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Brist

Was gibt es Reizvolleres, als Bumerang-Geschichte sowohl in der Werkstatt als auch auf der Wiese nachzuvollziehen und dann auch noch den Anschluß an die "Moderne" zu finden, in Gestalt von neuzeitlichen Vierflüglern (Adam Müller) und Fünfflüglern (Klaus Zacher)?

Und dann noch der gesundheitliche Aspekt; denn es wird versprochen, daß sich der Gesundheitszustand von Brist-Spieler innen erkennbar verbessert, weil sie allgemein wenig Gebrauch machen "von den Muskeln, welche den Brustkorb hervorstrecken und die Schulterpartien entsprechend nach hinten ausrichten. ... Ein Brist-Mädchen wird eine stolz aufgerichtete Körperhaltung haben, kräftigen Brustkorb und frisch gerötete Wangen, eben jene grazile Schönheit, die jede Frau anstrebt..."


Also - wenn das nicht die Bumerang-Gemeinde in der Welt mit weiblichen Mitgliedern füllt? Damals jedenfalls, in den Jahren von 1904 bis 1924, stellte die Brist-Company in Topeka, Kansas, im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens mit ihren 30 - 35 Mitarbeitern über eine Million Brist-Bumerangs her. (Beispiele siehe Abb.1, je Doppelflügel 19 cm lang). Mit ihnen wurde vor allem ein Spiel, ähnlich der Australischen Runde gespielt. (Abb. 3) Vor allem aber: Sie wurden mit einem Netz, dem Rakah, gefangen (Abb. 2). Brother Brian Thomas hält diese Geräte darüberhinaus für Vorläufer der Fast Catch Bumerangs, was er vor allem aus der horizontal bleibenden Flugbahn herleitet.

Die Geräte sollen zwischen 10 und 30 m weit fliegen. Also wird es Zeit, sie nachzubauen und auf die Wiese zu gehen. Das will ich gleich einmal tun. Ich baue mir zwei "Brists" aus 4 mm Sperrholz, verzichte auf die Höhlung der schmalen Flügelträger und fliege sie ein. Ergebnis: Ich benötige zum Fangen kein Netz; denn die Geräte kommen präzise zurück. Aber der Flugkreis von etwa 10 - 12 m ist mir zu klein.

Zwar verschenke ich einen Brist zu Weihnachten an eine Anfängerin, aber ich will mit einem weiteren Nachbau erreichen, den Wurfkreis deutlich zu vergrößern . Das will ich mit einem Profil erreichen, das weniger Auftrieb erzeugt. Darüber berichte ich dann in 2/96.

PS.: Der Name des Brist-Bumerangs wurde abgeleitet vom Namen des Erfinders Samuel Bristow (Beruf: Zauberer!) dessen Cross Stick mit dem US-Patent Nr. 692 608 geschützt wurde. Der Patentschutz schloß außerdem einen Dreiflügler - Dreidecker ein. Und: wir bedanken uns bei Ted Bailey, dessen "Boomerang Journal" Nr. 5 u. 7 sowie "Boomerang News" Nr. 19 uns als Quelle dienten.


wb