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Antwort zum Thema: Bumerang-Oberfläche
 
Als Verfasser des Artikels "Kannellierte Oberfläche beim Bumerang" (Bumerang Welt IV/88) freue ich mich über die Resonanz zu diesem Thema. Der Leserbrief von Martin Claußen (Bumerang Welt I/89) bietet viele zusätzliche Diskussions-Anregungen.
Zu einigen Punkten möchte ich Stellung nehmen.
1. Ich stimme voll zu, daß ich in meinem Artikel die Art des Strömungs-Abrisses komplett unterschlagen habe. Einerseits wollte ich dem Leser-Publikum ein einfach zu verstehendes "Kochrezept" bieten, andererseits habe ich wahrscheinlich die Bedeutung der Art des Strömungsabrisses nicht ganz erkannt.
 
2. Die von Martin Claußen geschilderte Abriß-Möglichkeit kann ich qualitativ nachvollziehen, quantitativ jedoch (noch) nicht. Das zitierte "Joukowski-Profil" erscheint mir als symmetrisches Profil kein gutes Beispiel zu sein. Ich würde lieber das "Clark YH"-Profil als Referenz wählen, weil es dem Bumerang-Profil sehr ähnlich ist.
3. Das Beispiel von Martin Claußen stammt aus dem Bereich des Schiffsbaus. Gut, die Reynoldszahl kann über die Viskosität medienunabhängig normiert werden, aber dennoch sollte man bei den Beispielen aus der Literatur den betrachteten Gegebenheiten so nahe wie möglich kommen. Deshalb möchte ich noch einmal auf das Buch "technische Strömungslehre, Band 1: Grundlagen" von Bruno Eck, erschienen im Springer-Verlag, hinweisen. Mir liegt die achte, neubearbeitete Auflage von 1978 vor. Speziell im Kapitel 4.11 befaßt sich der Autor mit der Strömungs-Ablösung und in Kapitel 6 beschäftigt er sich mit den Strömungs-Verhältnissen an Tragflächen schlechthin. "Meine" Interpretation der Re-Zahl stammt aus Kapitel 6.1 1.
4. Abschließend möchte ich noch eine praktische Erfahrung in die Diskussion einbringen. Einige meiner Bumerangs, die eindeutig im Re-Zahl-Bereich unter 50000 liegen, fliegen nicht geräuschlos, sondern pfeifen ganz ordentlich. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, daß die Strömungs-Verhältnisse bei diesen Bumerangs alles andere als ideal sind. Von daher ist es bestimmt sinnvoll, die Theorie weiterzuverfolgen.
 
Uwe Hartfiel