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Auch im Westen nichts Neues

Von Fridolin Frost
 
Rückblickend auf die Bumerang-Saison ´92 fand ich es sehr interessant zu sehen, daß sich Hardware-technisch in der Bumerang-Szene eigentlich keine revolutionären Neuerungen ergeben haben. Nachdem die Dreiflügler ´90 und ´91 des größten Teil des Wettkampfgeschehens übernommen haben, spielten sich dieses Jahr Veränderungen eher im Detail ab. Andere Proportionen, neue Schlitz- und Lochtechniken, rundere oder eckigere Ohren - die Basis blieb jedoch die gleiche.
Der einzige Wandel, der speziell auch auf dem Team-Cup und der Weltmeisterschaft zu erkennen war, spielte sich im Bereich MTA ab. Gute 90% der MTAs waren entweder Pertinax-Fabrikate oder die Romblad´schen Kohlefaser High-Tech-Geräte. Die Pertinax-Langflieger bestechen zum einen durch die ungeheure Steighöhe, zum anderen durch die große Distanz, die sie 'nach vorne' rausholen. Die Romblads erreichen zwar nicht annähernd die gleiche Höhe, sind dafür aber nahezu unzerstörbar und schweben ganz ausgezeichnet. Damit wurde der gute alte Holz_MTA auf ganz bestimmte Wetterbedingungen verdrängt. Dies ist aber genaugenommen auch keine Änderung dieses Jahres, vielmehr zeichnete sie sich schon recht deutlich auf der letztjährigen EM in Bad Hersfeld ab.
Eine Ausnahme bleibt allerdings noch erwähnenswert: der Schweizer Jörg Schedler hat es in Hamburg tatsächlich geschafft, mit einem Dreiflügler fast 20s in MTA100 zu werfen. Fachleute sind sich jedoch noch nicht ganz einig, ob dies an einer Dreiflügler-technischen Weiterentwicklung oder dem gewaltigen Abwurf-Urschrei gelegen hat.
 
Abschließend möchte ich speziell den Anfängern noch einen hilfreichen Tip geben: Wettkampf-Traumergebnisse sind in den wenigsten Fällen auf DIE ultimative Form zurückzuführen, sondern vielmehr auf eine ganz persönliche Abstimmung des jeweiligen Bumerangs auf seinen Werfer und ein gewisses Maß an Training. Ich kann also nur dazu raten, möglichst viel selbst zu experimentieren und auszuprobieren, da man so am schnellsten wichtige Erfahrungen sammeln kann. (Man sollte auf das Schnüffeln und 'Saugen' in anderer Leute Bumerangtaschen aber nicht ganz verzichten, da hierbei oft neue Ideenanstöße zu holen sind!)
 
Viel Erfolg und MHR also in den ruhigeren Wintermonaten, in denen man endlich mal die Basteleien in Angriff nehmen kann, für die man sonst nie Zeit hat.

Fridolin


 
Kommentar:
Beim Worldcup in Hamburg war ich erstaunt zu sehen, daß mehrere US-Werfer Bumerangs von mir benutzten. Bisher gehörte ich auch zu den "Taschen-Schnüfflern". Nun habe ich gelernt: Nicht irgend ein Super-Bumerang bringt den Erfolg. Die Übung machts!
Also, lieber einen Bumerang im Wettkampf verwenden, den man gut im Griff hat. Besser 5 sichere Fänge im Fast Catch als 3 Fänge mit einem superschnellen Teil, das bei etwas Wind verblasen wird.
gb