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Adam Müller
Maxischlitze - Ist noch eine Steigerung möglich?

Liebe Bumerangfreunde,
heute möchte ich eine neue Generation von „typischen Geschlitzten” vorstellen. Ausgangspunkt für die in diesem Artikel vorgestellten Bumerangs und deren als „Häkeldecken Design” oder „typische Architekten Bumerangs” bezeichneten Formen waren für mich mehrere Gründe:
 
1. Form, Größe, Gewicht optimal auf exakte Abwurftechnik abzustimmen.
 
2. High-tech-Materialien und deren Eigenschaften in Bezug auf Bruchfestigkeit, Materialdicken und Flugeigenschaften kennenzulernen.
 
3. Den allgemeinen Boom (Dreiflügler für fast alle Disziplinen) zu überspringen und gleich Vier- oder Mehrflügler zubauen, die wettkampfmäßig eingesetzt werden können.
 
4. Die Grenzen der Schlitztechnik zu erfahren, was die Flugtauglichkeit anbelangt.
 
Zu Punkt 1:
Dazu hatte ich mir überlegt, wie die Enden der Bumerangs aussehen müßten, um sie optimal wahlweise im „Pinch Grip” oder mit „Finger vor”-Technik zu werfen; denn ich als eingefleischter „Pinch-Grip” Werfer sah immer ziemlich alt aus bei Regen oder naßkaltem Wetter, weil beim Abwurf schon zwischen Finger und Daumen wegrutschend, der Bumerang oft dahin flog, wo er nicht hin sollte.
Das Bumerangende mit einem kreisrunden handlichen „Knubbel” zu versehen, welcher nach vorne, d. h. in Rotationsrichtung versetzt ist, schien mir hier die geeignete Lösung.
 
Zu Punkt 2:
Glasfaserverstärkte Kunststoffe und Kohlefaserplatten ermöglichten schon immer, Wurfteile herzustellen, die weit und hoch fliegen, bei mir jedoch beim Landen verkehrtherum rotierend, unkontrollierbar, kaum fangbar, abtrudelten. Hier war ich überzeugt, mit Schlitzen in den Flügeln das Problem zu lösen. Dazu hatte ich vor, von den “Normalschlitzen” abzuweichen und sog. „Maxischlitze” einzubauen.
Maxischlitze, die so groß sind, daß innerhalb des Schlitzes, quer oder längs zur Rotationsrichtung, jeweils eine Vorder- und eine Hinterkante eingeschliffen werden kann, da sonst bei Quergeschlitzten womöglich der Rotationsverlust aufgrund des ungünstigen „Schlitz-Massen-Verhältnisses„ zu groß sein würde.
 
Dabei bin ich auf ganz interessante Schlitzvarianten gestoßen, die ich mittlerweile je nach gewünschter Flugeigenschaft in sämtlichen Kunststoffmaterialien gezielt einsetze.
Die Schlitzpalette beginnt mit den „Normalschlitzen” (bei Pronto und Bizzi bereits vorgestellt), geht über „Verbindungsschlitze”, „Maxischlitze”, „Fensterschlitze”, „Öffnungs- bzw. Segmentschlitze”, „Kammschlitze” bis hin zu „Sägezahnschlitzen”.
 
Um das ganze nicht allzu einfach zu gestalten, können die o. a. Schlitzarten in „Rotationsrichtung”, „stirnseitig” oder „hinterkantenseitig”, „rechtwinklig zur Rotationsachse”, „diagonal einwärts”, „diagonal auswärts” oder „parallel zur Rotationsachse” und somit „quer zur Rotationsrichtung” angeordnet werden.
 
Spätestens jetzt kommen sich einige von Euch mit Sicherheit „verarscht” vor und fragen sich, ob der Verfasser noch „alle Tassen im Schrank” hat. Ich meine es tatsächlich ernst; ich habe fast alle der aufgezeigten Schlitzmöglichkeiten ausprobiert und wende diese auch weiterhin an.
 
Zu Punkt 3:
Schon 1992 hatte ich in Oldenburg bei der DM Vierflügler, mit denen ich angetreten bin, die wettkampftauglich waren und von deren Flugeigenschaften, Fangeigenschaften sowie noch schnellerem Umsetzen ich auch heute noch überzeugt bin.
Bis dato kannte ich nur Vierflügler oder Mehrflügler, die, schön floatend, nicht zu Wettkampfzwecken eingesetzt werden konnten.
 
Zu Punkt 4:
Hierbei ist nach wie vor ganz wichtig, daß alles, was geschlitzt ist, mit Sicherheit bei absoluter Windstille nicht unbedingt eingesetzt werden sollte. Hier gibt es garantiert bessere Ungeschlitzte.
Ab Windstärke 2 aufwärts sind je nach Art der Schlitze bis hin zu Windstärken 5 bis 7 meine Geschlitzten wahrscheinlich nicht zu schlagen.
 
Nun möchte ich zwei Vierflügler vorstellen:
 
a) Den Till
Aus 4 mm ABS oder Poly, bestens geeignet für Fast-Catch, Endurance, Genauigkeit und dergleichen.
 
b) Den Early Bird
Aus 1,5 mm, 2,0 mm, 2,5 mm, 3,0 mm GFK, je nach Dicke 30 bis 55 Meter weit fliegend und entweder hoch anschwebend (dünneres Material), tropfenförmige Pendelflugbewegungen ausführend (dickeres Material) oder exakt kreisbahnförmig ca. 3 - 4 Meter Höhe haltend (mittlere Dicke), zum Werfer zurück kommend!
 
Viel Spaß beim „Schlitzen”!
M. H. R.
Adam „der Schlitzer” Müller
Dr.-Fr.-Gontermannstr. 15
65207 Wiesbaden


 
   
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