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Eine Ausstellung veranstalten:
'Einblicke in die Welt des Bumerangs'
Von bisher folgenden Ausstellungen weiß ich:
 
1. Im Hause des ZdF: Michael Tansinna,
2. Ulrich Roos in Reutlingen
3. W. Bretfeld im Hamburgischen Museum für Völkerkunde,
4. im Übersee-Museum in Bremen,
5. im Jost-Rautenstrauch-Museum in Köln,
6. von einer Berliner Gruppe
7. im Horniman-Museum in London,
8. Eckhard Mawick und Volker Behrens in Fielmann-Optik-Schaufenstern in Lübeck,
9. Eckhard Mawick in einem Apotheken-Schaufenster, ebenfalls in Lübeck.
 
Anfang dies Jahres erhielt ich die Einladung eines Buchhändlers, in einem großen Norderstedter Einkaufszentrum auszustellen. Anlaß war das Erscheinen meines Buches als Ullstein-Taschenbuch. Eckard wurde in frühem Stadium einbezogen, Jörg Schlegel im letzten Augenblick: Indoors werfen.
 
Vorweg: Eine aufwendige, aber erfreuliche Angelegenheit, von der wir vor allem berichten für diejenigen unserer Leser, die Ähnliches planen, aber auch um allgemein Erfahrungen weiterzugeben. Reihenfolge von Einzelthemen in unserem Bericht: Planung - Vorbereitung I: Presse, Vorbereitung II: Inhalte und Technik, Ablauf I: Publikum, Ablauf II: Werkstatt, Ablauf III: Verkauf.
Planung: Wir planten eine umfangreiche Schau, nachdem wir erfahren hatten, daß wir jede von uns gewünschte Menge von Schautafeln sowie vier beleuchtete Vitrinen 1m mal 1m zur Verfügung bekämen. Zusätzlich sollte eine Werkstatt mit 15 Plätzen für den Selbstbau, ein Tisch mit Experimentiergeräten (vor allem Kreiselscheiben, Vorderräder mit Handgriffen u.a.) sowie ein Verkaufsstand vorgehalten werden.
 
Vorbereitung I: Norderstedt hat vier Presse-Organe, welche zu einem gemeinsamen Vorgespräch Vertreter entsandten, die etwa 14 Tage vor Beginn der Sache jeweils einen ausführlichen Vorbericht brachten. Außerdem wurden drei Buchpreise ausgesetzt (DM 100.-, 50.-, 30.-) für die beste Antwort auf die Frage: 'Warum kehrt ein Bumerang zurück??"
 
Vorbereitung II: Der Ausstellungs-Inhalt wurde auf Leichttafeln 80 mal 80 cm fixiert. Das wurde mit folgenden technischen Hilfen erleichtert: Mit Laser-Vergrößerungskopien konnte auch größere Farbbilder bereitgestellt werden. Erforderliche Schriften wurden abgesetzt und konnten auf jede erforderliche Größe gebracht werden. Ein Spezial-Sprühkleber ( 3 M Spray Mount) diente zum Aufbringen der Materialien auf die jeweiligen Platten. (Dieser Kleber ermöglicht das Ablösen und erneute Aufbringen des Materials.) Doppelklebeband ermöglichte das Anbringen von Bumerangs.
 
Am Abend des Vortages wurden die fertig bestückten Platten mit zwei Schrauben auf die Tafelständer aufgebracht und die Vitrinen gefüllt. Dafür nahmen wir U-förmige Plexiglas-Beistelltische zu Hilfe, um innerhalb der Vitrinen Raum in der Höhe zu gewinnen.
 
Inhalte in Kürze: 'Kleine Bumerang-Kunde' (3 Tafeln), zwei Großfotos (80x80cm): Werfen und Fangen, 'Steinzeitmenschen fanden das Prinzip' (1 Tafel), 'Australische Formen - nachgebaut' (1 Tafel), 'Besonders reiche Überlieferung aus Australien' (1 Tafel). Aber auch: "Übrige Welt; Verteilung von Bumerang-Funden über den Erdball" (1 Tafel), z.B. 'Die Bumerangs eines Pharao'(1), 'Bumerangs aus Mittelschweden' (1), "Der älteste Bumerang der Welt" (1), 'Alle kommen zurück', "Fun-Bumerangs auf Plänen und Beispielstücke" (1), "Bumerang-Wettkämpfe": Erläuterung der wichtigsten Wettkampfarten (1), "Die Aussteller" mit Bild und Kurz-Lebenslauf.
Die Vitrinen enthielten
1) Herstellung aus Sperrholz und aus Naturholz,
2) Edelstücke aus Naturholz und Laminate,
3) lackierte Edelstücke,
4) Bumerangliteratur.
 
Ablauf I: Wir wurden durch ein ungewöhnlich großes, ja heftiges Publikumsinteresse überrascht. Die Werkstatt war sofort überfüllt, die Schautafeln umringt, der Verkaufsstand (den meine Frau betreute) belagert. Wir Drei waren sofort überfordert: Die Kinder wollten mit Bauen beginnen, die Presse wollte Fotos mit den 'Prominenten' (der Kultur-Stadtrat war auch erschienen), die Erwachsenen wollten Erklärungen am Experimentiertisch. Das ging im allgemeinen so weiter bis zum jeweiligen Verkaufsschluß im Center, für mich noch unterbrochen durch das Probewerfen der Selbstgebauten auf der benachbarten Wiese. Es wurden uns drei wunderschöne Originalstücke aus Australien zur Begutachtung vorgelegt, darunter zwei (entsprechend dünne) Rückkehrer, deren Form ich bei Hanns Peter nicht gefunden habe. (Ich liefere sie nach, wenn ich sie 'aufgenommen' habe).
 
Ablauf II: Die Werkstatt erforderte den ganzen Mann, auch wenn die Eltern mithalfen (oder gerade deshalb?), dennoch sollte man solche Hilfe zulassen. Die Hilfe meines Schleifbandes verkürzte die Arbeitszeit auf ein erträgliches Maß. Es zeigte sich wieder: 10 Jahre ist eine äußerste Alters-Untergrenze. Die Werbe-Aufbau-Firma mußte erst überzeugt werden, daß eine Werkstatt wie eine Werkstatt aussehen darf und 15 Stühle sichtbar dastehen müssen. Das Werkzeug: 15 Raspeln/Feilen, 30 Zwingen, Schleifkorken, Sandpapier, Grundierung wurde von mir gestellt
 
Ablauf III: Verkauf. Wenn Eckard Trickstars warf, lief der Verkauf von Trickstars. Wenn ich in der Werkstatt Bumerangs baute, lief der Verkauf von Bumerangs. Preiswerte Bumerangs (DM 10.-) waren sofort weg, dann kamen die Sonderangebote (DM 15 - 25); die Teuren (bis zu DM 35.-) blieben liegen.
 
Abschließend: Noch Vieles müßte erwähnt werden, z.B., daß unser Preisausschreiben nicht angenommen wurde, die positive Nach-Berichterstattung, der Exklusiv-Zugriff-Wunsch der unterstützenden Werbefirma, über den noch verhandelt wird.
Ich meine: Eine seriöse Art, die reiche Welt des Bumerangs bekanntzumachen, jedoch enorm arbeitsaufwendig.
wb

 
   
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