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Beginner's Corner
Disziplin: Doppelwurf

So soll es nicht gemacht werden!Eigentlich ist die Überschrift absurd - Doubling ist gewiß keine Anfängerdisziplin. Trotzdem, ich werde zunächst (wie in unserer kleinen Reihe üblich) die Regeln erklären, und dann versuchen, für weniger erfahrenen Werfer(innen) einige Tips zum Umgang mit dieser Disziplin zu geben, die man im Moment fast bei jedem Wettkampf antrifft - meist kombiniert mit Trickfangen (Consecutive Catch).

Man braucht:
Einen Kreis mit 20 in Radius (fü r die Reichweitenüberprüfung) und einen mit 2 in Radius als Abwurfkreis, mehrere Linienrichter und mindestens einen Schiedsrichter zur Überprüfung der gültigen Fänge.

Die Regeln:
Zwei Bumerangs werden gleichzeitig (mit einer Hand) abgeworfen und nacheinander gefangen, die Fangmethode ist dabei, mit steigendem Schwierigkeitsgrad, vorgeschrieben. Jeder gültige Fang bringt einen Punkt. Die höchste Punktzahl gewinnt. Der zuerst gefangene Bumerang muß bis zum Fang des zweiten am Körper gehalten werden. Jeder hat 6 Würfe. Die momentan gültige Fangfolge (DBC-Regelwerk 1993) sieht folgende Fänge vor:

1. Wurf: Beide Fänge beidhändig, sauber (d.h., der Bumerang darf beim Fangen nur die Hände und Unterarme berühren).
2. Wurf: Beide Fänge einhändig (der Bumerang darf auch zwischen Hand und Körper/Bein etc. gefangen werden).
3. Wurf: Ein Fang links, sauber (Erklärung siehe 1. Wurf, ein Fang rechts, sauber.
4. Wurf: Ein Fang beidhändig hinter dem Rücken, ein Fang beidhändig unter einem Bein.
5. Wurf: Ein Fang einhändig hinter dem Rücken, ein Fang einhändig unter dem Bein.
6. Wurf: Ein Fang beliebig, ein Fang mit den Füßen.

Ab dem 3. Wurf sind also unterschiedliche Fänge gefordert. Die Reihenfolge ist dabei beliebig. Wird allerdings deutlich sichtbar (z.B. beim 3. Wurf) erst versucht, links zu fangen, und der Fang mißlingt, so muß der zweite Bumerang rechts gefangen werden!

Ein paar Erläuterungen zu den Fangmethoden:
Hinter dem Rücken: Ein Fangarm muß sich beim Fang hinter dem Rücken befinden. Der Körper darf nicht als Fanghilfe benutzt werden!
Unter einem Bein: Ein fangender Arm muß beim Fang unter einem Bein sein. Körperhilfe ist ebenfalls nicht erlaubt - der Bumerang darf also auch das Bein nicht berühren!
Mit den Fiißen: Der Bumerang muß zwischen den Füßen (bis zum Knie) eingeklemmt gefangen werden.

Die "Hardware"
Es werden zwei Bumerangs benötigt, die so leicht sind, daß man sie noch gemeinsam werfen kann, und die einen deutlichen Unterschied in der Flugzeit aufweisen. Der Unterschied sollte wirklich sehr deutlich sein. Bei meinem Pärchen von Fridolin Frost kann ich, nach Fang des ersten, fast noch eine Tasse Kaffee trinken, bevor der zweite herunterkommt! Die meisten Werfer benutzen z.Zt. Dreiflügler, bei denen der kürzer fliegende "Insider" etwas schmalere Flügel hat, weniger gewichtet ist und mehr abbremst (z.B. durch Löcher) als der länger fliegende "Outsider". Zusätzlich wird der Insider meist negativ (Arme runter) und der Outsider positiv (Arme hoch) gebogen. Legt man das Paar dann zum Abwurf aufeinander (i.d.R.: Insider auf Outsider), so bildet sich in der Mitte ein Zwischenraum von 5-10 mm zwischen den beiden Bumerangs. Es gibt aber auch sehr gute Zweiflügler-Pärchen bzw. Kombinationen aus Zwei- und Dreiflügler.

