Editorial
Int. Teamcup 88
F.C. + Endurance
Tashunka Witko
Kannelierung
Laminate
Gepard-Vario 1
Burning Spear
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Bericht vom 2. Internationalen Bumerang-Team-Cup in Genf/Weinheim/Paris
 
Dreiundfünfzig Bumerangwerfer aus drei Erdteilen und fünf Ländern trafen sich in drei europäischen Städten zum sportlichen Wettkampf. Den Team-Cup-Tagen waren jeweils offene internationale Meisterschaften vorgeschaltet, so daß auch individuelle Leistungsvergleiche möglich wurden - das bedeutendste Bumerang-Ereignis dieses Jahres in Europa.
 
Überschattet wurden die Kämpfe in Genf durch Verletzungen, auch von Teilnehmern durch Teilnehmer. Peter Ruhf wurde am Auge getroffen und verletzt. Sofortige ärztliche Hilfe hat das Schlimmste verhindert, so daß Peter in Paris wieder werfen konnte. Rob Croll fiel nach einem Treffer an der Schläfe besinnungslos zu Boden und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Beat Aepli stürzte beim Hechten zum Fang und erlitt eine Schulterverletzung.
 
Die "Bumerang Welt" war in Weinheim (wb) und Paris (em) vertreten und versucht, einen kurzen Bericht zu geben, wohl wissend, daß es schwierig ist, das Ambiente solcher Veranstailtungen sprachlich wiederzugeben.
 
Michael Siems
<- Michael Siems
 
Weinheim, 23. August:
Dieser Tag war für den Einzelwettkämpfe vorgesehen: Die "Offene internationale Bumerangmeisterschaft Weinheim. Folgende Teildisziplinen wurden absolviert:
Consecutive Catch (6 Punkte erreichbar; es gibt je einen Punkt je clean catch beidhändig - dann mit einer Hand links - rechts hinter dem Rücken - zwischen den Beinen - mit den Füßen); Sieger: Chet Snouffer mit12 Punkten in 2 Runden, 2. Platz: Max Belvederi und Thomas Münch mit jeweils 11 Punkten.
 
Fast Catch: Sieger: John Flynn (20,77 sec), 2. Platz: Olivier Vouktchevitch (21,31 sec), 3. Platz: Michael Siems (22,77 sec).
 
Australische Runde (erreichbar 100 Punkte): Sieger: Chet Snouffer 980 P.), 2. Platz: Eric Darnell (77 P.).
 
Endurance (5 Minuten Dauerwerfen, Bedingungen wie Fast Catch): Sieger: Barnaby Ruhe mit 63 Fängen, 2. Platz: Chet Snouffer (61 Fänge). Das Endurance-Ergebnis wird (u.a.) innerhalb eines besonderen Beitrages in dieser Ausgabe von Uli Roos reflektiert und kommentiert.
 

<- Barnaby Ruhe 

Ich habe die wirklich dramatischen Augenblicke in deutlicher Erinnerung, als Uli nach 4 min und 50 Fängen (!) seinen Bumerang zerbrach.
 
Damit war die Aussicht, die europäische Bestleistung noch zu erreichen, dahin. Und Uli war nicht zu bewegen, mit einem zweiten Bumerang (den Uli Konzelmann ihm zuwarf) weiterzumachen. Im Augenblick gewiß konsequent: das Ziel Europa-Rekord war sowieso nicht mehr zu erreichen. Dennis Joyce führte seinen eigengeprägten Trick-Endurance vor. Akrobatische Fänge und Würfe begeisterten die Zuschauer, die immerhin noch 30 Fänge zählen konnten.
 
Als die eher friedlichen Abendstunden begannen - der Wind war fast eingeschlafen, ein Heißluftballon wurde gestartet, Dracheflieger landeten nach Windenstart neben unserem Platz - fand der MTA-Wettbewerb statt. Er wurde von Uli Konzelmann gewonnen (38,84 sec), 2. Platz: Thomas Hartmann (35,72 sec.
Ein Tag mit eindrucksvollen sportlichen Leistungen war zu Ende gegangen. Die Gesamtwertung der 53 Teilnehmer führten an: 1. Chet Snouffer, 2. John Flynn, 3. Barnaby Ruhe, 4. Gregg Snouffer, 5. Roland Schneider-Krug.
 

