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ZUM FLUGVERHALTEN VON LANGFLUGBUMERANGS
- Wilhelm Bretfeld -
 
Heinrich Links Seifenblasen sind ein "genialer" praktischer Vortest für den Start zum Langflug. Der räumliche Bereich, der uns Langflieger besonders interessiert, soll hier kurz in der Fachsprache vorgestellt werden (die Herr Czeplak vom Meteorologischen Observatorium Hamburg des Deutschen Wetterdienstes mir freundlicherweise dargestellt und erläutert hat):
 
Demnach unterscheidet man die
Bodennahe Luftschicht : bis 300 m
von der
Atmosphärischen Grenzschicht: 500 - 1.000 m.
 
Der Reibungseinfluß der Erdoberfläche auf den Wind reicht bis in etwa 1.000 m Höhe. Darüber findet man den reibungsfreien (geotrophischen) Wind.
 
Die Vertikalbewegung ist schwächer als die Horizontalströmung. Man kann sie (als W-Komponente) als Mittelwert über einem Gebiet oder Punkt berechnen oder mit dem Ultraschall-Anemometer messen. Sie besteht aus Wärmeflüssen und Impulsflüssen. Die hier betrachteten Luftströmungen sind immer turbulent, kaum laminar. (Ausnahme in sehr großen Höhen: Klier-Turbulenz . Man unterscheidet dynamische Turbulenzen an Hindernissen und thermische Turbulenzen, wenn die Atmosphäre von unten aufgeheizt wird (=Konvektion). Besonders diese Vertikalbewegungen sind ungeordnet; sie entstehen durch "Blasen" und "Schläuche" in unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen Auftriebskräften, je nach Temperatur-Differenz. Darüberhinaus vermischen sich warme und kalte Luftmassen, und die vertikalen Luftbewegungen werden wegen des damit verbundenen Temperatur-Ausgleichs kleiner, die Auftriebskräfte entsprechend.
 
Wenn die Luft etwa 1 m über dem Boden labil geschichtet ist, wenn also die untere, durch vom Boden reflektierte Sonnenwärme aufgeheizte Luftschicht sich ausdehnt und leichter wird als die darüberliegende Luft, löst sie sich bei Störung ab und steigt als Blase/Schlauch nach oben.
 
Mir scheint, daß diese Ablöseprozesse unterschiedliche Intensität haben können. "Mikro-Ablösungen" (keine Fachsprache, Ausdruck von mir) - eben solche, die schon von den Linkschen Seifenblasen registriert werden, reichen für unsere Langflug-Vorhaben aus. "Makro-Ablösungen", die dann als Thermik-Schläuche Segelvögel oder Segelflugzeuge nach oben tragen, machen sich intensiver bemerkbar: starke Bodenböen, aufwehendes Papier und Gras zeigen deutlich den spiralig-drehenden Aufwind. Ein stabil schwebender Bumerang - da hinein geworfen - wird gewiß außer Sicht geraten. Vielleicht begegnet er in 1.500 m einem Segelflieger, der seine Kreise dreht. Ich habe in solchen Höhen - im Segelflugzeug kreisend - jedenfalls schon Grasbüschel, Blätter und Schmetterlinge angetroffen, die von der Thermik hochgeschleudert worden sind.
 
Also, Langflug-Freunde, bauen wir uns einen Vorrat Langflieger, kaufen uns einen kleinen Seifenblasen-Macher, suchen uns einen freien Platz mit kleinem Hügel, damit eine "Störung" die Luft zum Aufsteigen bringt, Stoppuhr bereit - und dann los. Weil wir ja auch fangen müssen, ist mir einer unserer Müllberge in Norderstedt ins Auge gefallen: Er hat nämlich eine Riesenrutsche. Wenn also mein MTA langsam ins Lee treibt, überhole ich das fliegende Gerät nach unten rutschend und erwarte es dann auf der Nachbarwiese zum Fang.
 
Anschließend könnte man dann schön darüber streiten, ob die Benutzung einer Rutsche die Anerkennung einer langen MTA-Zeit zuläßt oder ausschließt.
 

 
   
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