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Faszination Bumerangwerfen
Teil 2: Das Leistungsmotiv

Von Ulli Wegner

These: Wir werfen Bumerangs, weil wir etwas leisten wollen

Das Leistungsmotiv ist für das Betreiben einer Sportart, aber sicher auch im Rahmen vieler Freizeitbeschäftigungen von ganz besonderer, ja vermutlich sogar von übergeordneter Bedeutung. Vereinfacht läßt sich der Leistungsbegriff für den Bereich Sport und Spiel wie folgt kennzeichnen: Von einer Leistung kann dann gesprochen werden, wenn eine Handlung bewußte Bemühungen bzw. Anstrengungen erfordert, damit ein individuelles, selbst gesetztes Ziel erreicht wird. Ein Vergleich von Zielsetzung und Erreichtem macht eine abschließende Leistungsbewertung möglich.

In Bezug auf alle Bumerangwerfer, die regelmäßig oder auch nur gelegentlich bei Wettkämpfen teilnehmen und sich damit direkten Leistungsvergleichen auf der Grundlage normierter Regelwerke unterziehen, erscheint diese Aussage verständlich. Hier stehen die sportlichen Leistungen offensichtlich im Mittelpunkt des Geschehens, auch wenn viele Teilnehmer betonen werden, daß für sie die Kommunikation untereinander - also das Geselligkeitsmotiv - wesentlicher Grund ihres Erscheinens ist. Alle Wettkampfteilnehmer werden sich anstrengen, um so gut wie möglich abzuschneiden. Die Leistungsbewertung kann dabei individuell sehr unterschiedlich ausfallen, da die Zielsetzungen der einzelnen Werfer in der Regel unterschiedlich sind. Der "Altmeister" fährt mit einem 1 0. Platz i n der Gesamtwertung enttäuscht nach Hause; der "Neuling" freut sich sehr über seinen 21. Platz bei 45 Teilnehmern.

Die meisten Bumerangfreunde gehören jedoch zur Gruppe der gelegentlichen Freizeitwerfer. Ich möchte im folgenden belegen, daß auch diese Werfer eine starke Leistungsorientierung aufweisen.

Die Motive der Freizeitwerfer sind allerdings anders strukturiert. Sie vergleichen ihre Wurf- und Fangleistungen weniger mit denen anderer Werfer. Sie gehen nach Feierabend oder am Wochenende mit bestimmten(?) Erwartungen, möglicherweise auch unbewußten Zielen auf die nächste Wiese. Sie wollen "Spaß" haben. Spaß haben Bumerangwerfer aber nur, wenn ihr Bumerang zurückkommt, gefangen werden kann usw., d.h. wenn ihre Erwartungen erfüllt werden. Nur dann waren sie erfolgreich und haben letztlich das erreicht 1

sich vorgenommen hatten. Alle Menschen streben in unterschiedlichem Maß nach Erfolgserlebnissen. Wenn uns das Burnerangwerfen in der Weise gelingt, wie wir es uns vorgestellt haben, reagieren wir mit Wohlbefinden (»es hat Spaß gemacht«). Eventuell sind wir sogar auf unsere gerade erbrachten Leistungen stolz (der erste selbstgebaute Bumerang kommt zurück, der erste Fang oder der erste 30 Sekunden-Flug mit dem LZF ist gelungen usw.).

Ohne entsprechende individuelle Erfolge/Leistungen wird jeder Bumerangbesitzer seine Wurfgeräte in der Ecke liegen lassen (weil Bumerangwerfen "keinen Spaß macht"). Besondere Erfolge reichen dabei bereits in eine andere Sinngebung des Sports hinein, nämlich in die Sinngebung "Eindruck". Und sicherlich hat jeder Bumerangwerfer ein paar eigene, besonders beeindruckende Leistungen in seinem Gedächtnis gespeichert - oder nicht?

Ulli Wegner
Meller Str.59
33613 Bielefeld


 
   
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