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Bill Moore
 
Brother Brian Thomas schrieb aus Australien,daß Bill Moore nach einem erfüllten Bumerangleben im Alter von 85 Jahren gestorben sei.
Bill hatte 50 Jahre lang Bumerangs gesammelt, studiert und vor allem gebaut. Seine ersten Stücke bekam er unmittelbar, bevor er im 2. Weltkrieg nach Nordafrika geschickt wurde. In El Alamein geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft und mußte im Kohlenpott untertage arbeiten.
 
Zurück in Australien, begann er, meist auf seinem Motorrad, das intensive Suchen und Sammeln original Australischer Bumerangs mit dem Ziel sie nachzubauen. Er fertigte zu dem Zweck von geliehenen Stücken metallene(!) Nachbildungen an. Dies benutzte er als Modelle für seine Natural Elbows.
 
Mit den Jahren sammelte Bill im Gebiet der Otway Ranges große Mengen geeigneter Baumwurzeln. Später unterstützte ihn seine ganze Verwandtschaft überall in Australien. Kein hartes Holz mit entsprechendem Winkel war vor ihm sicher (oh, wie ich das verstehen kann ! em).
 
Die Holzstücke wässerte Bill dann in den Kälbertrögen auf der Wool Wool Farm. Das Aufsägen zu Rohlingen besorgte er längere Zeit mit der Bandsäge; später besann er sich auf die gute alte Handsäge, besonders eine Metzgersäge mit wenig geschränkten Zähnen. Für die Profilbearbeitung stand ihm eine große Zahl von Raspeln und Feilen zur Verfügung. Den Dihedral arbeitete er lieber gleich mit in die Flügel ein und verließ sich nicht so sehr auf das nachträgliche Biegen. Das Oberflächenfinish pflegte er vornehmlich mit seinem zuverlässigen Taschenmesser zu erledigen. Wenn dann bei den ersten Testwürfen doch noch etwas schiefging, konnte er sich auf die Bringefreudigkeit seiner Hunde verlassen.
 
Auf Verzierungen oder gar Anstrich der Oberfläche verzichtete Bill gewöhnlich. Lediglich Eukalyptusöl ließ er als Finish zu. Einen "Original Moore" erkennt man an dem "M" vorn auf dem Ellenbogen und einem Pfeil auf Arm 2. Sein "Werkstattgebäude" bestand aus einem alten hölzernen Karren. Doch am liebsten arbeitete er draußen an einem gewaltigen Holzschraubstock, umgeben von Wurzeln und Ästen, mit Blick auf den Lake Corangamite.
 
Bill sammelte auch durchaus Bumerangs und alles was damit zu tun hatte. Die großen Namen der australischen Bumerangbauer sind bei ihm in der Sammlung vertreten gewesen. Daß niemand sonst in der Familie so begeistert Bumerangs baute, macht Bill zwar traurig, er freute sich jedoch sehr über das eifrige Holzsammeln seines Clans.
 
em