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Editorial
Wettkampf-B's II
Reine Formsache
Koehler Dreiflügler
Bertling Fast Catch
Lestungsabzeichen
Tuning
Bauplan: Wishbone
B's mit Rudern
 
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REINE FORMSACHE I
 
Seit geraumer Zeit geistern Fragen wie "Welche Formen sind im Wettkampf erlaubt?" oder "Was ist eigentlich ein Bumerang?" durch die internationale Szene.
Leider herrscht in diesen Punkten völlige Uneinigkeit.
Während z.B. John Koehler in den U.S.A. mit einem Dreiflügler zum Fast-Catch antritt, dürfen wir hier in Deutschland oder die Leute 'down-under' solche Geräte nicht benutzen.
So kann man dem COMPETITION RULE BOOK 1987 der BAA entnehmen, welche B's erlaubt sind;
 
111 Der Umriß soll 2 effektive Arme oder Flügel haben.
112 Der Umriß soll in jedem Fall von der BAA überprüft werden.

 
Das USBA RULE BOOK 1987 definiert dagegen den Bumerang ganz allgemein als (hier in Kurzfassung):
 
"Gegenstand, der mit Vorwärtsbewegung und Drehung so geworfen wird, daß die Kreisel-Präzession und der Auftrieb ihn auf einer kreisförmigen Bahn zum Werfer zurückbringen
 
Wurf-, Antriebs- oder Fanghilfen sind bei beiden Organisationen nicht erlaubt.
Beim DBC (und anderswo) wird viel Wind um die 'versteckten Dreiflügler' gemacht. Warum: Weil Dreiflügler verboten sind.
Warum sind Dreiflügler verboten?? Tja - warum eigentlich? Wer meint, daß damit bessere Ergebnisse zu erzielen sind, dem steht es doch frei, selbst einen zu benutzen!
 
Nimmt man nicht dem Bumerang-Sport eine seiner wichtigsten Seiten, die des Tüftelns und Entwickelns, wenn man versucht, die B'-Form zu standardisieren?
Ben Ruhe schreibt in seinem Buch 'BOOMERANG': "Frisbees und Bumerangs sind Anti-Sportarten. Sie verspotten die überorganisierte, überkommerzialisierte Welt der Profi-Sportler." Recht hat er.
 
Doch genug mit persönlichen Meinungsäußerungen. Hier noch ein paar internationale Meinungen:
 
Gordon Shuttleworth (BBS) meint : "All diese Spitzfindigkeiten über erlaubte Bumerangformen werden langsam lästig."
 
Jacques Thomas (BC de France) fordert: "mindestens lOOg Gewicht, mindestens 35cm Spannweite und mindestens 12cm Armabstand am Schwerpunkt."
 
Dagegen Ted Bailey (in Many Happy Returns, Summer 1987): "Wollen wir auf die Jagd gehen oder in den Krieq ziehen, oder wollen wir ungefährlichen Spaß haben? Haben wir weniger gesunden Menschenverstand als die Aborigines des alten Australien?" (Die haben nämlich leichte Rückkehrer und Cross-Sticks zum Spiel verwendet! Anm. gb)
Und zum Schluß nochmal Gordon Shuttleworth (in BBS Newsletter Oktober 1987) über John Jordan:
"John's Meinung ist, und ich stimme ihm aus vollem Herzen zu, daß jede Form im Wettbewerb erlaubt sein sollte!"
(gb)
 
 
REINE FORMSACHE II
 
Recht hast auch Du, Gerhard Bertling, mit dieser deutlichen Stellungsnahme. Ich möchte den Kurzbericht über eine Diskussion hinzufügen, die Buzz Woodruff in "The Leading Edge" Nr.43/B8 begonnen, auf die Chet Snouffer erwidert hat und an der ich mich selbst mit einem Brief an Buzz, der auch schon von ihm beantwortet worden ist, beteiligt habe .
Stellt doch Buzz fest, ein MTA sei gar kein Bumerang, vielmehr eine Art Sprint-Anlaß für Lauffreudige, weil er nicht zurückkehrt.
In seiner Stellungsnahme hält Chet fest:
 
1. Ein MTA ist ein legitimer Bumerang.
 
("Nimm aus einem MTA die V-Form heraus, und du hast
einen fast catch.")
 
2. Für Wettkämpfe jedoch ist der meilenweit im Lee landende MTA aus mehreren Gründen ungeeignet.
 
3. Ich plädiere für MTA - 100. (Abwurf aus dem 50m-Kreis, Fangen innerhalb des 100m-Kreises) Denn unter diesen Bedingungen muß der Werfer Geschick, Strategie, Kraft, Feinfühligkeit und Laufleistung vereinen, um eine gute Leistung zu erbringen.
 
Chets Kompromiß ist also die vernünftige Eingrenzung des Rückkehrfeldes. (reasonable accuracy). Dieses Konzept ist bereits in den Regelbüchern der U.S.A. und der Australier verankert.
 
Chet wirbt um weitere Stimmen. Ich habe ihm meine Zustimmung für mich mitgeteilt und werde den DBC bitten, ebenfalls dieses K-onzept ins Regelwerk aufzunehmen.
Buzz' Zustimmung liegt (in seinem Brief an mich) auch schon vor.
 
Ich fand diese Diskussion sinnvoll und angemessen: Der "Aufschrei" eines Betroffenen (und hervorragenden Werfers) - Das Aufgreifen des Problems durch andere, vor allem durch Chet, dessen Stellungnahme von breiter Erfahrung und durch Ted Baileys Votum gestützt war- Das Kommentieren einiger Interessierter - Schließlich eine Art
Einigung auf MTA - 100.
(wb)

 
   
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