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Winfried Gorny/Jörg Schlegel:

'Die Baumappe 2' -Long Distance Spezial-

'Baumappe' ist fast eine zu bescheidene Bezeichnung für die vorliegende Zusammenstellung von 39 Bauplänen und 33 Textseiten. Die Baupläne (17 von Jörg Schlegel, 10 von Winfried Gorny, 12 von Schlegel/Gorny, also in gemeinsamer Arbeit entstanden, wurden in gewohnter Meisterschaft von Jörg Schlegel gezeichnet. Eine unvergleichliche Spitzenleistung, die nicht nur einen genauen Nachbau ermöglicht, sondern auch einen ästhetisch-technischen Eigenwert bekommen.
 
Bei den Angaben des Maßstabes sind leider Irritationen entstanden. Mit Ausnahme S.8 gilt die Bezeichnung 'Maßstab 1:1' für die Reinzeichnung, die im Originalformat gefertigt wurde. Sie wurde für die Veröffentlichung auf DIN A 4 verkleinert und muß jeweils wieder auf DIN A 3 vergrößert werden.
 
Für den Text ist vorwiegend Winfried Gorny verantwortlich. Er enthält neben allgemeinen Hinweisen vor allem
  • die Plantexte, also Erläuterungen zu den einzelnen Geräten,
  • die Kapitel-Einführungen, welche die Entwicklung und den jetzigen Stand der beschriebenen Bumerang-Sparte überzeugend darstellen.
Wenn man die Kapitelüberschriften zusammenstellt:
  • Hallenbumerangs
  • Fun-Rangs
  • Fast-Catch-Rangs
  • Doubling
  • Juggling
  • Annäherung
  • Aussi Rounders
  • Langzeitflug
  • Exoten
  • Kinderbumerangs
  • Weitwurf,
dann ist die Spannweite der Zusammenstellung gut erkennbar.
 
Die moderne Entwicklung wird überzeugend dargestellt und jeweils mit mindestens einem Beispiel belegt. Wie der Untertitel sagt, liegt der Schwerpunkt auf dem Gebiet des Weitwurfs (12 Pläne, 5 Textseiten). Hier wurde von den beiden Autoren ausführlich getüftelt, gebaut, geworfen, gemessen, überlegt, neu gebaut und so fort. Sie verwendeten dabei vor allem Platten aus Glasseidengewege, epoxydverleimt in 2,8 mm Stärke (Spez. Gew.: 1,8).
 
Ohne Zweifel begannen sie für Form, Profil und Verwendung von Gewichten eine eigenständige Entwicklung, die von den zukünftigen Besitzern der Baumappe weitergeführt werden wird.
 
Die Autoren haben auch über die Grenze des reinen Wettkampfsports hinausgeschaut und so den ganzen Reichtum ihrer Bumerangwelt ausgebreitet; denn sosehr die Autoren die allgemeine Entwicklung einbezogen haben, so eigengeprägt bleibt gleichzeitig ihre Bumerangwelt.
 
Zwei kritische Bemerkungen: 1. Wenn die Autoren so sehr von Sicherheitsnotwendigkeiten überzeugt sind, warum haben sie dann ihre Weitwurfgeräte mit auf 0º auslaufenden Kanten versehen? Können Sie aerodynamisch begründete Fakten dafür nennen?
2. Wir genau können wir Bumerangbauer bei der Herstellung unserer Geräte sein? Sind wir in der Lage, auf 100stel Millimeter genau zu bauen?
wb
 

Textbeispiel aus der Baumappe von Gorny/Schlegel:

Doubling
Für Einsteiger in das gleichzeitige Abwerfen von Bumerangs gilt es, zwei grundsätzliche Dinge zu wissen:
 
1. benötigt man zwei verschieden fliegende Bumerangs (im Idealfall einen, der hoch und ca. 30m weit fliegt und einen, der niedriger und möglichst nur eben über 20m fliegt), die jedoch exakt denselben Wurfstil und dieselbe Wurfkraft benötigen; idealerweise sind sie auch noch tolerant gegen Abweichungen vom Wurfstil.
 
