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Anstellwinkel-Meßgerät
 
Bestimmt ist es den meisten Lesern schon ebenso ergangen wie mir: Zwei "gleiche" Bumerangs (besonders MTA´s) fliegen völlig unterschiedlich. Das Profil ist natürlich 100%-ig nachgebildet, aber trotzdem...
 
Schuld daran ist in den allermeisten Fällen irgendeine Art von Verbiegung. Diese jedoch zu messen ist mit keinem mir bekannten Meßgerät möglich. So kam ich auf die Idee, mir das im folgenden beschriebene Gerät zu bauen. Ich finde es sehr nützlich, und Ted Bailey, dem ich ein Exemplar geschickt hatte, fand es offenbar auch ganz brauchbar. Immerhin hat er es in der Sommerausgabe der Zeitschrift Many Happy Returns veröffentlicht. Ich will es also den Lesern der Bumerang Welt nicht vorenthalten.
 
Erst mal etwas Theorie: Man stelle sich einen Bumerang vor, dessen Ellenbogen-Bereich völlig plan ist und dessen Arme zum Ende hin stark nach oben gebogen sind. Solch ein Bumerang rotiert nun im Schwebeflug nicht um eine Achse, die senkrecht zum planen Ellenbogen-Bereich ausgerichtet ist sondern so, daß Ellenbogen und Flügelspitzen auf gleicher Höhe liegen. Legen wir also den Bumerang umgekehrt (mit der Oberseite nach unten) auf eine ebene Fläche (Tisch), so kann man den wirksamen Anstellwinkel zwischen Profil-Unterseite und Tischfläche messen. Die genauen Zusammenhänge habe ich bereits in Bumerang Welt II/88 (ab Seite 15) ausführlich beschrieben.
 
Herstellung: Ich habe das Gerät aus Resten von 3 mm-Sperrholz hergestellt. Die Grundplatte hat eine Kantenlänge von 10 cm. Der drehbare Meßarm wird mit einer kleinen Metallschraube + Kontermutter + Unterlegscheibe mit der Grundplatte verbunden. In der Grundstellung müssen die Unterkanten von Grundplatte und Meßarm genau eine Linie bilden, außerdem darf der "Ellenbogen" des Meßarmes in keiner Stellung über die Unterkante der Grundplatte hinausragen (abrunden)! Auf der Rückseite werden noch 4 kleine Streifen als Führung für eine verschiebbare Platte (etwa 6x6 cm) aufgeleimt (siehe Abb.). Beim Anbringen der Skala ist sorgfältiges Arbeiten nötig. Die 0°-Stellung wird markiert, wenn Grundplatte und Unterseite des Meßarmes bündig auf der Tischplatte aufliegen. Nun nimmt man den Meßarm wieder ab, und markiert mit einem Winkelmesser Linien vom Bohrloch der Schraube ausgehend in 2°-Schritten. Zusätzlich kann eine Millimeter-Skala zur Dihedral-Messung angebracht werden.
 
Nun zur Praxis:
 
Bumerang mit der Profiloberseite auf den Tisch legen (Flügelspitzen zeigen zum Körper).
Meßgerät von links neben einen Arm setzen.
Nun durch Verdrehen des Meßarmes (Winkelanpassung) und Verschieben der Platte auf der Rückseite (Höhenanpassung) die Unterseite des Meßarmes genau parallel zur Profilunterseite des Bumerangs ausrichten.
Der Anstellwinkel kann nun abgelesen werden.
Die Messung mindestens an zwei Punkten jedes Armes (Armmitte und -ende) durchführen.
Anmerkung: Das Meßgerät funktioniert nicht bei Bumerangs mit nach unten gebogenen Flügeln (negativ dihedral)!
Tip: Bei MTA´s ist es sehr günstig, die Flügelenden so zu verdrehen, daß der Anstellwinkel am Flügel-ende 0° ist.
 
(gb)



 
   
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