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Meßmethoden beim Weitwurf

Einige kritische Bemerkungen

Dieser Text war so gut wie fertig, als mir der Artikel von Lorenz ins Haus flatterte. Glücklicherweise hat er nicht alles vorweg genommen. Ich möchte also an seine Ausführungen - unter besonderer Berücksichtigung der Wettkampf-Praxis - anknüpfen.

Bei der Siegerehrung eines Weitwurf-Turniers müßte es eigentlich heißen: "Den ersten Platz belegt vermutlich...". Liegen die ersten Plätze nämlich nur wenige Meter (oder sogar nur Zentimeter) auseinander, ist es praktisch unmöglich, den Sieger genau anzugeben.

Lorenz hat ja schon erläutert, wie sich die Messung bei einem Turnier abspielt. Bei einer ausreichenden Anzahl von Spottern und günstiger Aufstellung wären so durchaus recht genaue Ergebnisse möglich. Aber erstens nimmt die Zahl der Spotter kontinuierlich im Laufe der Veranstaltung ab (spotten ist anstrengend!) und sie stehen nicht etwa günstig verteilt, sondern in Grüppchen zusammen (so lange Zeiten sind ohne ein Schwätzchen ja nicht auszuhalten).

Eine übliche Situation: Die Spotter stehen nach einem 80 m Wurf ziemlich weit vorne. Danach wirft jemand ein >100-Meter-Teil und plötzlich kommt Leben in die plaudernde Gruppe. Man rennt nach hinten, von aufgeregten Rufen begleitet. Aber wie durch ein Wunder steht dann doch einer immer genau unter dem Bumerang, die Weite kann zentimetergenau gemessen werden. Das ist natürlich alles sehr fragwürdig! Bei solchen Situationen dürfte die Meßgenauigkeit eher bei 10 m liegen. Hier ist es zuerst Sache des Veranstalters/Hauptschiedsrichters, die Spotter zu Disziplin aufzurufen.

Die Angabe der Distanz bis auf den Zentimeter erscheint unrealistisch, aber durch eine Rundung auf ganze Meter (wie Lorenz vorschlägt) würde das Ergebnis auch nicht genauer werden. Hier liegt das Problem in unserer Denkweise: Angaben auf 2 Stellen hinter dem Komma werden als genau angenommen. Dabei ist es doch egal, ob ich "etwa 90 Meter" oder "etwa 90,34 Meter" sage. Was wir brauchen, sind einfach genauere Messungen!

Ein ewiger Traum sind Echtzeitmessungen, jeder Werfer kennt sein Ergebnis sofort nach dem Wurf. Vor einigen Jahren kursierten Gerüchte über so ein Gerät, ich habe es aber nie zu Gesicht bekommen. Technisch wäre so etwas sicher zu realisieren, hinreichend genaue Einrichtungen dürften aber wohl nur im wissenschaftlichen oder militärischen Bereich zu finden sein und somit für einen Verein von Hobby-Werfern unerschwinglich.

Mit ganz einfachen Mitteln ließe sich eine Meßanordnung realisieren, die mit einigen dreh- und schwenkbar angeordneten Besenstielen mit Winkelmesser und einem Computerprogramm auskommt. Die Spotter verfolgen einfach die Flugbahn mit dem Besenstil, ein einfacher Schieber markiert den größten Winkel auf der Skala. Aus den 2 (oder 4) Ergebnissen der Spotter mit dem günstigsten Standort kann (nach vorheriger Eichung der Anlage) sofort die Distanz berechnet werden. Nachteil: Bei drehendem Wind und veränderter Abwurfrichtung müssen die Spotter umziehen und die Anordnung neu geeicht werden.

Wir werden uns also auch weiterhin mit der traditionellen Methode begnügen müssen. Disziplinierte und aufmerksame Spotter vorausgesetzt, ist sie auch ausreichend.

Die Abbildung zeigt eine Anordnung mit 8 Spottern und die dabei möglichen Meßfehler. Es ist leicht zu erkennen, daß die Meßergebnisse umso genauer werden, je näher die Spotter am Scheitelpunkt der Flugbahn stehen. Um dies zu erreichen, halte ich es für unbedingt nötig, daß die ungefähre Reichweite allen Spottern vor dem Abwurf bekannt ist. Das läßt sich einfach dadurch erreichen, daß dem "Oberspotter" - meist mit dem Abwurfplatz über Sprechfunk verbunden - neben Namen und Startnummer auch die letzte Weite durchgesagt wird. Diese Angabe und einige auffällige Marken im Feld (etwa alle 10 Meter) würden ausreichen, um die Spotter vor dem Abwurf günstig zu positionieren.

gb


 
   

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