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Paradoxes Urteil!

In der "Bild am Sonntag" vom 24. Sept. 1995 konnte man auf S. 11 folgende Meldung lesen:

Bumerang kam zurück - Schmerzensgeld

Keine Spur von Britischem Humor: Ein Gericht verurteilte eine Firma, die Bumerangs herstellt, zur Zahlung von 2500 Mark Schadenersatz. Grund: Das Fluggerät war tatsächlich zurückgekommen.

Ursprünglich diente das bananenförmige Wurfholz den australischen Ureinwohnern zur Jagd - inzwischen sind Bumerangs beliebte Kinderspielzeuge. Auch Carl Darbyshire (7) in Bangor freute sich über sein rosa Fluggerät, probierte es im elterlichen Garten aus. Ein flotter Wurf, ein Kreiseln - der Bumerang raste zum Absender zurück, traf Carl am Kopf. Das Kind ging zu Boden, ein Auge wurde verletzt. Mutter Rachel (27) beobachtete den Vorfall vom Nachbargarten aus und reagierte empört: "Das ist ein gefährliches Spielzeug, es gehört aus dem Verkehr gezogen". Die Eltern des Jungen zogen vor Gericht.

"Ein Witz", spottete Rex Bryant, Anwalt der Herstellerfirma. "Jeder weiß doch, daß es der Zweck eines Bumerangs ist, wieder zurückzufliegen." Die Richter sahen das anders: Sie verurteilten die Firma wegen Verstoßes gegen das Verbraucherschutzgesetz und brummten dem Unternehmen auch noch 7500 Mark Verfahrenskosten auf. Grund: Vor der Rückkehreigenschaft hätte extra mit einem Hinweis auf dem Wurfholz gewarnt werden müssen.

Zu diesem Bericht faxte em folgenden Leserbrief an Bild am Sonntag:

Das zweifach abgebildete Kunststoffgebilde ist kein Bumerang. Es stellt vielmehr den untauglichen Versuch dar, einen preiswerten Bumerang zu produzieren. Wegen der billigen Machart ist das Ding offenbar ein unausrottbarer Sortimentsbestandteil von Kaufhäusern und Kiosken.

Der Skandal in dieser Geschichte steckt nicht so sehr im Verschweigen der zu erwartenden Rückkehreigenschaft. Skandalös ist vielmehr das Fehlen einer verständlichen Wurfanleitung! Hierin würden sich nämlich alle notwendigen Sicherheitsregeln und Warnhinweise finden. Um es klar zu sagen: Wer Bumerangs ohne Wurfanleitung verkauft, handelt unseriös bzw. kriminell.

Wir Mitglieder des Deutschen Bumerang Clubs e.V. hören ständig von Unfällen und Verletzungen mit genau diesem abgebildeten "Bumerang". Die Vertreiber dieses schrecklichen Machwerkes wurden längst abgemahnt. Wir sind als Fachleute in Sachen Bumerang natürlich erschüttert, wenn durch Negativerlebnisse mit Bumerangs, die eben keine sind, der Bumerangsport in Verruf gerät. Ganz erstaunt reagieren die Leute dann, wenn sie sehen, wie gefahrlos ein richtiger Sportbumerang bei der exakten Rückkehr gefangen wird.

Über 90% der Zuschauer einer Bumerangveranstaltung wissen vorher nicht, wie ein Rückkehr-bumerang korrekt abgeworfen wird. Über 90% wissen vorher auch nicht, daß die Jagdwaffe mit dem Sportgerät nur den Namen gemeinsam hat. (Über 90% der Journalisten übrigens auch nicht...)

Bumerangwerfen ist unter sachkundiger Anleitung gut erlernbar. Dann ist der Bumerang kein "gefährliches Spielzeug" mehr, das "aus dem Verkehr gezogen gehört". Keine Mutter würde vernünftigerweise ihren Sprößling ohne Anleitung in eine Optimistenjolle setzen.

Ich könnte mir vorstellen, daß Ihre Zeitung diese Thema für wichtig genug hält, um einen aufklärenden Artikel hierzu zu veröffentlichen. Sie können von mir ausreichend kompetente Bumerangwerfer genannt bekommen. Bei Bedarf kann ich Ihnen auch Beispiele redlich formulierter Bumerangwurfanleitungen zufaxen. Immerhin ist es erklärtes Vereinsziel des DBC e.V., der Verbreitung sachlicher Informationen zum Thema Bumerangsport zu dienen. Wenn man bedenkt, daß die Sportart im Jahre 2000 zu olympischen Ehren kommen soll, kann man damit gar nicht früh und breit genug beginnen.

gez.: Eckhard Mawick

 



 
   

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