Zum Titelbild
Editorial
Wettkampf-B's II
Reine Formsache
Koehler Dreiflügler
Bertling Fast Catch
Lestungsabzeichen
Tuning
Bauplan: Wishbone
B's mit Rudern
 
Zurueck   Back
TUNING: AUF BIEGEN UND (HOFFENTLICH NICHT) BRECHEN
 
Ohne (Ver-)Biegung geht's ja meistens nicht; gerade bei MTA'S. Das Verdrehen der Flügel - genannt Querbiegung, Drall, Anstellwinkel oder ‚washout' (wenn negativ) ist ja leicht überschaubar. Es verändert den Auftrieb, aber auch den Luftwiderstand des verdrehten Armes.
 
Das Verbiegen- genannt Längsbiegung, V-Form, dihedralt u.s.w. hat's dagegen schon mehr in sich. Man macht ja damit aus einem ebenen (2-dimensionalen) Körper einen 3-dimensionalen. Was passiert?
 
Legt man einen kräftig gebogenen Bumerang (z.B. MTA) auf den Tisch, so liegen die Armmitten auf; Ellenbogen und Flügelspitzen schweben in der Luft, Drückt man auf den Ellenbogen, so heben sich die Flügel und umgekehrt.
Welche Lage nimmt denn nun der Bumerang ein, bzw. um welche
Achse rotiert er?
Einfaches Beispiel:
Dreht sich dieser Körper (geknickter Stab) um die strichpunktierte Linie, dann richtet er sich auf bis beide Enden auf gleicher Höhe sind. In dieser Stellung hat der Körper sein größtes Trägheitsmoment; er dreht sich um eine 'Vorzugsachse'.
 
Der B. machts genauso. Er nimmt eine Lage ein, in der die Flügelenden und der Ellenbogen auf einer Höhe liegen.
Einfach gesagt: Dreht man den B. um (Unterseite nach oben, Oberseite auf den Tisch), so hat man etwa die Fluglage beim ‚hover'. Der Tisch stellt den Himmel dar; die Drehachse geht senkrecht durch den Tisch.
 
Auf den Bildern 1-3 ist die Fluglage für die drei möglichen Biegungen dargestellt (die Drehachse geht senkrecht durchs Papier).
 
Bildl: Dihedral an Arm 1 hat indirekt einen negativen Anstellwinkel an Arm 2 zur Folge.
Bild2: Dihedral an Arm 2 bewirkt dagegen einen positiven Anstellwinkel an Arm 1.
Bild3: Dihedral an beiden Armen hat beides zur Folge: Pos. Anstellw. an Arm 1 und negativen an Arm 2.
 
Bei allen drei Möglichkeiten wird also der Auftrieb von Arm 1 gegenüber Arm 2 vergrößert, d.h. es wird das Flachlegen begünstigt.
 
Dazu kommt ein weiterer Effekt: Liegt der gebogene Arm (z.B. Arm 1 in Bild4) vor dem Schwerpunkt, so zeigt die angehobene Flügelspitze in Flugrichtung. Die Luft bläst also mehr auf die Unterseite und erzeugt zusätzlichen Auftrieb.
Liegt dagegen der gebogene Arm hinter dem Schwerpunkt (Bild5), dann zeigt die angehobene Flügelspitze nach hinten. Die Luft trifft also mehr auf die Oberseite. Folge: Weniger Auftrieb oder sogar Abtrieb!

Bilder 1-5
Der gebogene Arm hat also sozusagen einen variablen Anstellwinkel, der vor dem Schwerpunkt positiv und hinter dem Schwerpunkt negativ ist.
 
Der Auftrieb wird also vor den Schwerpunkt verlagert, was ein noch früheres Flachlegen bewirkt.
In der letzten Flugphase (hover) sieht's dann wieder anders aus (Bild6).

Arm 2 durchschneidet die Luft fast mit der Spitze voran. Ähnlich wie bei einem Ski ist es günstig, diese Spitze nach oben zu biegen, damit sie nicht nach unten wegtaucht.
Sicher bekannt: Dihedral an Arm 2 verlängert den Schwebeflug.
 
Zum Schluß noch eine kleine Tabelle mit extra-Spalten fürs MTA-Tuning. Übrigens: Sollte doch mal ein Arm brechen, hilft 5min-Epoxy (z.B. UHU-Plus-sofortfest) am besten.
 
(gb)
 
BIEGUNG ARM (HAUPT-)WIRKUNG FEHLER BEI ZUVIEL... FEHLER BEI ZU WENIG...
(allgemein) (MTA) (allgemein) (MTA)
Positiv dihedral (nach oben) 1 Früheres Flachlegen
Höhere Flugbahn
Zu frühes Flachlegen, steiler Aufstieg (wie beim Sichelwurf) und Absturz B' legt sich kaum flach und stürzt auf halber Strecke ab. B' fliegt schnelle Kreise um den Werfer ohne zu steigen.
Positiv dihedral 2 Längerer hover
Schnelleres Flachlegen (am Ende des Fluges)
B' fliegt erst tief und steigt am Ende des Fluges stark an. B' steigt, hovert, kippt und stürzt senkrecht ab. Kein stabiler hover
Positiver Anstellwinkel 1 Kleinere Reichweite
Etwas früheres Flachlegen
B' dreht immer vor dem Werfer ein Kein stabiler hover Wie bei zuviel neg. Anstellwinkel
Positiver Anstellwinkel 2 Kleinere Reichweite
Niedrigere Drehzahl
Etwas späteres Flachlegen.
B' verliert zu schnell an Drehzahl
Negativer Anstellwinkel 1 Größere Reichweite
Etwas späteres Flachlegen
B' kommt nie ganz zurück B' fliegt geradeaus Wie bei zuviel positivem Anstellwinkel
Negativer Anstellwinkel 2 Höhere Drehzahl
Größere Reichweite
B' komt nie ganz zurück oder rotiert zu schnell B' legt sich flach und fliegt geradeaus

 
   
  Zurueck   Back