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Bemalen und Lackieren von Bumerangs
 - Teil 2 -

Von Werner Klöden

Nun zur Farbgestaltung nach vorstehendem (BW2/94 Anm. d. Red.) Punkt a):

Ich verwende zunächst einen weißen Untergrundlack, wenn der Bumerang eine helle Farbgebung erhalten soll. Bei dunkten Farben (z.B. dunkelblau, dunkelrot, schwarz) kann man auf eine weiße Grundierung verzichten. Dose mit weißem Acryllack (matt) kräftig 11/2bis 2 Minuten schütteln und probeweise einen kleinen Strahl auf ein Stück Papier sprühen. So kann man feststellen, ob die Farbemulsion sauber austritt und ausreichend geschüttelt worden ist. Bei nicht gleichmäßigem Farbaustritt noch etwas länger schütteln und Sprühprobe wiederholen.

Dann in etwa 30 cm Abstand über dem Bumerang die Farbe gleichmäßig in zwei bis drei kurzen Kreuzgängen versprühen (siehe Abb. 1).



Der weiße Grundlack muß nicht und soll nicht decken, weil bei zu dickem Farbauftrag ein ungleichmäßiges "Versinken in Farbe" droht und die Trocknungszeit deutlich verlängert wird. Außerdem wird ja später noch der farbige Lack aufgesprüht. Der Sprühvorgang mit dem weißen Grundlack sollte nach ca. 5 Minuten wiederholt werden. Nach jedem Sprühvorgang Dose mit dem Ventil nach unten halten und das Ventil leersprühen, bis also keine Farbe, sondern nur noch Treibgas austritt. Selbst wenn der Lack schnelltrocknend ist, sollte man mindestens zwei Stunden warten, bevor der Bumerang umgedreht auf die Pinnstifte gelegt und in gleicher Weise wie die bereits behandelte Seite mit dem weißen Acryl-Lack besprüht werden kann. Auf jeden Fall muß der Lack auf der ersten Seite so trocken sein, da er gefahrlos angefaßt werden kann und die Farbe nach dem Wenden nicht an den Pinnstiften festklebt. Ist die zweite Seite trocken, beginnt der eigentliche Farbauftrag.

Für das vollständige Lackieren mit Farblack gilt dasselbe, wie für die vorher beschriebene weiße Grundlackierung. Zur Verwendung empfehle ich möglichst leuchtenden Acrylspraylack in matt. Leuchtende Farben erleichtern später das Auffinden des Bumerangs, wenn er mal einen unkontrollierten Ausflug in die Landschaft machen sollte, und Mattlack erspart einem das Anschleifen, wenn zum Schluß der farblose Klarlack 'aufgetragen wird.

Also: Bumerang auf die Pinn stifte legen, ausreichendes Schütteln der Spraydose vor dem Lackieren, Probesprühen, dann kurzes 2-3 maliges Sprühen im Kreuzgang aus ca. 30 cm Entfernung und dasselbe nach ca. 5 min (gegebenenfalls noch ein weiteres Mal) wiederholen), bis eine einheitlich saubere Farbdeckung erzielt ist. Wie schon beschrieben, sollte man auf keinen Fall versuchen, gleich mit dem ersten Sprühvorgang den Lack so dick aufzutragen, daß die Farbe voll deckt! Ungleichmäßige Farbdicke, Wulstbildung, Tropfenbildung an den Kanten mit Verlaufen bis auf die Unterseite sind fast unausweichliche Folgen! Für alles, was gut werden soll, muß man sich eben Zeit lassen.

Nach gelungener erster Seite die Farbe gut trocknen lassen (ein paar Stunden müssen es schon sein), Bumerang auf den Pinnstiften wenden und den vorstehend beschriebenen Vorgang auf der jetzt oben liegenden Seite wiederholen. Leersprühen des Ventils nicht vergessen.

Die Farbe sollte anschließend einen Tag durchtrocknen. Bevor man an die Hochglanzlackierung geht, kann der Bumerang zum Beispiel mit dem eigenen Namen oder Namenszeichen versehen werden, wozu sich wasserfeste Permanentstifte für die Overhead-Projektion gut eignen; doch wer geschickt ist, kann dies ebenso mit Plakafarben versuchen (Tuschpinsel Nr. 2). Da diese kleinen Farbaufträge recht schnell trocknen, kann die letzte Veredelung des guten Stückes nach einer guten halben Stunde beginnen. Weil die Hochglanzlackierung aber bei allen Farbgestaltungen in gleicher Weise vorgenommen wird, beschreibe ich sie erst zum Schluß unter Punkt e).

Das Ineinanderübergehen verschiedener Farbtöne auf beiden oder einer Bumerangseite erfordert ein wenig mehr Geschick und die Verwendung eines einfachen, zusätzlichen Hilfsmittels. Es besteht aus einem Stück Karton oder stärkerer Pappe in den Maßen von etwa 40x50 cm und wird zum Abdecken während des Sprühvorgangs benötigt.

