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Jürgen Rode
 
Vor dem Wettkampf

 
Wer kennt es nicht, das Kribbeln im Bauch, die weichen Knie, der Kopf ist leer, der Bumerang wiegt schwer in der Hand . Wie war das noch - alles nur Hobby nur kein Leistungssport. Nun stehst du in der Mitte - 100 oder sogar tausend Zuschauer sehen dir zu - Aber die sind eigentlich egal. Der Grund, daß du weiche Knie hast ist eigentlich der, daß 10 oder 20 Bumerang-Cracks dir zuschauen. Zu Hause hast du tagelang geübt für diese Deutsche-, Hessen-, Stadt-, Land-, Fluß-Meisterschaften. Alles hat super geklappt!
 
Aber hier? Jeder vor dir hatte excellente Bedingungen, jetzt aber scheint es dir viel böiger zu sein. Der Wind muß ganz deutlich stärker geworden sein.
 
Überhaupt: Ist die 20 Meter-Marke nicht viel weiter weg als daheim? Der Hauptschiedsrichter gibt dir merkwürdige Zeichen. Was will der bloß? Ach, anfangen sollst du. Hast du den Ersatzbumerang dabei. Vielleicht doch den anderen mit den Löchern oder Gewichten nehmen? Was sagen die anderen, wenn alle deine Würfe danebengehen? Oder die Würfe sind alle zu kurz, oder zu lang, oder . . . Und vorher hast du noch von deinem Super-Trainingswurf geschwärmt. Das glaubt dir nachher niemand mehr.
 
Na , dann los. . .
 
Wer bis hierher gelesen hat und die oben beschriebenen Emotionen noch nie gefühlt oder erlebt hat, der braucht garnicht weiterzulesen.
 
Herzlichen Glückwunsch! Du bist der Mann ( Frau ) mit den eisernen Nerven. Allen anderen möchte ich an dieser Stelle ein paar Wettkampftips geben:
 
Vorbereitung
 
Hat man sich entschieden, eine Meisterschaft zu besuchen, sollte man rechtzeitig mit dem Training beginnen. Training heißt nicht nur auf der Wiese stehen und Bumerangs werfen, sondern sich intensiv vorbereiten.
 
( siehe z.B. Bumerang Welt I, 90 , Red.)
 
Als erstes muß man wissen, welche Disziplinen anstehen und wie diese Diziplinen ge- u. bewertet werden.
 
Also, entweder vom Veranstalter neben der Wegbeschreibung auch eine Beschreibung der Disziplinen besorgen oder das Regelwerk des DBC anforden. Sonderdisziplinen sollen eh vor dem Wettkampf allen Teilnehmern rechtzeitig mitgeteilt werden. Das eigentliche Training sollte etwa so aussehen:
  • Regelmäßig joggen.
  • Bei jedem Wurftraining eine Diziplin wettkampfmäßig üben. Das heißt: mit Zeitnehmer und Maßband! Was nutzen 19 sek. im Fast-Catch, wenn der Rang nur 18 Meter fliegt !
  • Sorgfältig warm machen! Zuerst Bumerangs ohne viel Kraft werfen; dafür mehr Rotation. Dann langsam, aber stetig , bis alle Muskeln warm sind. Bumerang ist Sport. Wer nicht schwitzt macht irgend etwas falsch.
  • Zwei Wochen vor dem Wettkampf mit dem Training beginnen, eine Woche vorher die Bumerangs, die beim Wettkampf benutzt werden sollen, auswählen und ab diesem Zeitpunkt nur noch mit diesen Bumerangs werfen. Am Tag vor dem Wettkampf nicht trainieren.
  • Läuft es auf der Wiese beim Werfen schlecht, Pause machen. Tief durchatmen, den Wurf im Kopf noch mal durchgegen, versuchen völlig abzuschalten, mögliche Zuschauer ignorieren. Dann erst weitermachen.

Beim Training auf der eigenen Wiese herrschen ideale Bedingungen. Man kennt den Platz, die Hauptwindrichtung und sämtliche Verwirbelungen und Schwierigkeiten. Evtl. ist sogar tagelang vor dem Tag X nur leichter Wind. Mit jedem Wetter rechnen! Wer nach Lübeck zum Werfen fährt rechnet mit viel Wind. Wer in Lübeck nach einer Bohrmaschine schrie um ´´Windlöcher´´ zu bohren hat sich falsch vorbereitet. Wer in Lübeck dann zwei Tage Windstille hat und nur Windfresser dabei, der ist selber schuld.
 
Deshalb ruhig auch mal im strömenden Regen werfen, oder im Herbst, wenn alle anderen Drachen steigen lassen. Oder im Winter im Schnee in Reutlingen. (Man macht so seine Erfahrungen: So helfen Rillen am Wurfarm bei nassem Wetter mehr als ein Handtuch). Wichtig auch, sich nicht vom Trubel vor dem Wettkampf beeinflussen zu lassen. Am besten morgens ein wenig früher kommen und sich wie an einem Trainingstag einwerfen. Für jede Disziplin ein paar Probewürfe (natürlich nicht auf der Wurfwiese, sonst gibt es Ärger mit dem Organisator). Vor jeder Disziplin das ganze nochmal. Wer autogenes Training beherrscht, weiß, daß gegen Aufregung und Lampenfieber Atemübungen helfen. Langsam tief durch die Nase einatmen, durch den Mund ausatmen und sich nur auf das Atmen selbst konzentrieren. Das Ganze bis man sich wieder unter Kontrolle hat. So. jetzt viel Spaß beim Wettkampf und nehmt die Sache nicht so tierisch Ernst. Bumerangwerfen ist die schönste Ablenkung der Welt.
 
Jürgen Rode
Bahnstr. 43
6073 Egelsbach

 
   
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