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World Boomerang Championship 1993 in Chatham/Ontario

Einige Bemerkungen zur Absage

Etwa vor zwei Jahren begann die breit gestreute Vorab-Information durch den Veranstalter John Cryderman, deren Dichte sich von Monat zu Monat steigerte bis hin zu Anteilscheinen zum Erwerb des 3000-Dollar-Bumerangs mit Gold- und Silbereinlagen im Walnußholz-Etui und zur Mobilisierung von über 300 Fernsehstationen in den USA.
 
Im September 92 begutachteten Chet Snouffer (der die sportliche Organisation übernommen hatte) und Fridolin Frost das von Cryderman in Aussicht genommene Gelände in der Stadt Chatham. Sie stellten fest: Es war zu klein. Daraufhin schlugen sie gemeinsam ein baumfreies 160x380m großes Feld vor, über das jedoch der County of Kent das Verfügungsrecht hat. Beim Abschied konnten sie davon ausgehen, daß John ohne Schwierigkeiten die Nutzungserlaubnis bekäme.
Es entwickelte sich jedoch eine Konstellation, die äußerst unglücklich war: Für John mag der Austausch des Geländes ein selbstverständlicher, rasch zu erledigender letzter Schritt in dem bisher zurückgelegten Weg der Vorbereitungen gewesen sein. Die Ratsmitglieder von Kent jedoch fühlten sich offensichtlich durch die vorgetragene Dringlichkeit trotz geringer Information verunsichert und wollten längere Beratungszeiträume, zumal John von täglich 5000-10000 Besuchern gesprochen hatte. Erschwerend erschien mir, daß zwischen Stadt und Kreis nicht das beste Einvernehmen herrscht, wie man den örtlichen Medien entnehmen konnte. Und eine Tendenz, gepflegte Anlagen eher vor allem zu pflegen als sie zu benutzen oder benutzen zu lassen, ist uns allen ja nicht fremd. Jedenfalls fand ich die Bezeichnungen, mit denen ein Kommentator des Radio AM63 die Mitglieder des Rates bedacht hatte, in meinem Langenscheid unter 'sl.' wieder.
 
Als am 4. November 1992 die erste offizielle Sitzung des Kreis-Rates mit den Vertretern Chathams sowie John Cryderman stattfand, reduzierte dieser den Umfang seiner Wünsche, weil in einem Vorgespräch des Rates die Benutzung des Geländes abgelehnt worden war. Nun schienen die Ratsmitglieder zufrieden. Sie würden den Punkt für die kommende Ratssitzung am 25. November erneut auf die Tagesordnung nehmen mit dem Ziel, den vorher ergangenen Ablehnungsbescheid wieder aufzuheben. Bereits am nächsten Tag jedoch habe John den Ratspräsidenten angerufen, um mitzuteilen, daß er die Wartezeit bis zum 25. November nicht akzeptieren könne und deshalb die geplante Veranstaltung absagen werde. Informationen über die Gründe der für sie überraschend erscheinenden Absage hätten sie nicht mehr bekommen.
Am 18. November hat dann das Verwaltungskommitee erneut ein Nutzungsverbot empfohlen, das der Kreisrat in der Sitzung vom 25. November endgültig übernahm.
 
Der Brief an die Bumerang-Werfer, mit dem John den Ausfall der Veranstaltung offiziell mitgeteilt hat, enthält im Anfangsteil den Satz: 'Die Bürokraten sagten NEIN zur Benutzung ihres Eigentums'. Dies und die Annahme, der Rat sei fremdenfeindlich, undemokratisch und selbstherrlich, veranlaßten mich zu einem Brief an den Rat, der am 8. Februar 1993 vom Ratsvorsitzenden, Mr. Dennis S. Scott, beantwortet worden ist und mir Gelegenheit gibt, die Standpunkte beider Seiten kennenzulernen. Nur ein Beispiel: Ist eine Mutter fremdenfeindlich, wenn sie befürchtet, ihre Kinder auf dem Schulweg - viermal am Tag - über das geplante Gelände in eine Menge von 5000 bis 10000 Fremden eintauchen zu sehen, denn diese Besucherzahl war täglich angenommen worden?
 
Um den Bericht nicht ausufern zu lassen: Wer Einzelheiten, Texte, Nachfragenantworten haben möchte: Kontakt zu mir aufnehmen; ich schicke Kopien o.ä.
wb