Editorial
Bodennaher Wind (3)
Intarsien (2)
Fast Catch Training
Krafttraining
Überblattete Dreifl.
Sonderformen
B's für Schüler
Ummi+Trullerer
Weltrekorde
ABS und Bumerangs
Kralle 90
Flachlegen
Indoor-Bumerangs
Bauplan dazu
 
Zurueck   Back
Krafttraining für Bumerang-Werfer?
 
In Bumerang Welt III/91 berichteten wir über ein Ausgleichstraining zur Vermeidung des "Boomerang elbow". In Ted Bailey´s "Boomerang Journal" #6 rät nun Dr. Fred Malmberg (selbst Bumerangwerfer) ausdrücklich von solchem Krafttraining ab. Kraft alleine reicht nämlich nicht! Dazu ein Beispiel:
 
Im Frühjahr bekam ich von Fridolin Frost einen seiner Poly-Dreiflügler, mit dem er scheinbar ohne große Anstrengung vor meinen Augen locker unter 17 Sekunden Fast Catch geworfen hatte. Zu meinem großen Erstaunen hatte ich jedoch Probleme, das Gerät überhaupt vollständig herum zu bekommen, meine Zeiten lagen immer deutlich über 20 Sekunden. Der Fridolin ist doch, verglichen mit mir, ein zierliches Kerlchen, dachte ich mir. Das kann doch nicht angehen! Da habe ich jahrelang Leistungssport getrieben (Geräteturnen), mich später mit Krafttraining fit gehalten, und trotzdem...
 
Wie gesagt, Muskelkraft alleine bringt´s nicht. Leistung ist gefragt.. Dr. Malmberg stellt folgende einfache Formel auf:
 
Leistung = Kraft x Strecke / Zeit
 
Hanteltraining baut Muskelmasse auf, erhöht also die (Maximal-) Kraft. Um einen Bumerang zu werfen ist aber im Prinzip nur wenig Kraft erforderlich. Für mehr Leistung bringen also solche (isotonische) Übungen nicht viel. Die Strecke ist durch die anatomischen Abmessungen des Werfers festgelegt - hier läßt sich nichts ändern. Die Zeit kann dagegen verändert werden. Hierfür gibt es spezielle (isokinetische) Übungen. Die von Dr. Malmberg genannten Geräte für dieses "acceleration training" sind mir leider nicht bekannt. Vielleich kennt sich ein Leser hier besser aus?
 
Es kommt also nicht darauf an, Arme wie Arnold Schwarzenegger zu haben. Um einen Bumerang mit viel "Power" zu werfen, muß man ihn in möglichst kurzer Zeit ein möglichst großes Stück bewegen. Das nennt man Schnellkraft.
 
In der Literatur [1] fand ich dazu folgendes:
 
Um eine möglichst große Schnellkraft zu erreichen, ist ein Training zur Verbesserung der Maximalkraft durchaus sinnvoll. Die Übungen sollten allerdings in sehr schnellem Tempo ausgeführt werden. Zusätzlich muß durch spezielle Übungen (am besten Training mit dem Sportgerät selbst) die Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskeln und die intramuskuläre Koordination verbessert werden, d.h. die Fähigkeit, möglichst viele Muskelfasern zeitgleich zu aktivieren. Letzteres ist ausschließlich eine Frage der Konzentration und der Willenskraft!
 
gb
[1] Manfred Grosser, Schnelligkeitstraining, BLV Sportwissen, München 1991