevorzugt ja Langflieger mit gewässerter, d.h. sehr rauher Unterseite, Tony Slater hingegen umklebt seine Geräte mit Japan-Papier, um die Poren des Holzes zu schließen. Erst dann beginnt er mit Lackieren, das mit einem Naßschliff mit 1.200er Körnung abgeschlossen wird. - Kein Wunder, daß jeder Betrachter annimmt, er habe einen Kunststoff-Bumerang vor sich.
 
Deshalb kann und möchte ich in diesem Beitrag nur von meiner Art der Oberflächenbehandlung sprechen und damit dem einen oder anderen ein paar Tips geben.
 
Eines ist ganz sicher: Die besten Lacke und Lackierhilfen nutzen nichts, wenn die nötige Vorarbeit nicht geleistet ist; ich meine: ein guter Schliff ist die ‚halbe Miete' - also Freunde: schleifen, schleifen, schleifen!
 
Meine ersten Bumerangs lackierte ich nach zwei Schleifgängen mit 120er und 240er Körnung, mit 4 Schichten Nitrolack (aufgetragen mit Spritzpistole/Kompressor). Nach Abstürzen jedoch bildeten sich Haarrisse; eine jämmerliche Oberfläche war die Folge. Der Lack ist mir zu spröde; außerdem ist er mir nicht wasserbeständig genug.
 
Deshalb empfehle ich unter den Möbellacken DD-Lacke (Desmodur-Desmophem). Diese Zweikomponentenlacke werden erst unmittelbar vor dem Gebrauch angesetzt und dann sofort verarbeitet. Der Lack (Lack + Härter) härtet durch und ist wesentlich unempfindlicher gegen Stoß und Feuchtigkeit als Nitrolacke. DD-Lacke gibt es in matt und in hochglanz.
 
Zwischenzeitlich habe ich einen Kunstharzlack aus dem Kaufhaus - mit dem Pinsel aufgetragen - probiert. Ich war auf der Suche nach mehr Festigkeit bei gleichzeitiger Flexibilität. Aber ich habe ein "Hauruck-Erzeugnis" erwischt: der Lack ist bis heute nicht durchgehärtet, so kann er bei harten Landungen wenigstens nicht abplatzen.
 
Heute habe ich nach langem Tüfteln für mich (fast) das Non-plus-ultra erreicht: Nach dem Ausschneiden der Bumerangform arbeite ich zuerst das Profil mit einem Schwingschleifer oder einem Kantenschleifautomaten heraus. Anschließend schleife ich per Hand mit folgenden Körnungen nach: 120, 240, 360, 400, 600, 1000. Der Schleifgang mit 120er Körnung
ist dabei der wichtigste; denn nach diesem Schliff muß die Oberfläche schon schön glatt sein. Mit zunehmend feinerer Körnung wird sie dann immer besser. Nun wird jede Seite zweimal mit DD-Lack grundiert. (Bei der Arbeit mit unterschiedlichen Lacken muß man Nitrolack ausschließen, weil sie immer wieder anlösbar sind. Dann entstände mit dem Auftragen der letzten Lackschicht eine Orangenhaut, die man entweder sofort abwischen oder nach dem Trocknen abschleifen muß, um dann alles erneut nachzuarbeiten - vertane Zeit.)
 
Auf die Grundierung folgt ein nasser Zwischenschliff mit mindestens 400er Körnung - besser mit 600er oder 1000er.
 
Bumerangs aus Birkensperrholz verschönere ich später mit Farbauftrag aus Spraydosen. (Laminate aus besonderen Furnieren belasse ich "natur".) Nach dem Trocknen der Farben überziehe ich meine Bumerangs dann mit Auto-Acryl-Klarlack, den ich - naß in naß - 4 mal pro Seite auftrage.
(Anschrift des Autors:
Glückstädter Str. 6
2357 Hitzhusen)

 
   
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