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Bumerang mal 'anders rum'
Wir haben hier ja schon so einige verrückte Erfindungen vorgestellt (beiseitiger/beidhändiger Bumerang), die nicht mit dem Ziel, einen besonders guten Wettkampfbumerang herzustellen, sondern nur aus reinem Spieltrieb entstanden sind.
 
In der Woche vor den Weltmeisterschaften in Hamburg hatte ich unter anderem Besuch von Dennis Joyce (USA), der auf der Wiese einige seiner Trickwürfe zum Besten gab. Einen davon, rückwärts über die Schulter, haben wir ebenfalls schon einmal beschrieben. Irgendwie brachte mich das auf die Idee, einen Bumerang einmal ganz anders zu werfen, nämlich mit umgekehrter Drehrichtung. Geht das überhaupt?
 
Erste Versuche mit leichtgewichtigen Dreiflüglern brachten keinen Erfolg. Die Geräte beschrieben zwar eine gewohnte Kurve, stürzten dann aber immer ab. Das Problem mußte also erst mal theoretisch gelöst werden.
Bei umgekehrter Drehrichtung addieren sich Dreh- und Fluggeschwindigkeit beim untenliegenden Arm. Genau umgekehrt wie beim normalen Wurf. Da er sich aber auch umgekehrt dreht, ist die Auswirkung (Drehmoment, duch die Präzession um 90 Grad verschoben) gleich. Er dreht also genauso ein, wie beim normalen Abwurf.
 
Aber was ist mit dem Flachlegen? Wie wir ja in einigen der letzten Ausgaben ausführlich erklärt haben, wird das Flachlegen duch erhöhten Auftrieb vor dem Schwerpunkt (in Flugrichtung) erzeugt. Durch die Präzession wirkt sich das als Kippbewegung im Uhrzeigersinn (gesehen in Wurfrichtung bei einem Rechtshänder) aus - dem Flachlegen. Und genau diese Kippbewegung kehrt sich bei umgekehrter Drehrichtung um. Der Bumerang legt sich nicht flach sondern richtet sich auf. Tests auf der Wiese bestätigten die Überlegung: Wird der Bumerang fast horizontal abgeworfen (gesichelt), steigt er erst kräftig, richtet sich langsam auf und kommt flach und sehr schnell herein. Nach einigen Versuchen gelang es, so ein Teil zu fangen. Aber so recht zufriedenstellend war das Ergebnis nicht.
 
Es mußte also ein geeignetes Spezialmodell her! Eigentlich ganz einfach: Ein Bumerang der sich genau umgekehrt verhält, der sich nämlich bei normalem Abwurf nicht flachlegt (sondern aufrichtet) müßte sich bei dem verkehrten Abwurf logischerweise flachlegen. Weiterhin dachte ich mir, daß sich ein Linkshänder bei verkehrtem Wurf für einen Rechtshänder besser eignen müßte. So entstand das folgende Gerät aus 3mm Sperrholz.

Und es funktioniert! Das Gerät hat genau die gleiche Flugbahn wie ein 'normaler' Bumerang und kann gefangen werden. Er kam erst etwas zu tief und schnell an, nach kräftigem Herunterbiegen(!) der Flügel flog er dann aber normal.
 
Der Wurf:
Den Bumerang wie einen normalen (rechtshändigen) greifen, Daumen auf der Oberseite, Arm hängt neben dem Körper herunter und wie ein Frisbee aus dem Handgelenk nach vorne werfen (nur nicht waagerecht sondern fast senkrecht, mit ganz wenig 'Neigungswinkel'). Nach ein paar Versuchen hatte ich den Wurf im Griff.
 
Etwas schwieriger (aber wirkungsvoller): Bumerang verkehrt herum greifen (Daumen auf Unterseite) und unter dem Arm nach hinten werfen. Den Arm dabei etwas vom Körper weg halten, damit der Bumerang etwas 'Neigungswinkel' bekommt.
 
Viel Spaß wünscht...
gb

 
   
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