Editorial
Geschlitzte B's
Narrarang
Furnierte B's
Flachlegen
Indoor B's
Verschiedenes
Moebius
Ergebnisse
Schönster B'
 
Zurueck   Back
Jonas Romblad
Einlegearbeiten - Teil 1
 
Einfache Furnier-Techniken

 
Einen Bumerang furnieren
Sorgfältig verarbeitet, sieht ein furnierter Bumerang fast wie ein überblatteter aus Massivholz aus. Selbst bei näherem Betrachten haben Leute einige meiner furnierten Stücke für massive Edelholzbumerangs gehalten, die am Ellenbogen überblattet sind.


Der Kern
Als Kern für furnierte Bumerangs eignen sich verschiedene Materialien. Ich will hier zwei Beispiele geben, mit denen ich Erfahrungen gesammelt habe.
Sperrholz: Man kann einen Sperrholzbumerang in der Art bauen, wie man das immer macht, lediglich 1 - 1,5 mm dünner und etwas knapper im Umriß, weil die Furnierschicht ja ein bißchen zur Stärke und Breite der Arme beiträgt. Ich selber habe Schwierigkeiten, dünnes Sperrholz in großen Platten zu bekommen, besonders 1 - 1,5 mm, 3 bis 6fach verleimtes nämlich, das ich für meine MTAs verwende. Deshalb hole ich mir aus dem Bastelladen 10-cm-Streifen dieses Materials und baue überblattete Bumerangs daraus.
Balsa: Wenn du ein leichtes Gerät bauen möchtest, versuch es mit Balsaholz anstelle von Sperrholz. Empfehlenswert ist dann allerdings eine Verstärkung mit dünnem Sperrholz und Kohlefaser.
 
Nun an die Arbeit! Eine sehr hilfreiche Technik zum Furnieren von Bumerangs stellt das Heißkleben mit PVA (Ponal?) dar. Das Material beruht auf Wasserbasis und ist thermoplastisch, kann also aufgeschmolzen werden. Zum Aufbringen von Furnier auf den Kern mußt du beides leicht mit Wasser einsprayen, den Kleber auftragen und mit dem Finger verteilen. Da das Gewicht beim Bumerang nicht eine so große Rolle spielt wie beim Flugzeugmodellbau (wobei ich erstmals mit der Klebemethode "in Berührung" gekommen bin), braucht man sich über die Menge des Klebers solange keine Gedanken zu machen, wie das Zeug wenigstens trocknet. Denn nun muß der Kleber nämlich trocknen, bis auf beiden Flächen keine weißen Stellen mehr zu sehen sind. Nun lege die beiden Teile aufeinander und erhitze sie mit einem Bügeleisen, das etwa auf die Temperatur für Seide eingestellt ist, erst einmal ein kleines Stück von 3 - 5cm. Bügeleisen beiseite nehmen und mit dem Finger anschmiegen. Nach ein paar Sekunden ist der Kleber nicht mehr warm, und du kannst weitermachen. An starken Biegungen und verdrehten Flächen feuchtest du das Furnier mit dem Wasserspray an. Das Bügeleisen sorgt dann für kombiniertes Dampfbiegen, Trocknen und Kleben. Achtung: Holz wirft sich und schrumpft bei dieser Prozedur des Anfeuchtens, Erhitzens und Abkühlens. Das muß man bedenken, sonst passiert es einem, wie mir mehrfach, daß man den paßgenauen Sitz ruiniert. Weißleim wird bei warmer Witterung weich. Daher könnte bei heißem Wetter das Problem auftauchen, daß Furnier-MTAs verbiegen. Andererseits kann man Furnierbumerangs herrlich tunen, indem man sie mit dem Haarföhn erhitzt und nach dem Biegen eine Weile in den Kühlschrank legt. Anfangen sollte man mit der Oberseite. Biege und klebe das Furnier über das Profil. Dann schleife das überstehende Material soweit weg, daß das Unterseitenfurnier sowohl auf dem Kernmaterial als auch auf der Kante des aufgebrachten Oberfurniermaterials aufliegt ohne jedweden scharfen Knick. Nun wird das Unterfurnier und der Kern mitsamt dem sauber angepaßten Oberfurnier mit Leim versehen und das ganze mit dem Bügeleisentrick verklebt. Die beiden Furnierstücke umschließen danach den Kern so, daß die Fuge, wenn die angemessene Menge Kleber benutzt wurde, praktisch unsichtbar ist. Ich rate jetzt aber zu Behutsamkeit beim Schmirgeln der Kanten. Eine helle Linie Birkensperrholz, die teilweise durch einen ansonsten dunklen Bumerang schimmert, sieht nicht so toll aus. Die Furnierfuge am Ellenbogen ist handwerklich so delikat, weil hier auf Stoß gearbeitet wird mit wenig Spielraum für Fehlerkorrekturen. Beim Heißkleber ist das besonders schwierig, wenn man die Tricks nicht kennt. Erst einmal muß man beachten, daß das Furnier über eine mehrfach gewölbte Fläche gebogen wird. Dadurch ergibt sich für die Schnittkante am Ellenbogen eine leichte S-Kurve. Diese Form ist am leichtesten zu schneiden, wenn ein Furnierblatt schon an Ort und Stelle sitzt. Zweitens sollte man mit dem Aufkleben der zweiten Oberfurnierhälfte am Ellenbogen beginnen, aber nur gerade weit genug, daß die Fuge zusammenbleibt, so etwa einen cm über die Fuge hinaus. Nun verklebst du die ganze übrige Fläche vom Flügelende zum Ellenbogen. Bevor du aber das Furnier am Ende befestigst, schiebe es in Richtung Ellenbogen und laß eine ca. 5 mm hohe Wölbung entstehen. Die soll den Schrumpfungsprozeß kompensieren und vermeiden, daß deine Mühe bei der Ellenbogenfuge vergeblich war.
 
Jonas Romblad
Annebergsvägen 32
136 66 Haninge
Schweden

 
   
  Zurueck   Back