Der Bumerang liegt mit der Unterseite auf den Pinnstiften. Soll das Fluggerät z.B. je zur Hälfte in den Farben schwarz und rot gestaltet werden, geht man wie folgt vor:
Beginnend mit der schwarzen Farbe, nimmt man die Spraydose in die "Arbeitshand" und hält mit der anderen Hand die Abdeckpappe nur wenige Zentimeter über die Bumeranghälfte (z.B. Arm 1), die später mit der anderen Farbe (hier also rot) besprüht werden soll. Der Sprayvorgang vollzieht sich wie schon weiter oben beschrieben. Soll die Trennungslinie zwischen den beiden Farben nicht zu scharf verlaufen, sollte man die Abdeckpappe während des Sprühvorganges ein wenig hin- und herbewegen ("wedeln"). Dabei aber peinlichst darauf achten, daß die abgedeckte Bumeranghälfte nicht auch Sprayfarbe abbekommt. Ist dann die erste Bumeranghälfte fertig lackiert, kann man sofort an die Lackierung der zweiten Hälfte gehen (rot); man braucht nicht abzuwarten, bis die Farbe auf der ersten Hälfte trocken ist. Also: Spraydose mit dem roten Lack gut schütteln, Abdeckpappe dicht über die eben lackierte Bumeranghälfte halten (Vorsicht! Die Pappe darf die schon lackierte Fläche auf keinen Fall berühren, weil der aufgesprühte Lack an der Pappe festklebt und in der Schicht unschöne und kaum oder gar nicht mehr korrigierbare Stellen hinterläßt) und mit dem Sprayen beginnen, wobei das oben beschriebene "Wedeln" nicht vergessen werden sollte. Ist der Lackiervorgang auf der oberen Bumerangseite abgeschlossen, muß man eine Trocknungszeit von einigen Stunden einschieben, um dann erst die andere Bumerangseite entsprechend farblich zu behandeln.

Ein klein wenig schwieriger wird das oben beschriebene Lackierverfahren, wenn mehr als zwei Farben auf dem Bumerang ineinander übergehen sollen. Dazu bedarf es nicht nur einer besonderen Pappschablone, sondern auch etwas mehr Übung. Empfehlenswert ist es deshalb, erst einmal einen Lackierversuch auf einem mißlungenen Bumerangrohling oder einem, in der Bumerangform ausgeschnittenen, Stück Pappe zu machen.

Zunächst schneidet man in die Pappe, die man zum Abdecken verwendet, ein Loch oder Oval von etwa 8-10 cm Durchmesser. Auf genaue oder saubere Kanten braucht man nicht zu achten. Über den Bumerang, der natürlich schon weiß grundiert wurde und bereit auf den Pinnstiften ruht, hält man die Abdeckschablone - wieder nur wenige Zentimeter über dem Bumerang - so, daß sein eines Armende durch das ausgeschnittene Loch in der Schablone zu sehen ist. Jetzt sprüht man die Farbe im Abstand von etwa 30 cm über der Pappe durch das Schablonenloch (etwas "wedeln" nicht vergessen) in der bereits beschriebenen Weise. Dann wandert man mit der Pappe über den Bumerang weiter, bis durch das Loch die Anschlußstelle an die eben durchgeführte Lackierung erreicht ist und sprüht durch das Schablonenloch die nächste Farbe auf Je nachdem, wie weit man jeden Farbausschnitt zieht und wie groß der Bumerang ist, sind bis zu 6 oder 7 wechselnde Farbaufträge möglich. Auf gleiche Weise kann die Rückseite des Bumerangs gestaltet werden.

Da auch hier Übung alles ist, sollte man nicht verzweifeln, wenn anfangs nicht alles so klappt und aussieht, wie man sich seine Wurfgeräte in Farbe vorgestellt hat. Dafür hat man umso mehr Freude, wenn ein schön gelungenes Stück vor einem liegt, und das kann sehr wohl auch schon beim ersten Versuch der Fall sein.

Und wegen der Schlußlackierung verweise ich nochmals auf den Schluß des Artikels zu Punkt e).

Werner Klöden
Vierländer Weg 4
21465 Reinbek

(Teil 3 folgt in der nächsten
Ausgabe.)


Einige Anmerkungen:
1.) Das Leersprühen der Ventile bei kopfstehender Dose halte ich für überflüssig. M.E. reicht es, zumindest bei Acryllacken, darauf zu achten, daß keine Tropfnase an der Düsenöffnung hängt und diese beim Trocknen verschließt. Solche Tropfen kann man einfach wegpusten. Mit dem Umdrehen und Leersprühen verbraucht man höchstens das Treibgas bevor der Lack verbraucht ist - was natürlich im Interesse der Hersteller ist!

2.) Mit etwas Übung und sauber sprühenden Dosen (die nicht kleckern) kann man durchaus auf die Pappschablone verzichten und die Farbverläufe "freihändig" sprühen. Sehr hübsche Effekte lassen sich erzielen, wenn man beim Aufsprühen des Farblackes bizarr geformte Gegenstände auf den weiß grundierten Bumerang legt. Meine Lieblingsschablone ist z.Zt. ein künstliches Farnblatt (danke für den Tip, Björn!).

3.) Ich lackiere immer beide Seiten in einem Arbeitsgang. Zuerst die Unterseite (möglichst ohne die Kanten zu besprühen), dann mit spitzen Fingern umdrehen und Oberseite einschließlich Kanten besprühen. Das geht schneller und verhindert, daß sich Sprühnebel auf der schon trockenen Vorderseite (nach Werners Methode) absetzt. Die 3 winzigen Abdrücke der Pinnstifte lassen sich verschmerzen.

gb


 
   
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