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Ergänzung zu:

Kunststoffe im Bumerangbau

(BW II/93)

 
Zu meinem Artikel über Kunststoffe im Bumerangbau schickte mir Jürgen Rode den folgenden Leserbrief (gb):
 
Vor gut fünf Jahren bin ich durch Wilhelms Buch auf die Idee gekommen, auch einmal Bumerangs aus Makrolon zu fertigen. Bis dahin hatte ich nur Holzbumerangs gebaut, wußte aber daß z.B. Michael Siems schon mit Verbindungen aus Holz und GFK Weitflieger baute.
 
Der erste Versuch mit Makrolon entpuppte sich als totaler Flop; meine Wurfkraft und die Bumerangform waren für dieses Material denkbar ungeeignet. Also blieb ich bei Holz.
Erst vor zwei Jahren bin ich dann entgültig zu Polypropylen übergegangen. Meine ersten Dreiflügler stürzten zwar regelmäßig ab, doch nach dem fünften Bumerang hatte ich die für mich geeignete Form gefunden. Ich baute aus 5 mm PP und hatte zu Beginn die selben Probleme mit der Bearbeitung, die Du beschreibst.
Mittlerweile bin ich dann dazu übergegangen mit einem groben Holzsägeblatt und einer Stichsäge, die variabel in der Hubzahl verstellbar ist zu arbeiten. Mit ein wenig Übung kann man etwa so schnell sägen wie in Holz!
Geschliffen wird mit grobem Sandpapier und einem Bandschleifer. Doch immer nur mit grobem Papier. Am Anfang hatte ich das Problem, daß Lack auf der Oberseite nicht haftet, bis ich in Lübeck bei Frido Frost einen Rang sah, den er einfach überall mit dem Schleifer angerauht hat. So hält jede Lackschicht. Hierbei benutze ich ein 240er Schleifpapier.
 
Oft werde ich gefragt, ob man bei PP große Bevel braucht. Gerade PP ist ideal zum Biegen. Jedem Anfänger kann ich nur empfehlen, einen PP-Rang, mit dem er gut werfen kann, mal so richtig durchzutunen. Vorderkante hochstellen, Arme hochbiegen, Arme runterbiegen, verdrehen... Und nach jedem Tuning fünf (möglichst gleiche) Würfe machen und sehen was passiert. Es ist verblüffend zu sehen, was alles alleine durch Tuning möglich ist.
 
Ob nun 4mm oder 5mm, ich denke, da muß jeder für sich die Entscheidung treffen. Jeder wirft anders, also braucht jeder den auf IHN zugeschnittenen Bumerang. Jedem, der vorhat, an einem Wettkampf teilzunehmen, sei hier empfohlen, sich eine Woche vor dem Tunier auf eine Handvoll Bumerangs zu konzentrieren und nur diese zu werfen (und zu tunen). Beim ABS habe ich in der letzten Zeit noch bessere Erfahrungen gemacht. Das Material verwende ich in 4mm und fast ausschließlich für Fast Catch. Gehöhlt, mit Löchern versehen und durch Flaps (kleine aufgeklebte Isolierbandstücke) gebremst kann man sehr gute Zeiten auch bei Wind erreichen.
Problem: Bei Minustemperaturen kann das Material brechen, und es muß vorsichtiger gebogen werden.
 
Beim Doubling habe ich mittlerweile auch auf 4mm ABS umgeschwenkt. Mit Gewichten versehen, habe ich ein hervorragendes Windpärchen. Aber auch hier gilt, nicht der erste Entwurf ist der Superbumerang.
 
Ein Tip zu ABS: wer das Material nicht schleifen möchte, der kann mit einer Abziehklinge aus Stahl fast genauso schnell, aber viel sauberer einen Bumerang bauen. Durch das Abziehen größerer Späne entstehen keine hohen Temperaturen, ergo kein Gestank. Und das Ergebnis ist superglatt.
Funktioniert im übrigen auch bei Pertinax. Giftige Gase können aber trotzdem entstehen. Ola Wahlberg aus Schweden verwendet schon seit Jahren das ‘Tropen´-Pertinax und von Ihm stammt auch die Idee mit der Abziehklinge. Er baut Pertinax-Bumerangs im Keller seines Hauses und es stinkt fast überhaupt nicht.
Ich habe einmal rund 30 Platten aus Schweden eingeführt, doch durch den Schwedischen Zoll wurde das Material, daß ich bisher hier noch nicht bekommen habe, wesentlich teurer als normales Pertinax. Ola baut MTA´s aus 1,75mm Pertinax! (Leichter als 2mm, und stabiler als 1,5mm).
 