<- John Flynn

 
Weinheim, 24.August: Zweiter Durchgang des Internationalen Team Cups.
Leichter Wind erforderte hohes Geschick, teilweise verbunden mit deutlichen Laufleistungen. Die Mannschaften: 1., USA-Team "blue", 2. dto. "red", 3. Frog (Frankr.), 4. Australien, 5. "Cow-bell" (Schweiz), 6. DAS-Team (Bundesrepublik), 7. BRD-Nord, 8. BRD-Süd, 9. Kanga (gemischte Mannschaft) absolvierten in Mannschaftswertungen die Australische Runde, Fast Catch, Team Relay, Consecutive Catch und Supercatch (=ein Mannschaftsmitglied wirft einen MTA, die anderen beginnen gleichzeitig Fast Catch bis zu dessen Landung).
 
Großer Jubel bei dein Deutschen, als das DAS-Team als Tagessieger festgestellt worden war. Die weiteren Plätze: 2. USA blue, 3. Frog, 4. USA red, 5. Australien, 6. BRD-Nord, 7. BRD-Süd, 8. Cow bell, 9. Kampa.
 
Wir fragten nach Meinungen und Eindrücken Ben Ruhe: "Erfreulich, wie sich der Bumerangsport verbreitet; 9 Mannschaften aus drei Erdteilen! Zahlreiche hoch qualifizierte Werfer, erstaunlich gute Leistungen. Erkennbar, daß die Kids gefördert werden müssen, wie durch Ted Bailey in Ohio, durch die Gruppe "Gel" in San Francisico. Larry Ruhfs Sohn habe seinen Vater schon im Wettkampf geschlagen."
 
Chet Snouffer (der mit Frau Carmen und Bruder Gregg angereist war): "Der Wettkampf wird härter. Positiv auch, daß mehrere Mannschaften aus einem Land gegeneinander antreten. Wettbewerb lief "pretty well", und noch: Gruß an meine deutschen Leser von "Leading Edge".
 
Rob Croll (Australien): "Hoher Standard, viel Spaß, eindrucksvoll: die zahlreichen guten deutschen Werfer.Neun Stunden Wettkampf am Tag: "perhaps too long".
 

Links: Chet+Carmen Snouffer, Mike Forrester   Rechts: Ben Ruhe beim Interview
 
Peter Ruhf: "Great spirit durch die Konkurrenz der beiden USA-Teams. Man kämpft hart gegeneinander und fühlt sich dennoch eng verbunden. Ich hoffe, daß sich die mir wichtig erscheinenden Mannschaftswettbewerbe im Bumerangsport weiter ausbreiten werden. Guter Ablauf hier, vor allem in Hinblick auf Sicherheit." (Selbst die Trainingswürfe vor den eigentlichen Wettkämpfen waren nämlich in Konsequenz aus den bitteren Erfahrungen in Genf - nicht mehr nach dein Illusions-Motto 'es wird schon nichts passieren' eingerichtet. Vielmehr wurden kleine Gruppen unter einem jeweils Verantwortlichen gebildet, die sich über das weite Flugfeld verteilten, um andere Gruppen nicht zu gefährden, und aus denen nur einer zur Zeit werfen durfte.)
 

<- Eric Darnell
 
Nach einem Dank an die Weinheimer Organisatoren Micha, Gabi und Ulli entführten wir aus dem Barbecue die Frauen von Eric Darnell und Doug Dufresne in eine Weinstube, denn ein Damenprogramm gab es nicht, und zu gern wollten die beiden einmal etwas anderes sehen als Rasen und Bumerangs.
Da saßen wir gemütlich und in Freundschaft verbunden zusammen. Heimlich blickte ich gelegentlich auf die Uhr, denn um 23:30 Uhr sollte die Jugendherberge abgeschlossen werden, und ich wußte noch nicht eimal, wo in Weinheim sie zu finden war.
Aber es hat alles geklappt. Unsere Freunde fuhren am nächsten Tag mit ihrem Bus nach Paris. Der dritte Durchgang des Team Cups wollte durchgestanden sein.
(wb)
 
Paris (Evry), 26. August: Ruhetag!
 
