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Unfälle
 
In der Zeitschrift "Der Drachenflieger" gibt es die Spalte "Das soll nicht wieder geschehen", in der die unglaublichen Unfälle dokumentiert werden - zur Abschreckung und Warnung natürlich. Beispiele: "Wie ich in einer 15 000-Volt-Leitung landete" - mit Farbaufnahmen, "Wie ich vergaß, den Sitzkarabiner am Holz einzuklinken."
 
Es scheint mir nützlich, wenn auch wir - in Sorge um das, was geschehen kann - von (Beinahe)-Unfällen mit dem Bumerang berichten, wenngleich ich hoffe daß es einer regelmäßig wiederkehrenden Spalte nicht bedarf. Bei uns läuft so etwas ja äußerlich wenig spektakulär ab, ist jedoch nicht mit geringeren Gefahren und mit verheerenden Folgen für das Ansehen unseres Sports verbunden.
 
Die Absicht ist auch, unsere Leser zu veranlassen, ihren eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen und die Folgen von Unfällen zu bedenken (versicherungsseitig, zivil- und strafrechtlich), besonders, wenn sie als Veranstalter von Workshops, Seminaren, Wettkämpfen aktiv werden.
 
Ich fasse einmal zusammen, was ich an Bumerang-Unfällen erinnere:
 
Aus den frühen achtziger Jahren: In einer australischen Bumerang-Schule wurde einem Kameramann zuerst seine teure Kamera zerstört, dann wurde er am Kopf getroffen und verließ blutüberströmt das Gelände. Auch nur ungenau bleibt die Erinnerung an den Bericht über einen schweren Unfall in den USA. Ich glaube, er war der Anlaß dafür, daß dort keine Weitwurfwettkämpfe mehr verantstaltet wurden. (Wer weiß mehr?):
 
Ein zurückkehrender Weitflugbumerang traf einen in einer Expertenrunde plaudernden Teilnehmer quer durch den Mund. Ich weiß noch, daß der Berichterstatter erleichtert festgestellt hat, ein Dentist habe sich unter den Teilnehmern befunden, so daß Schlimmeres verhindert werden konnte.
 
Dann erinnere ich einen Brusttreffer, den ein junges Mädchen in Amstelven von einen Bumerang abbekam, der gerade abgeworfen worden war und sie mit großer Wucht traf. Ich habe damals gedacht: Und wenn der Kehlkopf getroffen worden wäre? Bei den Meisterschaften in Hamburg wurde eine junge Mutter von einem Bumerang an die Stirn getroffen (Platzwunde, genäht im Krankenhaus) nachdem sie gerade einen Schritt auf den Wettkampfplatz gemacht hatte. Auf dem Gänsemarkt, einem der beliebtesten Plätze in der Hamburger Innenstadt, wurde eine Fußgängerin getroffen. Das Presse-Echo war schlimm. Die Polizei wußte jedoch (noch) nicht, wie die Anzeige eingeordnet werden mußte, weil Bumerangs in den Verordnungstexten nicht vorkommen.
 
Während des World-Cup 1989 brach sich Beat Aepli das Schultergelenk bei dem Versuch, einen entfernten Bumerang noch zu fangen (Sturz). Einer der Ruhf-Zwillinge wurde an der Glas-Brille getroffen. Er hatte Glück. Glassplitter waren nicht in sein Auge eingedrungen. Rob Croll (?) fiel nach einem Treffer an der Schläfe besinnungslos zu Boden und wurde in ein Genfer Spital eingeliefert. (Aus dem er nach einigen Stunden buchstäblich entfloh).
 
Im DBC- Info Nr.30 berichtet Gert Heinrich, Fellbach, von einem Eigentreffer beim Fast-Catch mit zersplittertem Brillenglas: Blutungen im Augapfel. Folge: 10 Tage Krankenhaus mit verbundenen Augen, weitere 3 Wochen krank geschrieben. Sein Rat: Kunststoffgläser oder besser, Schutzbrille. (Sammelbestellungen f.d. 40-Mark Gerät: Gert Heinrich, Im Hetzen 7, 7012 Fellbach).
 
Wie gefährlich Augentreffer sind mußten wir leider in diesem Jahr in Travemünde erfahren. Ein Linienrichter wurde am 20 m - Kreis am Auge getroffen und marschierte, weil erste Hilfe nicht zur Verfügung stand, allein ins Krankenhaus auf dem Priwall, wurde behandelt und kehrte mit der ärztlichen Erlaubnis, weiterzuwerfen, zum Wettkampfplatz zurück. Eine Untersuchung durch einen Spezialisten am folgenden Tag ergab, daß die beiden sehr zarten Muskeln, welche die Pupillengröße bestimmen (Sehlochschließer und Sehlocherweiterer) in Mitleidenschaft gezogen waren. Der Patient liegt seitdem im abgedunkelten Zimmer und darf weder lesen noch fernsehen (für 6 Wochen!). Von einer Klage wegen unterlassener Hilfeleistung war die Rede, was die Verantwortung Beteiligter verdeutlicht. Dagegen schien ein Kopftreffer neben dem Ohr nur geringe Bedeutung zu haben, obgleich die erste Nachricht lautete: Dem steckt senkrecht ein Bumerang im Ohr! Nun, weil der Getroffene mein Strandkorbnachbar war, konnte ich mit Erleichterung feststellen, daß in seinem Ohr nichts steckte. Wohl aber klebte ein kleines Pflaster neben dem Ohr.
 
Ich hoffe sehr, daß dieser Sammelbericht für lange Zeit der letzte ist und daß die Spalte "Das soll nie wieder passieren" nicht etwa regelmäßig eingerichtet werden muß. Wir jedenfalls wünschen den jüngsten "Opfern" baldige Genesung und den Beteiligten harmonischen Ausgleich der auftretenen Meinungsverschiedenheiten.
 
wb

 
   
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