2., und das scheint mir das Wichtigste, um einen schnellen Einstieg in diese Disziplin zu erreichen, sollte man sich immer der Tatsache bewußt sein, daß man ein ziemliches Gewicht in der Hand hält - nämlich zwei Bumerangs - und daher unbewußt zu einem viel stärkeren Abwurf tendiert.
 
Es ist einfach so: Für den doppelten Abwurf gilt zunächst einmal, das richtige Gefühl zu entwickeln. Am besten nimmt man zwei Bumerangs, die man genau kennt, die man gleich abwerfen muß und die deutlich verschieden fliegen (siehe oben).
 
Häufig ist es nun so, daß diese Geräte nach einigen Versuchen zwar den Erfordernissen weitgehend entsprechen, aber:
1. doch zu schnell hintereinander kommen, so daß man bei Wind ohne Chance dasteht und darüberhinaus
2. verhakeln sie oft nach dem Abwurf, und zumindest einer von ihnen stürzt dann in der Regel ab. Dann heißt es doch stärker in die Konstruktion einzugreifen:
 
Zu 1:
Man kann versuchen, den weiter fliegenden Bumerang vorsichtig mit kleinen, flachen Bleigewichten (an beiden Armen!!) träger zu machen, so daß er weiter fliegt. Man sollte mit ganz wenig beginnen, denn 5m mehr Flugweite bringen häufig schon genug Zeit, um ihn dann als zweiten komfortabel fangen zu können.
 
Zu 2:
Tendieren die Bumerangs dazu, sich während des Fluges zu verhakeln, was meist schaurige Auswirkungen auf die Flugbahn beider hat, so wäre eine erste Abhilfe, es mit Biegen, also dem Tuning zu versuchen (von der Mitte an Arm 1 hohl- und Arm 2 hochbiegen), damit sie sich schneller voneinander trennen. Diese Maßnahme sollte allerdings nur bei dem innen fliegenden Bumerang angewendet werden. Vorsicht, wenn der nur knapp die 20m überfliegt, kann er anschließend die 20m unterschreiten. In diesem Fall ist man dann gezwungen, den äußeren Bumerang in seinem Flachlegeverhalten zu verändern.
Fliegt er ohnehin schon weit genug, sollte man versuchen, ihn durch eine schärfere Vorderkante und verringerten Stirnwiderstand schneller zu machen, damit er sich früger vom inneren trennt. Anderweitig sollte man es mit vorsichtigem Ballastieren (symmetrisch an beiden Armen) probieren.
 
Zu den Beispiel-Baupläne
 
Soweit der Probetext aus der Baumappe. Hier noch ein paar ergänzende Hinweise zum Thema Doubling:
 
Um die Differenz der Flugdauer zwischen Insider und Outsider zu vergrößern reicht es häufig, den Insider kräftig nach unten und den Outsider nach oben zu biegen. Das funktioniert bei Zwei- wie bei Mehrflüglern. Der Insider sollte möglichst schnell "herunterfallen", schwebt er zu lange, kann man ihn auch mit Bremsklappen aus Klebeband bestükken oder schön faltig mit Tesakrepp umwickeln (bei Fridolin Frost gesehen).
 
Gewichte: Beim Outsider etwas mehr und an den Armenden, beim Insider etwas weniger und mehr zur Armmitte anbringen. Das sind natürlich alles keine Patentrezepte, also ausprobieren!
 
In Winfrieds Anleitung fehlt die Angabe, in welcher Reihenfolge die Bumerangs aufeinandergelegt werden müssen. Normalerweise kommt der Insider nach innen (klar!), also zum Daumen. Manchmal fliegen sie aber anders herum besser - ausprobieren. Empfehlenswert ist außerdem, den Insider an Arm 1, und den Ousider an Arm 2 zu halten. Wenn´s trotzdem klappert: Alle möglichen Varianten mal versuchen. Ich würde allerdings Anfängern eher zu einem Dreiflügler-Doublingpaar raten, die lassen sich nun mal besser fangen.
gb

 
   
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