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Die Baumappe
 
Winfried Gorny, Jörg Schlegel: "Die Baumappe", DM 20.-, einschl. Bumerang und Versandkosten. Zu beziehen über Wilhelm Bretfeld, Postfach 3230, 2000 Norderstedt
Ein Merkmal des Bumerangsports ist die Möglichkeit seiner individuellen Ausprägung. Die als Eigenkonstruktion entwickelten Geräte sind der eine Faktor; aus ihm ergibt sich der zweite: der individuelle Wurfstil. Gerät und Wurfstil bedingen einander, und nach einer Zeit kreativen Gestaltens und persönlichen Umgehens, also im Wechselspiel zwischen Werkstatt und Wiese entwickelt sich häufig ein gediegener, personenbezogener Bumerang-"Kosmos".
Das konnte ich bei meinen Freunden von der "Hamburger Stadtpark Gang" eindrucksvoll beobachten: Zunächst zurückgezogen bauend und werfend - es war gar nicht so einfach, mit Jörg Schlegel ins Gespräch zu kommen, wenn er, um Sylvester herum, seine Sternbumerangs mit aufmontierten Knallkörpern warf. Aber bald gab es Kontakte, in deren Verlauf die "Drei vom Stadtpark" (Winfried Gorny und Gerhard Sattler waren inzwischen dazugekommen) den modernen (und reglementierten) Wettkampfsport zur Kenntnis nahmen und ihn mit originellen und leistungsfähigen Geräten bereicherten.
Eine Auswahl ihrer besten Stücke ist nun in ihrer "Baumappe" zusammengefaßt und veröffentlicht worden. (Die Bumerang Welt" hatte einige Pläne vor-abgedruckt).
Die "Baumappe" enthält neben einer Wurfanleitung, einer Zusammenstellung von Bumerang-Vokabeln sowie Sicherheitsregeln 25 Baupläne. 12 von ihnen sind als 4mm-Geräte konzipiert, 6 als 3mm-Stücke. Leichte Geräte also bestimmen das Programm. Die sind zwar deshalb teilweise für Kinder hervorragend geeignet, haben aber gleichzeitig hervorragende Eigenschaften für den sportlichen Wettkampf. Man erkennt die Stücke im Flug häufig daran, da sie - mit voller Wurfkraft geworfen - zwei Kreise drehen, in niedriger Höhe versteht sich, ehe sie gefangen werden. Mich beeindrucken an der "Baumappe" vor allem 4 Dinge:
1. Die sachbezogene Verspieltheit und Eigenwilligkeit vieler vorgestellter Formen.
2. Die achtunggebietende Professionalität der Darstellung. Hier werden Mastäbe für alle zukünftigen Arbeiten ähnlicher Art gesetzt.
3. Die liebenswerte Ausführlichkeit, mit der jedes einzelne Stück "vorgestellt" wird, insbesondere die wichtigen Tuning-Hinweise. (Wie wichtig die sind, konnte ich vor einigen Tagen erleben, als mir einer der Autoren seinen "Half-cross" vorstellte: jagte er zuerst als Fast-catch seine 3-Sek-Kreise, flog er nach einigem Tuning als MTA immerhin 16 Sek.)
4. Die in allen Vorschlägen implizit enthaltene Ermutigung, die vorgestellten Formen weiterzuentwickeln bzw. sie in Übertragung auf eigene Geräte selbst zu verwenden.
Die Vorstellung und Verwendung der Fachbegriffe hat mir weniger gefallen. Wir sind aber wegen einer Überarbeitung im Gespräch.
Es wird sich gewiß lohnen, die vorgestellte Konzeption kennenzulernen, sie in Beispielen auszuprobieren, um zu prüfen, wie weit sie auf andere Werfer übertragbar ist, und welche Erfolge der Erwerber mit den Geräten erzielen kann. Den Autoren wünsche ich, da sie zahlreiche Rückmeldungen empfangen; denn eine zweite Mappe ist - wie ich unter dem Probe-Lärm der Pink Floyd Super-Anlage heraushörte - in Vorbereitung. Eines der in ihr vorgestellten Geräte wird ein Kleiderbügel sein mit dem Copyright-Namensschutz "C.u.A.".
-wb-

 
   
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