Editorial
Computer-Simulationen
Schleifstaub
Schülerarbeit
H.Smith: 3 Baupläne
Ad Infinitum
Schaubild
Flötende Bumerangs
H.Smith: The Gem
Amberang
Neues U.S.-Patent
Schlegel-Wurfring
New Frontiers
Kurzmeldungen
 
Zurueck   Back
Dein Hobby soll dich nicht umbringen!
 
Sicherheit vor Schleifstaub und Phenyl-Harzen

 
Dr. Fred Malmberg beschreibt im amerikanischen Newsletter 'The Leading Edge' (Herausgeber Chet Snouffer) anschaulich und warnend die gesundheitlichen Gefahren bei der Herstellung von Bumerangs. Er gibt zu bedenken, daß die US Berufsgenossenschaft für Sicherheit am Arbeitsplatz (OSHA) Grenzwerte für Staub in holzverarbeitenden Betrieben festgesetzt hat. Dieser beträgt demnach 5mg pro m3 bei Laub- und Nadelhölzern allgemein und 2,5mg/m3 z.B. bei Rot-Zeder. Diese strengen Werte sind eigentlich kaum ohne teure Meßgerätschaften in der Werkstatt genau nachzuweisen. Die Berufsgenossenschaft denkt sich solche Werte nicht aus lauter Übermut aus, sondern läßt sich von der simplen Tatsache leiten, daß Schleifstaub töten kann - zwar langsam, aber totsicher.
 
Dann beschreibt Malmberg, worin die Killereigenschaften von Holzschleifstaub begründet sind. Dies liegt einerseits in der Beschaffenheit der Partikel. Sie sind nämlich hervorragend geeignet, Silikose (Staublunge) zu erzeugen, wie Asbest und Partikel fast aller bekannten feaserverstärkten Kunststoffe. Zum anderen liegt die Gefährlichkeit in der Größe der Partikel. Man stelle sich eine funktionale Einheit der Lunge, die Alveole, in der der Gasaustausch stattfindet, so groß wie einen Socken vor. Ein Tewil, so groß wie ein Fußball paßt wohl schwerlich hinein. Fast kein Partikel, der größer als 4-6 um (millionstel Meter) ist, erreicht gewöhnlich die Lunge, da er im Nasen-Rachenraum ausgefiltert wird. Ein Golfball hingegen wird leicht in die Socke passen. Wenn man nun die Socke benutzen will, tut es weh! Die meisten der Partikel, die kleiner als 0,5um sind, gelangen zwar in die Alveolen (Lungenbläschen), werden aber fast immer wieder ausgeatmet. Aber eben nur fast immer. So gelangen Partikel des Zigarettenrauches mit ca. 0,3um gänzlich ohne Verlust im Nasen-Rachentrakt in die Lungenbläschen, 2/3 werden wieder ausgeatmet. Der Rest wird durch die weißen Blutkörperchen irgendwie beseitigt. Wenn das recht häufig geschieht, kann eine Fibriose oder Silikose beginnen. Die funktionale Einheit büßt nach und nach ihre Funktion ein und funktioniert irgendwann gar nicht mehr...
 
Am tückischsten sind aber Partikel, die im 'Sockenmaßstab' Tennisballgröße haben. Man atmet sie im Alltag durchaus ein. Hier ist jedoch die relative Menge maßgeblich für die Gesundheitsgefährdung. Wer mit elektrischen Schleifgeräten arbeitet, produziert eine enorme Menge an Partikeln der genannten Größen und verteilt sie in der Werkstatt.
 
Daher der Rat des Fachmannes: Eine Staubabsauganlage ist eine sehr gute Investition zum Schutz der Lunge; eine wirksame stets getragene Staubmaske ebenso.
 
Merke: Dein Hobby soll dich nicht umbringen!
 
Zur Frage der Phenylharze in den Klebeschichten des Sperrholzes fand Malmberg folgendes heraus: Zwei verschiedene Arten von Klebstoffen werden bei der Herstellung von Sperrholz verwendet. Für wasserfestes Material wie Schiffs- und Flugzeugsperrholz wird Phenol-Formaldehyd-Harz eingesetzt. Die Kombination gilt als haltbar und gesundheitlich weniger gefährlich {hört sich auch total harmlos an!! gb}. Der Kleber, der bei Sperrholz für den Innenbereich gebraucht wird, enthält hingegen Harnstoff-Formaldehyd und hat´s in sich! Dieses Zeug gilt als carzinogen (=krebserregend). Und das ist schlichtweg kein Bumerang wert!
 
John Jordan vom BBS merkt aus seiner Sicht an, daß viele Staubabsauger eher für Sägespäne gedacht sind und weniger für Schleifstaub. Das Gerät der Wahl scheint dann auch eine gute Maske zu sein. Am besten eine Halbmaske, mit der man ohne Risiko Lackspray verarbeiten kann.
 
Weiterhin ist zu bedenken, daß die Gefahr der Staubexplosion nicht unterschätzt werden darf. Um dergleichen Ungemach in der Werkstatt zu umgehen, wird vielfach (auch von mir) empfohlen, das leidige Schleifen tunlichst draußen zu tätigen, in der Hoffnung einer entsprechenden Windabdrift.
 
Um die Maske sollte man sich aber auch da nicht drücken; jeder praktizierende Bumerangwerfer weiß, welche verrückten Verwirbelungen auch bei kleinsten Hindernissen (Kopf) möglich sind.
 
em

 
   
  Zurueck   Back