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Robert Foresi
Moderner Zugang zur Konstruktion von Nichtrückkehrern

 
Dieser Artikel soll einige Anregungen bieten für die zunehmende Zahl von Bumerangwerfern, die ihrem Repertoir noch die Nicht- rückkehrer hinzufügen wollen, wobei sie Weit- und Zielwürfe im Sinn haben.
 
Der Bau eines Nicht- Rückkehrers teilt sich in zwei Schritte:
 
1.) Herstellen eines passenden Rohlings
2.) Formen und Tunen des Rohlings bis zum befriedigenden Flug.
 
Der erste Punkt erfordert gewöhnlich mehr Zeit, und es gibt im wesentlichen drei Methoden, zu einem Rohling zu kommen. Für Traditionalisten besteht die bevorzugte Methode gewiß in der Verwendung eines gebogenen Astes oder einer solchen Wurzel. Das Problem ist hier, das geeignete Exemplar zu finden, was Durchmesser und Krümmung betrifft. Mindestens 12 cm dick sollte das Stück schon sein und einen Winkel von 130o - 140o sollte es gerne aufweisen. Man kann an Flußufern und Gebirgshängen fündig werden. Dort wachsen die Bäume manchmal zunächst waagerecht vom Abhang weg, bis sie dann senkrecht hochwachsen. Ideal sind Laubhölzer von größerer Härte, wie Buche, Eiche usw.
 
Das Holz muß bei der Dicke ein Jahr und länger gelagert werden. Sodann muß der Ast oder die Wurzel auf ein verwendbares Maß heruntergehobelt werden. Wenn man das Stück zunächst auf einer Seite plangeschliffen hat,kann man häufig mehrere Rohlinge herstellen, wenn man den Ast der Länge nach durch eine Tischkreissäge schiebt, die gehobelte Seite stets am Anschlag anliegend. Diese Methode kommt der der Aborigines zwar am nächsten, doch wird nicht jeder zu Anfang gleich so viel Mühe für einen Nichtrückkehrer aufwenden wollen.
 
Einfacher scheint mir da die Methode des Streifenlaminierens, die zudem auch noch leichter als die Herstellung eines Rückkehrer- Rohlings ist, weil wir es ja nur mit einem harmlosen ca. 135º - Winkel zu tun haben. Man sucht sich einfach ein gut 2,5 cm starkes Brett mit sauberer paralleler Maserung, 75 cm lang. Hiervon sägt man sich mindestens sechs Streifen von ca. 8 bis 10 mm Stärke. Diese werden in die abgebildete Form praktiziert, natürlich nicht ohne die Streifen vorher reichlich in Wasser geweicht zu haben, wegen der besseren Biegsamkeit. In der Form läßt man das Streifenpaket trocknen, damit es seine Krümmung beibehält. Zum verleimen ist ein Leim mit mindestens 20 Minuten Topfzeit empfehlenswert. Um wirklich nur die Streifen miteinander und nicht mit der Form zu verleimen, sollte das Brett und die Zapfen mit Wachs eingerieben werden. Natürlich wird man auch darauf zu achten haben, daß die Leisten schön bündig aufeinanderliegen. Dann kann nach dem Aushärten der entstandene Block in Rohlinge aufgesägt werden.


 
Die dritte Art zu einem Rohling zu kommen, ist die schnellste, wenn auch nicht die im Ergebnis haltbarste. Dem Einsteiger sei sie aber für die ersten Versuche empfohlen:
Auf ein 10 mm starkes Brett von mindestens 20 cm (besser 30 cm) Breite kann eine ca. 140º - Form zum Aussägen aufgezeichnet werden. Man muß sich die Maserung ein wenig anschauen, damit Sollbruchstellen weitestgehend vermieden werden. Ahornholz hat sich für diesen Zweck bewährt. Für den Anfang ist dies eine gangbare Lösung. Wenn man auf den Geschmack gekommen ist, wird man sich wohl auf eine der ersten Herstellungsarten spezialisieren.
 
Tuning und Werfen
Ein Patentrezept für das Werfen von Nichtrückkehreren habe ich noch nicht gefunden, so sehr ich mich auch bemüht habe. Doch kann ich mit meinen Tips dem unerfahrenen Neuling vielleicht die eine oder andere Enttäuschung ersparen.
 
Die erste und wichtigste Regel beim Tunen lautet: Vergiß beim Werfen von Nichtrückkehreren alles was du vom Rückkehrer her kennst und weißt! Denk nicht an eine flache Unterseite. Vergiß die Bevels und, daß die Vorderkante stumpfer als die Hinterkante sein könnte.
 
Alle diese Faktoren führen nämlich zu entschieden zu viel Auftrieb. Und der soll mal gerade groß genug sein, um die Schwerkraft aufzuheben.
 
Das folgende Profil habe ich mit gutem Erfolg angewendet. Man beachte, daß die Oberfläche zu etwa zweidrittel des Profils flach ist und daß eine leicht negative Verdrehung besteht. Die ist aber nicht unbedingt entscheidend für den optimalen Flug. Das Wurfholz sollte man, außer an dem Ellenbogen, über die ganze Länge mit diesem Profil versehen. Bei den ersten Testwürfen muß man leicht und locker beginnen.


Wenn das Ding zu sehr steigt, ist die erste Maßnahme, ein bißchen Material oben von der Vorderkante wegzunehmen. Wenn mehr Auftrieb gewünscht wird, muß entweder oben an der Hinterkante oder vorn an der Unterseite etwas weggeschliffen werden. Dadurch wird die Schnittebene des Profils verändert. Das kann alles auf dem Wurfplatz geschehen.
Nicht unerwähnt bleiben darf die Wirkung des Abwurfes selbst auf den Flug. Der Neigungswinkel bezogen auf die Waagerechte kann äußerst unterschiedlich sein. Das muß man ausprobieren. Von 20° bis -20° ist alles denkbar.
 
Manchmal kann es sogar sinnvoll sein, den ganzen Apparat umzudrehen und 'upside down' zu werfen. Dieser zugegebenermaßen schnurrige Vorschlag führt öfter zu erfreulichen Ergebnissen als man glauben sollte.
 
Die letzte und sehr wichtige Regel für ein unbeschwertes Wurfvergnügen ist der Hinweis auf strikte Beachtung der SICHERHEIT. Jegliche Kritik an dem vergnüglichen Werfen mit den Nichtrückkehrern rankt sich um die potentielle Gefährdung und wird dann noch in Zusammenhang mit dem Begriff Jagdwaffe gebracht.
Bei Beachtung angemessener Sicherheitsmaßnahmen ergibt sich eine ebenso geringe Gefährdung wie bei Rückkehrbumerangs. Die Grundvoraussetzung ist die Auswahl des geeigneten Platzes. Die Kenntnis der Flugeigenschaften und -richtung, sowie möglicher Abweichungen gehören natürlich auch dazu.
 
Nach Veränderungen am Gerät muß man natürlich besonders vorsichtig damit umgehen. Für Weitwürfe muß auf jeden Fall eine Fläche von über 200 x 200m zur Verfügung stehen, um eine ruhiges Gewissen den Mitmenschen gegenüber zu behalten.
(Übersetzung: em)
 
Anmerkung: Bob Foresi hat mir in einem längeren Brief 1987 einige Informationen über Nonreturner zukommen lassen. 1991 hat Ted Baley in seinem Boomerang Journal #3 fast inhaltsgleich über Bob´s Erkenntnisse berichtet. Der vorliegende Text ist eine Zusammenschau.
em
 
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