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Dem Schleifstaub ein Schnippchen schlagen

Jedwede(r) kennt das Problem beim Schleifen: Schleifstaub allerorten. Das wäre von der heiteren Seite zu sehen, würde da nicht die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen beeinträchtigt. Auf das grundsätzliche Risiko wurde schon in BW I/91 hingewiesen. Für die schleifende Person hilft die Halbmaske mit brauchbarem Filter und annehmbarem Atemwiderstand. Doch nach dem Abnehmen derselben hängt das Problem schon wieder schwebend im Raum. Fazit: Die Absauganlage muß her! Aber beim Preiseeinholen beginnt das Zagen. Verständlich, denn zwischen ein- und dreitausend DM, und bisweilen noch mehr, wird für diesen Artikel im Fachhandel gefordert. Ein Trost bleibt für Praktiker: Der Eigenbau einer Absauganlage rückt alles wieder in erreichbare Nähe.
 
Ich will im folgenden erklären, wie das System arbeitet und dann im zweiten Teil, rechtzeitig vor der Winterpause, Vorschläge für die praktische Umsetzung machen.
 
Zunächst könnte man ja glauben, daß ein leistungsfähiger Staubsauger das Problem löst, zumal ja auf dem Sperrmüll allerlei Typen zu finden sind. Wer´s probiert hat, wird bestätigen: Man kommt aus dem Beutelleeren gar nicht raus.
Absauganlagen arbeiten i.d.R. mit größerer Saugleistung. Die Strömungsgeschwindigkeit an der Ansaugstelle spielt eine große Rolle. Die meisten Sauganlagen in Holzbearbeitungsbetrieben sind eher für das Absaugen von Spänen vorgesehen und lassen diese durch ein Verwirbelungssystem in einen (Müll)beutel fallen. Der Staub setzt sich in einer Papierfilterpatrone oder an einer besonderen Gewebefläche fest. Dies Staubfilterelemente werden entweder regelmäßig ausgetauscht, oder man reinigt sie mechanisch durch Rütteln/Vibrieren/Abbürsten oder - im industriellen Bereich - durch kurzzeitige Druckluftimpulse in der 'falschen Richtung'. Danach läßt sich der Staub vom Boden des Behälters entfernen und entsorgen. Späne fallen beim Sägen von Rohlingen an, sonst gewöhnlich nicht. Der Schleifstaub aber ist das Problem. Um ihn soll es hier gehen.
 
Verglichen mit einem Haus - oder Baustaubsauger muß eine wirkungsvoll arbeitende Anlage natürlich einen erheblich größeren Anteil an Staubfilterfläche ('Beaufschlagungsfläche') haben, wenn man nicht ständig s.o. ...
Das Prinzip der Staubabsaugung ist denkbar einfach: ein Ventilator erzeugt in einem Behälter einen Unterdruck. Durch eine Öffnung in dem Behälter strömt (verschmutzte) Luft herein; durch ein zweites Loch entweicht diese angesaugte Luft wieder. Vor der Ventilatorturbine liegt natürlich noch die Staubfiltereinheit, die dafür sorgt, daß das Gerät reine Luft in den Raum abgibt. Wenn die Abluft nach draußen abgeleitet wird, muß der Raum auch belüftet werden. Im Winter kann es dann kalt werden. Wie groß der gesamte Behälter mit seinem Unterdruck ist, spielt solange keine Rolle, wie die Anlage komplett dicht ist - bis auf die Ansaug- und Auslaßöffnung. Diese Bemerkung hat ein praktische Bedeutung: Es ist ausgesprochen sinnvoll, weil wirkungsvoll, der Filtereinheit einen möglichst riesigen Raum vorzuschalten. Die Grundidee läßt sich leicht nachvollziehen: Wenn der Staub einen langen Weg, womöglich durch Mäander und Schikanen verlängert, bis zur Filtereinheit zurückzulegen hat, wird sich eine erfreuliche Menge auf eben diesem Wege niedertun. Die Menge der Beaufschlagung am Filter selbst wird geringer. Man kann ohne Reinigungsunterbrechung länger Schleifen.
Wir haben uns in Fridolins Bastelkeller von einem Fachmann für Industrieabsauganlagen beraten lassen. Die wichtigsten Erkenntnisse:
  • Man kann eine wirkungsvolle Anlage selber bauen.
  • Der/die Auffangtrichter für den anfallenden Schleifstaub muß so nahe und umschließend wie möglich an die Staubquelle (Schleifgeräte) gebracht werden.
  • Der Raum für die Vorabscheidung kann gar nicht groß genug sein.
  • Die Anlage muß so dicht wie möglich sein.
  • Schleifstaub (wie auch Mehl) kann explodieren. Daher sollte kein Metallschliff mit Funkenbildung hineingesogen werden.
  • Ventilatoren mit Drehstromanschluß (380 V) sind denen mit Lichtstrom ( 220 V) vorzuziehen.
Die Konsequenz aus diesen und weiteren Erkenntnissen will ich in Form einer Anleitung für den Selbstbau einer Anlage in der nächsten Bumerang Welt darstellen. Für brennende Nachfragen stehe ich schon vorher zur Verfügung. Auch habe ich ein offenes Ohr für ideenreiche Vorschläge und Materialquellenangaben aus dem Leserkreis.
em

 
   
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