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Beginner's Corner

Disziplin: Australische Runde

Von vielen wird die Australische Runde (oder kurz: Aussie Round) für die Königin aller Disziplinen gehalten. Sie ist auf jeden Fall eine der vielseitigsten; kommt es doch auf genaue Rückkehr, große Reichweite und sicheres Fangen an. Meiner Meinung nach sollte Aussie Round bei keinem Wettkampf fehlen. Leider sind die Anforderungen an die Veranstalter (viele Kreise) und den Veranstaltungsort (großer Platzbedarf) sehr hoch, was die Durchführung oft unmöglich macht.
 
Man braucht:
Kreise mit 2, 4, 6, 8, 10, 30, 40 und 50m Radius um einen gemeinsamen Mittelpunkt, mindestens 6 Linienrichter (besser mehr) zur Ermittlung der Flugweite und einen Schiedsrichter, der die Genauigkeit und Gültigkeit der Fänge überprüft. Der Wurfplatz muß ausreichend groß sein- außerhalb des 50-Meter-Krei'ses sollten möglichst mindestens 20m Freiraum bis zu irgendwelchen Hindernissen (Bäume etc.) vorhanden sein (das bedeutet eine Fläche von 140x140m!).
 
Veranstalter sollten den Zeitbedarf (5 Minuten pro Werfer sind ein guter "Daumenwert") und den Kreideverbrauch für die Kreise (1 Sack Sportplatz-Kreide geht spielend dabei drauf) nicht unterschätzen.
 
Die Regeln:
Der Bumerang wird aus dem 2m-Kreis geworfen und soll möglichst genau gefangen werden. Er muß dabei mindestens den 20m-Kreis überfliegen. Es gibt Punkte für die Genauigkeit (ab 30m Reichweite!), das Fangen und die erzielte Reichweite:
 
1) Genauigkeit (siehe auch Abbildung)

Im 2m-Kreis = 10 Punkte
Im 4m-Kreis = 8 Punkte
Im 6m-Kreis = 6 Punkte
Im 8m-Kreis = 4 Punkte
Im 2m-Kreis = 2 Punkte.
 
Entscheidend ist die Lage des Bumerangs (falls nicht gefangen wird) oder der Standort des Fängers (gewertet wird zugunsten des Fängers, steht er z.B. mit einem Fuß im 2mKreis und dem anderen' im 4m-Kreis bekommt er 10 Punkte). Berührt ein nicht gefangener Bumerang eine Linie, so wird der Zwischenwert ermittelt (z.B. auf der Linie des 6m-Kreises = 5 Punkte). Neu: Genauigkeitspunkte werden nur vergeben, wenn der Bumerang weiter als 30m fliegt! Dies ist im Moment eine Spezialregelung des DBC!
 
2) Fangen
Die Fangpunkte sind ebenfalls von der Genauigkeit abhängig:
 
Im 20m-Kreis = 4 Punkte
Im 50m-Kreis = 2 Punkte
(Auf der Linie: Mittelwerte wie bei Genauigkeit).
 

 
3) Reichweite
30m = 2 Punkte
40m = 4 Punkte
50m = 6 Punkte.
 
Punkte für die Weite werden nur vergeben, wenn Genauigkeits- und/oder Fangpunkte erzielt wurden! Damit wird verhindert, daß ein Nichtrückkehrer, den man über 50m weit wegwirft 6 Punkte einbringt.
 
Es sind also je Wurf maximal 20 Punkte erreichbar (10 Genauigkeits-, 4 Fang- und 6 Weitenpunkte).
 
Jeder Werfer hat 5 Würfe. Meist werden diese in Gruppen zu 3-5 Werfern, die reihum werfen, ausgeführt. Das macht den Ablauf zügiger und gleicht die Chancen etwas aus (ein kurzes Aufbrisen des Windes bekommen dann alle 5 Werfer zu spüren).
 
Der Weltrekord mit 90 (von erreichbaren 100) Punkten ist inzwischen schon 10 Jahre alt und wurde vom Australier Brother Brian Thomas aufgestellt (ich hoffe, ich bin da noch richtig informiert).
 
Hardware/Strategie
Bis zur Einführung der Mindestreichweite von 30m für Genauigkeitspunkte war es relativ einfach (aber verpönt), mit einem 20m-Teil reichlich Punkte abzustauben.
Einfaches Rechenbeispiel: 5 mal im 2m-Kreis gefangen brachte 70 Punkte. Mit einem 50m-Teil mußte man schon 5 mal im 8m-Kreis fangen, um auf die gleiche Punktzahl zu kommen, und das ist (vor allem bei Wind) nicht einfach. Durch die Einführung der erwähnten Mindestreichweite ist das nun nicht mehr möglich. Trotzdem ist es immer noch lohnender, ein kürzer fliegendes Gerät zu verwenden, das genau zurückkehrt, als ein unsicheres 50m-Teil.
 
Eine besonders geeignete Form für Aussie Round gibt es nicht. Die klassischen Formen wie Hook, Omega und "V" sind inzwischen ebenso vertreten wie 3- und 4-Flügler (gesehen bei "Schlitzer" Adam Müller). Ich benutze im Moment z.B. eine Omega-Form, die deckungsgleich mit einem Fast-Catch Bumerang von Fridolin Frost ist, aber aus Pertinax.
 
Damit sind wir beim Material. Pertinax ist stark verbreitet, neuerdings auch Glas- und Kohlefaser. Bei Holz muß normalerweise kräftig gebleit werden, es geht aber auch ohne (Beispiel: "lkarus" von Axel Heckner in BW 4/90).
 
Es gibt also keinen typischen Aussie-Round-Bumerang. Alles, was mindestens 30m weit fliegt, genau zurückkehrt, möglichst windunempfindlich ist und keine ausgeprägt lange Schwebephase hat, grundsätzlich geeignet.
 
Ein Tuning-Tip zum Schluß: Weiterfliegende Bumerangs haben bei Windstille oft das Problem, daß sie vor dem Werfer landen. Die einfachste Methode, dem entgegenzuwirken, ohne die Flugbahn nennenswert zu beeinflussen: Arm 1 herunterbiegen und mit mehr Neigungswinkel werfen. Funktioniert fast immer.
 
Viel Erfolg wünscht...
gb

 
   
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