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Stellungnahme zur Verwendung von tropischen Hölzern
 
Nachdem ich nun schon mehrfach bei verschiedenen Veranstaltungen wegen der Verwendung von Exoten-Hölzern für meine laminierten Bumerangs "angemacht" wurde drängt mich nun der Seitenhieb von Uli zu einer Stellungnahme.
Ich habe bisher geglaubt, ein umweltbewußter Typ zu sein (fahre mit der S-Bahn zur Arbeit, kaufe nur Pfandflaschen, Dosen ohne FCKW etc.). Und nun wirft mir jemand vor, da ich durch meine Bumerang-Produktion die tropischen Regenwälder gefährde. Nach längerem Grübeln muß ich zugeben: Absolut gesehen habt Ihr natürlich recht! Ihr hättet genauso recht wenn Ihr sagen würdet, daß ein Baby, welches in die Ostsee pinkelt mit zur Umweltverschmutzung beiträgt.
Ich will hier keinesfalls die Bedrohung der Regenwälder verharmlosen. Ich will auch nicht den Standpunkt der Autofahrer beziehen die sagen: "Soll doch erst mal die Industrie...".Aber man muß doch die Größenordnungen im Auge behalten.
Seit Jahrhunderten werden edle Hölzer für die Herstellung von kunstgewerblichen Gegenständen verwendet. Doch zu keiner Zeit dürfte dies eine Gefahr für die Regenwälder dargestellt haben! Diese Gefahr stammt aus neuerer Zeit. Wer also hier "den ersten Stein wirft" sollte erst mal sein eigenes Konsumverhalten überprüfen. Denn die Zerstörung der Regenwälder hat andere Hauptursachen als die Welt-Bumerangproduktion! Da werden große Flächen einfach abgebrannt, um Platz für die Rinderzucht zu schaffen (also keine Hamburger mehr!!).
Auf weiteren Flächen wird Futter für unsere Schweine und Rinder angebaut (also viel weniger Fleisch essen, Leute!!).
Sicher werden nach wie vor mehrere hundert Jahre alte Urwaldriesen abgeholzt, um unsere Ansprüche zu befriedigen und an deren Stelle schnellwüchsige Akazien gepflanzt, die dann den Rohstoff für unser Toilettenpapier oder etwa Kaffee-Filtertüten liefern. Doch daran wird sich nichts ändern wenn ich beschließe, meine Bumerangs nur noch aus deutschen Hölzern herzustellen. (Übrigens verwende ich für meine Laminate fast ausschließlich Reststreifen, die bei meinem Furnierhändler im Keller schmoren, bis sich irgendein Bastler ihrer erbarmt.)
Wer also etwas für die Erhaltung der Regenwälder tun will, der sollt außer den oben genannten Beispielen erst mal an die
  • Treppen, Türen und Fensterrahmen aus Meranti,
  • Klodeckel aus Mahagoni,
  • Chefetageneinrichtungen aus Palisander
  • und nicht zuletzt die Grillkohle aus Eukalyptus denken.
(gb)