Jedem Doubling-Anfänger kann ich nur empfehlen, sich erst einmal ein Paar zu kaufen, damit er sieht, worauf es ankommt. Man kann natürlich seine Kollektion paarweise durchprobieren, aber ein wirklich gutes Doubling-Paar findet sich selten. Wenn es auch noch auf Windstabilität ankommt, sind meiner Meinung nach Geräte aus 2-2,5 mm Pertinax bzw. Hartgewebe am besten geeignet. Ein Dreiflügler aus solchem Material mit ausgeprägter Schwebephase (für Trickfänge) eignet sich als Basis.

Der Insider wird auftriebsstark profiliert, mit Löchern versehen und etwa in Armmitte mit Blei/Münzen etc. beschwert. Zusätzlich können Bremsklappen angebracht bzw. (bei Fridolin gesehen) die Arme im mittleren Bereich faltenreich mit Tesa-Krepp umwickelt werden. Der Outsider kann etwas breitere Flügel haben, ein weniger auftriebsstarkes Profil, weniger oder keine Löcher und Ballast mehr an den Flügelenden. Nach Bedarf können dann noch die Arme des Insiders herunter-, die des Outsiders hochgebogen werden.

Wurfstrategie
Der nötige Wurf hängt natürlich sehr stark von den verwendeten Geräten ab. Beim vorgeschlagenen Dreiflügler-Paar sollte er mit wenig Neigungswinkel (fast senkrecht), leicht nach oben und mit viel Spin erfolgen. Bei Zweiflüglern oder gemischten Paaren sollten verschiedene Griffvarianten ausprobiert werden. Meist wird der Insider an Arm 1, der Outsider an Arm 2 gehalten. Doug DuFresne (USA) greift bei seinem Holz-Pärchen den Insider am Ellbogen, den Outsider an Arm 2. Also: ausprobieren! Eine besonders unangenehme Eigenschaft von Doubling-Paaren ist das "Klappern", d.h., die Bumerangs schlagen nach dem Abwurf mit den Flügeln aneinander, was meist zu völlig unkontrollierten Flugbahnen führt. Dies kann i.d.R. durch eine bestimmte (auszuprobierende) Griffweise und festes Zusammendrücken beim Abwurf vermieden werden.

Im Wettkampf werden häufig Punkte durch mangelnde Strategie verschenkt (darin bin ich Meister!). So ist z.B. beim 6. Wurf gefordert, einen Bumerang beliebig, den anderen mit den Füßen zu fangen. Die Reihenfolge ist aber beliebig! Wenn also der Insider unglücklich zurückkehrt, muß man abschätzen, ob sich ein Fangversuch überhaupt lohnt. Im ungünstigsten Fall versucht man, ihn beliebig zu fangen, das geht schief, und den perfekt hereinschwebenden Outsider muß(!) man dann mit den Füßen fangen, was, wegen mangelnden Trainings, ebenfalls mißlingt (=0 Punkte). Besser: Den Insider sausen lassen und den Outsider beliebig fangen (=l Punkt).

Klar, das ist leicht gesagt. Wer ist schon so cold-blooded, sich in Sekundenbruchteilen richtig zu entscheiden.

Grundsätzlich kann ich Anfängern, aber auch Fortgeschrittenen bei ungünstigen Windverhältnissen, aus eigener schmerzlicher Erfahrung (und ich bin sicher, im Ernstfall mache ich's wieder verkehrt!) nur raten: Konzentriert Euch auf einen Fang, und zwar den Bumerang, der besser (fangbarer) zurückkehrt und fangt ihn so, wie Ihr es besser könnt. Wenn der Insider ankommt, überlegt, kommt er sicher? Wenn ja: fangt ihn mit der (für Euch) einfacheren Methode. Kommt er dagegen schlecht zurück, und Ihr habt das Gefühl: "Den fange ich doch nicht", laßt ihn vorbeifliegen und konzentriert Euch gleich auf den Outsider, oder versucht den schwereren Fang. Das steigert die Chance, den Outsider dann wenigstens sicher zu fangen.

Viel Erfolg wünscht gb


 
   
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