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Mit Schülern Bumerangs bauen
 
Es führen nicht nur viele Wege nach Rom, sondern auch viele Wege zum Bumerangwerfen. Mancher ist durch das Zuschauen verführt worden, andere haben das gebogene Holz durch Bücher, Zeitschriften oder das Fernsehen kennengelernt. Ich bin der Faszination des Kreisfliegers durch den Werkunterricht erlegen. Was anfangs nur als Weihnachtsbastelei gedacht war, entwickelte sich mehr und mehr zu einer Leidenschaft (allerdings ohne sportliche Ambitionen).
 
Seit diesem Schuljahr biete ich daher mit zwei ebenfalls begeisterten Oberstufenschülern eine Werk-AG an, die sich ausschließlich mit dem Bauen und Werfen von Bumerangs beschäftigt. Dabei hat sich die anfängliche Befürchtung, daß es den Schülern der 5. - 7. Klasse langweilig werden könnte, als falsch erwiesen. Eher drängen uns die Schüler dazu, den Werkraum noch länger zu öffnen.
 
Da ich glaube, daß der Erstkontakt mit einem Bumerang vielfach in Schulen bzw. Volkshochschulen ermöglicht wird, scheint es mir notwendig und sinnvoll, diese Möglichkeit der Verbreitung des Bumerangsportes durch einen Erfahrungsaustausch zu fördern.
 
Das 'Anfängermodell'
Entgegen der vermutlich gängigen Praxis haben wir in unserem Projekt nicht mit den sogenannten 'Anfänger'- oder 'Standardmodellen' begonnen. Nicht daß diese 'Dinger' nicht fliegen, aber der Reiz des Werfens ist doch, auch wenn sich das paradox anhören mag, das Fangen. Gewicht, Flügelkonstruktion, Größe und Rotationsgeschwindigkeit dieser Geräte verhindern aber nach meinen Erfahrungen das so notwendige Erfolgserlebnis. Deshalb haben wir uns für kleinere und leichtere Modelle entschieden, die auch den Vorteil haben, daß sie schneller ausgearbeitet werden können. Warum soll nicht auch der erste Bumerang, den ein Schüler baut, wettbewerbsfähige Eigenschaften haben? Gute Erfahrungen bei Bau und Wurf haben wir mit dem Little Vee (Gorny/Schlegel) und Nadja (Rode) gemacht. 'Bumerangdidaktisch' (der Leser möge die Pädagogenprosa verzeihen) scheint mir ein Weg von leichten Schnellrückkehrern zu schweren Weitfliegern geboten sein.
 
Die 'Baupläne'
Eine zweite, ketzerische Behauptung: Die von den Herausgebern dieser Zeitschrift den geübten Bumerangbauern zugedachten, komplizierten und komplexen Baupläne, wie sie etwa Gorny und Schlegel gestalten, sind nach meinem Dafürhalten ideal für Anfänger. Lassen wir die verbale Beschreibung beiseite, die sich sicherlich nur dem Insider erschließt, dann gibt die Zeichnung in nuce wieder, wie der fertige Bumerang aussehen soll. Für Schüler ist die Umsetzung der papierenden Vorlage in ein dreidimensionales Stück Holz ein ebenso spannender wie lehrreicher Prozeß. Für mich ist unerklärlich, warum man ohne Not hierfür in die von Michael Siems gestzten Bauplanstandards zurückfällt. Für kreatives Umgehen nur anhand einer Umrißzeichnung bleibt doch, so man erste flugtaugliche Geräte besitzt, immer noch Raum. Bei unseren Schülern gelang der Technologietransfer a la Gorny überaus zufriedenstellend.
 
Das 'Bumerangmuseum'
Über das Bauen und Werfen hinaus wollen wir unsere Schüler auch ein wenig mit der Geschichte des Bumerangs und seiner sportlichen Weiterentwicklung bekannt machen. Deshalb sammeln und erbetteln wir uns zur Zeit Rangs, die 'Geschichte gemacht haben'. Wir wollen so eine Art 'Bumerangmuseum' aufbauen. Neben den Klassikern, wie Urbans Comeback oder Darnells Wizzard, wollen wir Rangs, die bestimmte Disziplinen der Wettkampfpraxis initiiert oder verändert haben, sowie Meisterstücke mit denen Spitzenleistungen erzielt wurden, sammeln. Wir haben uns gefreut, daß W. Bretfeld bereits einen Ur-MTA zur Verfügung gestellt hat. Hier benötigen wir aber noch Hinweise und sind auch für (möglichst kostengünstige) Überlassung von Demonstartionsrangs dankbar. So kann den Schülern auch deutlich gemacht werden, welches innovative Potential die Beschäftigung mit dem Bumerang haben kann.
 
Da wir ja sicher nicht die einzigen sind, die mit Schülern Bumerangs bauen, würden wir uns freuen, wenn sich andere Gruppen finden würden, ihre Erfahrungen mitzuteilen. Für die Verbreitung des Bumerangfiebers und die Gewinnung einer auch breitensportlichen Basis wäre dies sicherlich ein Gewinn!
 
Bumerang AG der Eichen-Schule Scheeßel
z.Hd. Andreas Weber
Helvesiekerweg 65
2723 Scheeßel

 
   
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