Editorial
Triton
Windbumerangs
Fangtechnik
Weitwurftechnik
Shuttleworth LD
Post aus Australien
Dietrich Evers
Ikarus
Buch: Boomerang
Presseschau
Ergebnisse 1990
Am Rande des Feldes
Werkstatt-Tip
 
Zurueck   Back
Am Rande des Feldes
 
Weil ich am sportlichen Wettkampf (leider) nicht mehr teilnehme, versuche ich mich auf andere Weise nützlich zu machen: Durch Unterweisung der Erstwerfer aus dem Kreis der Zuschauer oder durch Kontaktaufnahme mit häufig eher im gesetzteren Alter befindlichen Zuschauern, denen ich anzusehen glaube, daß sie Bumerangwerfer sind oder waren aber auf einen Anstoß zu warten scheinen, das auch zu zeigen. Ich möchte davon berichten, weil ich in Basel wahre Bumerang-Schätze aus dem Rucksack hervorzaubern durfte aber auch lernen mußte, was passiert, wenn man vom Gefühl getäuscht wird.
 
Der erste Ansprechpartner war ein Treffer: Jawohl, er habe vor 20 Jahren in Südafrika geworfen, die Geräte habe er noch zu Hause usw. Er holte sie aus der nahegelegenen Wohnung. Drei gleiche Sportbumerangs aus älterer Zeit, ich vermute von Lauprecht. Wir haben sie durchprobiert, ein Exemplar war so zerzaust, daß wir es ausscheiden mußten. Nach kuzem gemeinsamem Werfen konnte ich dann ‘‘meinen´´ Besucher lange Zeit auf einer freigegebenen Rasenfläche mit anderen werfen sehen.
 
Auch beim zweiten wurde ich fündig: Mittelalter, stämmig, Gebirglerhut: Ja, er baue Bumerangs, habe aber niemanden, dem er es zeigen, geschweige denn, mit dem er werfen könne. Als er dann, es war Charles Lagnaz aus Pratteln, seinen Rucksack vor mir absetzte und öffnete, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus: er legte einen laminierten Hook nach dem anderen auf den Rasen, und einer war schöner als der andere. Meisterstücke. Los, auf die Wiese: Einfliegen. Aber da war nichts einzufliegen. Die Geräte flogen ihren Kreis und konnten gefangen werden. Der Flugradius war allerdings ein wenig klein (etwa 25 m), und wir unterhielten uns darüber, wie man ihn vergrößern könnte. (Ich habe ein Geschenkstück zu Hause mit Gewichten und Hinterkanten-Undercut versehen - ein Stück Erinnerung an diese eindrucksvolle Begegnung). Charles hat mittlerweile Bumerang-Freunde in Basel gefunden und ist auch Leser der Bumerang Welt geworden, für deren heutige Ausgabe er zwei Werkstatt-Tips beigetragen hat.
 
Aller guten Dinge sind eben nicht Drei: Mein dritter und letzter Ansprechpartner sagte nämlich: ‘‘Bitte, wenn sie meine Tasche kontrollieren wollen - sind keine Bumerangs drin, nur mein Pullover´´, und er hielt mir tatsächlich eine geöffnete Aktentasche unter die Nase. Wenn da meine Begegnung mit dem begeisterten Charles Lagnaz nicht vorangegangen wäre...
 
wb