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Müssen wir umlernen?

In der BUMERANG WELT 2/87 erschien eine neun Beispiele umfassende Darstellung von Flügelprofilen. Wir geben sie für die später hinzugekommenen Leser, aber auch aus nostalgischen Gründen noch einmal wieder. Denn wir sind heute geneigt zu fragen: Sind diese Profile für Fluggeräte noch zeitgemäß, oder sind sie nur eine Übergangsstufe in der Entwicklung, die mit Otto Lilienthal 1889 begonnen hat? Jedenfalls wurde ich ein wenig verwirrt nach bestimmten Erfahrungen auf dem Gebiet der Flügelprofile und -oberflächen.
 
1. lernte ich Michael Kandls symmetrisches Profil für dessen Systembauteile kennen.
 
2. las ich von einem Kreuzbumerang aus Celebes, der Unterseite auf Unterseite zusammengefügt war. Beide Oberseiten lagen also außen. Ich dachte an einen Druckfehler, baute einen Kreuzbumerang in der beschriebenen Weise um und registrierte einen schönen Kreisflug mit etwas größerem Radius als bei Nomalzusammenbau.
 
3. Dann schlug Michael wieder zu: Diesmal mit einem Stufenprofil. Sowohl ein mir übersandter Kreuzbumerang aus Kartonstreifen als auch ein von Michael erbautes Flugmodell (noch in der Erprobung) flogen völlig normal. Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:
 
Stufenprofil (Schichtprofil) für Flugkörper
Die Erfindung betrifft ein Stufenprofil (Schichtprofil) zur Herstellung von Flugkörpern (z. B. Bumerangs), wobei geeignet geformte Schichten, geeigneter Anzahl, geeigneter Dicke und geeigneten Materials so aufeinander gefügt werden, daß dabei ein flugfähiges Profil entsteht.
Es sind bereits verschiedene Profile (z. B. für Bumerangs aber auch für Tragflächen oder Rotoren) bekannt, deren Form der von Vogelflügeln annähernd entspricht. Obwohl diese Profile ihre Aufgabe einen Flugkörper (z. B. einen Bumerang) auch wirklich in gewünschtem Maße flugfähig zu machen durchaus erfüllen, haben sie aber dennoch den Nachteil ihrer zwar 'glatten', oft aber geometrisch sehr komplizierten 'gewölbten' Form, die demgemäß, insbesondere bei einstückig aus Vollmaterial zu fertigenden Flugkörpern, entsprechend schwierig herstellbar ist (Hobeln, Feilen, Schleifen, Fräsen etc.).
 
Auch ist ein Profil für einen System-Bumerang bekannt (Gebrauchsmuster G 92 10 283.2), das zwar geometrisch eine etwas einfachere 'kantige' Form besitzt und seine Aufgabe (zumindest an dem erwähnten System-Bumerang) ebenfalls erfüllt, aber immer noch auf zu schwierige Weise herstellbar ist.
Es besteht daher die Aufgabe, ein flugfähiges Profil zur vereinfachten Herstellung von Flugkörpern (z.B. Bumerangs) zu schaffen.
 
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht nun darin, geeignet geformte (z.B. gesägte oder gestanzte) Schichten geeigneter Anzahl, geeigneter Dicke und geeigneten Materials (z. B. Holz oder Kunststoff) so aufeinander zu fügen (z. B. durch Verkleben oder Vernieten), daß dabei - quasi 'automatisch' ein stufenförmiges Profil entsteht, welches also nicht mehr durch materialabnehmende Maßnahmen herausgearbeitet werden muß, und das trotz oder gerade wegen seiner stufigen Form flugfähig ist.
Die Zeichnung zeigt u. a. beispielhaft eine der möglichen Ausführungsformen der Erfindung, die anhand des im Gebrauchsmuster G 92 10 283.2 beschriebenen System-Bumerangs bereits auch erfolgreich erprobt worden ist. In den Einzelheiten:
 
Fig. 1 zeigt eine der möglichen Profilformen von Vogelflügeln,
Fig. 2 von Bumerangs aber auch Tragflächen oder Rotoren,
Fig. 3 eine der möglichen Profilformen des beschriebenen System-Bumerangs,
Fig. 4 eine der möglichen, bereits erfolgreich erprobten, Stufenprofilformen, hier aus 3 Schichten bestehend, in seinen Maßen ausgelegt für den erwähnten System-Bumerang und für 1 mm dickes Buchensperrholz als Baumaterial. Es ist zumindest denkbar, wenn auch noch nicht praktisch erprobt, auch andere Bumerangs, sowie überhaupt auch andere Flugkörper mit dem erfindungsgemäßen Profil erfolgreich auszustatten.
 
Ansprüche
 
1 . Stufenprofil (Schichtprofil) für Flugkörper, dadurch gekennzeichnet, daß dieses Profil eine im weitesten Sinne 'stufige' Form besitzt.
 
2. Stufenprofil (Schichtprofil) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dieses Profil trotz oder gerade wegen seiner 'stufigen' Form, zumindest bei bestimmten Flugkörpern (z. B. Bumerangs) flugfähig ist.
 
3. Stufenprofil (Schichtprofil) nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß dieses Profil nur durch Aufeinanderfügen geeignet geformter Schichten, geeigneter Anzahl, geeigneter Dicke und geeigneten Materials herstellbar ist.
 
Michael Kandl
Kußmaulstr. 58
7800 Freiburg i.Br.

 
Bei dem Besuch einer Siemens-Wanderausstellung 'Bionik' - Biologie und Technik) wurde ich wiederum an die Längsrillen der Haifisch-Schuppen erinnert, die auf der ersten Tafel dargestellt war:
Merke: Oberflächen mit Längsrillen zeigen im Strömungsexperiment eine Abnahme des Wasser und Luftwiderstandes. Die auf Grund dieses Sachverhalts von '3 M' entwickelte Rillenfolie (auch Riblets genannt) verhalf nicht nur der Hochsee-Yacht 'Stars und Stripes' im Jahre 1987 zum 'America Cup'. Auch der Airbus 310, seit Monaten unterwegs und mit Riblets-Folie beklebt, scheint erfolgreich zu sein: Er spart 1 - 2 % Treibstoff, das sind 150000 l pro Flugzeug und Jahr.
wb

 
   
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