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Ellbogen und kein(e) Ende(n)
 
Nun hat es auch Gregg Snouffer erwischt: Vier Wochen mit Fridolin Frost haben genügt, ihn mit der Krankheit des Krümmerblicks zu infizieren, des Blicks in die Baumkronen also, um in gekrümmter Form gewachsene Äste, die zum Bumerangbau geeignet sind, zu suchen und, wenn sie gefunden sind, in heillose Unruhe zu verfallen, bis sie so oder so geborgen worden sind. Hören wir ihn selbst (m. frdl. Gen. aus 'The Leading Edge', Febr. 1990):
 
... “Ihr könnt euch denken wie es ist, als meine über 100 Meter hohe Lieblingseiche von einem Tornado gefällt worden war. Ich konnte mein Glück nicht fassen. Ein Dutzend herrliche, natürliche Ellbogen warteten geradezu darauf, herausgeschnitten zu werden.' ... 'Wir (mit Fridolin Frost und Matthew Weber) verbrachten eine Menge Zeit, um in Wäldern nach natürlichen Ellbogen Ausschau zu halten. Aus solchen Formen wurden auch die frühgeschichtlichen Originalbumerangs hergestellt.” ...
 
...“Für mich stellt ein natürlicher Ellbogen so etwas wie ein begreifbares, wechselseitiges Austauschen zwischen Gott und dem Menschen dar. Er enthält eine Anzahl von Flügeln in noch unerwecktem Zustand, im Wartestand gewissermaßen. Man könte sagen: Gewiß hat Gott den Menschen zum Fliegen bestimmt. Blick doch auf die vielen Ellbogen, die er uns anvertraut hat. (Wenn Gott uns nur natürliche Bandsägen gegeben hätte!)
 
In Colorado sprach ich dieses Jahr mit Robert Sweeten, jemand, der wirklich über natürliche Ellbogen Bescheid weiß. Er erzählte mir, er hätte einst begonnen, einen Ellbogen von Hand aus dem Baum herauszuschneiden, etwa so, wie es die Aborigines gehandhabt haben könnten, ohne Elektrowerkzeuge. Er hat die Arbeit aber nicht vollendet.
 
Eric Darnell betrachtet seinen Ellbogen über mehrere Jahre hinweg, bevor sich seine Vorstellung von dem Bumerang abklärt, der darin auf sein 'Befreiung' wartet. (Siehe Hanns Peter 'schlafender Bumerang' w.b.)
 
Meine Lieblingsform eines Bumerangs aus einem natürlichen Ellbogen ist der Nichtrückkehrer. Stunden um Stunden habe ich auf meinem Wurfplatz damit verbracht, mit hunting sticks auf Kartons zu werfen. Einmal brachte mein Bruder (Chet) einen echten Rohling aus Australien mit - er sagte, er hätte ihn Hunderte gekostet, wäre er nicht dem Hersteller bekannt gewesen.” ...
 
... “Einige Leute meinen ja, das Prinzip des Flügelprofils sei zufällig entdeckt worden. Jene Aborigines müssen bei ihren Versuchen, den Flug ihrer Wurfkeulen niedrig zu halten, ein Wurfholz gefunden haben, das wirklich flog; dann versuchten sie, dieses Gerät nachzubauen und entdeckten so das Flügelprofil. Andere werden sagen, das Prinzip sei unseren Vorfahren von jenen stonehenge-außerirdisch-intelligenten Wesen (vielleicht von Gott) überliefert worden. Was/wer immer es auch gewesen sein mag: Er verstand etwas von Aerodynamik und liebte es, Wesen auf der Erde zu beobachten, welche die Aerodynamik anwandten, um Wesen um sich herum zu erlegen. Wie auch immer die Erklärung lautet, die Technologie ist so alt wie die von Pfeil und Bogen. Dennoch hat der moderne Mensch das Tragflügel-Prinzip sehr interessant weiterentwickelt.
 
Trotz der generellen Wirkungslosigkeit unseres Sportes, etwas Geheimnisvolles bleibt bestehen um den Bumerang, vor allem in einem gewachsenen Ellbogen. Und wenn deine Garage mit ihnen angefüllt ist, wird dir einiges deutlich, auch wenn deine Empfindungen für Magisches nur schwach entwickelt sind.
 
Was mir wichtig ist: Wenn du irgendwelche Tips für mich hast, wie ich sie aufbewahren und bearbeiten kann: Bitte laß es mich wissen. Denn seit dem Sturm ist meine Garage angefüllt mit Ellbogen, die ich verarbeiten muß. Du merkst, ich will meinen Bezug zum Göttlichen ausgestalten, und ich meine, hier liegt ein Weg: Jeden Sonntagmorgen halte ich meinen eigenen Gottesdienst, in meiner Garage, eine Staubmaske tragend, während meine Bandsäge läuft und ich einen Ellbogen freilege, auf daß aus ihm ein Flügelpaar werde.”
 
Übers.: wb

 
   
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