Oft kommt auch die Frage auf, wo bekomme ich einen halben Quadratmeter ABS her. Ich organisiere seit einem Jahr Sammelbestellungen und verkaufe Kunststoffe zu (fast) Einkaufspreisen. Wer günstigere Quellen kennt, möchte mir diese bitte melden, damit wir alle davon etwas haben. Es kann nicht sein, daß jemand in Hamburg 100 Mark für Pertinax zahlt, das in Frankfurt 70 kostet.
 
Die neusten Materialien heißen wohl Kohlefaser- und Glasfaserplatten. Beides ist nicht einfach zu besorgen.
 
Kohlefaser setzt sich bei den Weitfliegern immer mehr durch, obwohl Pertinax und GFK, die wesentlich billiger zu haben sind, bei weitem noch nicht ausgereizt sind. (Kohlefaserstaub ist meines Wissens sogar hochgiftig!). Die Freaks, die für den halben qm Kohlefaser DM 300,-und mehr hinlegen geben meist Ihre Quellen nicht bekannt. Wer günstigere Firmen kennt, möchte deren Adressen bitte veröffentlichen.
 
Wie bei Kohlefaser kommt es beim GFK darauf an, das die Gewebeschichten im richtigen Muster übereinander gelegt und verklebt werden. Ein Bekannter von mir, der in einer Segelflugzeugfirma arbeitet, hat letztens GFK mitgebracht, daß ebenso verwindungssteif ist, wie mein Kohlefaserweitflieger. Daran kann man schon ersehen, daß mit dem viel günstigeren GFK noch einiges möglich ist.
 
Auch hier gilt, daß die Freaks ihre Quellen geheim halten und auch ich bisher nur an kleine Mengen komme. Vielleicht erbarmt sich einer und nennt eine günstige Einkaufsmöglichkeit; Ich organisiere gerne eine Sammelbestellung.
 
So, mehr habe ich jetzt nicht auf Lager, vielleicht haben auch noch Andere ein paar Tips für die Bumerang-Gemeinde.
 
Many Happy Returns
 
Jürgen Rode
Bahnstr. 43
63329 Egelsbach


Aktions-Aufruf:


 
Ich glaube, daß viele Leser der BW das gleiche Problem haben wie ich, deshalb will ich hier eine kleine Aktion starten:
Leider bekommt man die Materialien für Bumerangs (sei es jetzt Holz oder Kunststoff) nicht überall, und wenn man´s sich schicken läßt, ist´s zu klein geschnitten oder Porto und Verpackung zu kostenaufwendig. Lange Rede, kurzer Sinn, meistens erfährt man von einem Anbieter in der Nähe erst nach Jahren und vor allem durch Zufall, bzw. man sucht ewig und findet trotzdem nix! Diesem Umstand möchte ich abhelfen:
 
Viele oder hoffentlich die meisten haben ja ihre Lieferanten, und genau die sollen mir auf einer Postkarte (nur DM 0,80 Porto - das sollte es doch wert sein) folgende Daten schreiben:
Anbieter, Adresse, Materialangebot mit Stärke, Größe und Preis!
Aus diesen Daten werde ich eine Liste zusammenstellen, die ich dann (in etwa 3-4 Monaten) auf Anfrage gegen Portoerstattung, aber sonst ohne zusätzliche Kosten an genervte und verzweifelte Sucher, wie ich einer war, verschicken werde. Ich hoffe, mit dieser Aktion vielen helfen zu können und warte auf rege Teilnahme!
 
Hans G. Nikolayczyk
Ringstr. 21
53919 Weilerswist

 
   
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