Wir inspizieren das Hotel die Wettkampfstätte und das Einkaufszentrum. Ergebnis: Alles vom Feinsten! Die Organisatoren und Sponsoren haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Die deutschen Teilnehmer, die wir treffen, sind guter Dinge und voller Zuversicht auf gute Leistungen.
 
Samstag, 27. August: Einmarsch der Gladiatoren. Oliver hatte als rühriger und quirliger schon Stunden vorher letzte letzte Organisationsarbeit geleistet. Über das Mikrophon macht er in unnachahmlicher Weise Stimmung, und sorgt so für eine lockere Heiterkeit, die durch die strahlende Sonne noch vervollständigt wird.
So klagt auch kaum jemand über den Wind. Jeder holt die passende "Hardware" aus der Tasche.
 
Es finden sich stattliche Zuschauermengen ein. Über die Mega-Watt-Lautsprecheranlage kommentierte Olivier immer wieder auf Französisch und Englisch witzig, informativ und begeisternd. Für mich, der ich nur als Kampfrichter einspringe, ergibt sich reichlich Gelegenheit, mit den Teilnehmern aus Übersee zu fachsimpeln; kannte ich sie doch bisher nur aus Briefwechseln und gelegentlichen Telefonaten.
 
Im Wettkampfbereich hatte man sich auf die gleichen Disziplinen wie in Weinheim geeinigt. Nun haben alle mit dem Wind zu kämpfen.
 

<- Gabi Englert gratuliert Carsten Palfner
 
Eine kleine Sensation bahnt sich an: Carsten Palfner rettet nicht. nur die MTA-Ehre mit 33,41 sec und einem 1. Platz, sondern als Sieger der Gesamttageswertung küßt Uli Konzelmann am Abend den Pokal. Gratulation!
 
Unter den ersten zehn plazieren sich Horst Faika (4.), Michael Siems (5.) und Günther Veit (9).
 
Es geht zurück in das Hotel zum Essen und natürlich zum Fachsimpeln. Nach dem Essen bittet Olvier zu einer Stadtrundfahrt mit dem verheißungsvollen Titel: Paris bei Nacht. Ich habe noch nie in irgendein einer Stadt dieser Welt eine derartig amüsante Anti-Sightseeingtour erlebt, Günther Veit und ich haben uns vor Lachen gegenseitig auf die Schenkel gehauen, und wir mußten nach Luft schnappen. Olivier von dieser Stelle noch einmal vielen Dank für diese köstliche Zutat.
 
Sonntag, 28. August: Team Wettbewerb. Ich will nun nicht auf die einzelnen Ergebnisse eingehen. Die Ranglisten sind gewiß dem DBC-Info zu entnehmen. (Also ehrlich, Eckhard, das können wir unseren Lesern nicht antun! Die Ergebnisse folgen im Anschluß an diesen Artikel. -gb-) Erwähnenswert ist in jedem Fall das Erscheinen des Französischen Sportministers. Es unterstreicht die Wichtigkeit des Ereignisses und die Pfiffigkeit der Organisatoren.
 
Eine Beobachtung möchte ich auf jeden Fall noch herausstellen. Sie bezieht sich auf den bemerkenswerten Teamgeist der Amerikaner. Ich will damit nicht die Einsatzfreude anderer Mannschaften geringschätzen. Doch konnte ich häufig erleben, wie sich die sonst exzentrischen Einzelkämpfer der amerikanischen Mannschaften gegenseitig psychologisch so aufbauten, daß man nur davon lernen konnte.
 
Alles in allem ein großartiges Bumerang-Sportereignis. Ein prima Gefühl ist es, zu dieser internationalen Bumerang-Familie dazu zu gehören.
(em)
 

<- Olivier V. und der Sportminister
 
Und nun wie versprochen noch die Mannschaftsergebnisse:
Paris: 1. USA red, 2. DAS-Team und USA blue, 4. die gastgebenden Franzosen (Team Frog).
 
Gesamtergebnis:
1. Team Red (97 Punkte)
2. Team Blue (85 Punkte)
3. DAS Team ( 72 Punkte)
danach Frankreich, Australien, Schweiz und Kanga.

 

Uli Konzelmann

 
   
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